Die PISA-Studien haben es gezeigt, dreimal landete Finnland ganz vorne im Ranking, Deutschland dagegen abgeschlagen im unteren Mittelfeld. Wie konnte das passieren, Deutschland mit seiner großen geistigen Tradition nicht auf einem der vorderen Plätze?
Inhaltsangabe Den deutschen Schülern wurde attestiert, dass sie „… in den Kompetenzbereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften nicht den OECD-Durchschnitt erreichen“ (Overesch, A. 2007, S. 13). Die Ergebnisse der PISA-Studien haben in Deutschland zu lebhaften, teils kontroversen Diskussionen geführt. Das unterdurchschnittliche Abschneiden wurde von vielen, explizit von vielen Politikern, als nationale Katastrophe empfunden, wodurch das Ansehen unseres Lands in der Welt geschädigt wird. Im globalen Wettkampf um Wirtschaftswachstum muss das Bildungssystem einen nicht unerheblichen Beitrag leisten, damit Deutschland sich als attraktiver Standort behaupten kann. Unser Schulsystem muss reformiert werden, war das Fazit aus dieser Schmach und den Diskussionen, nur, wie genau diese Reformen aussehen sollen, darauf gab es keine einhellige Antwort. Finnland, das Land mit nur wenig mehr als fünf Millionen Einwohnern und bei den PISA-Studien ganz vorne im internationalen Vergleich wurde zur Pil-gerstätte von Bildungspolitikern und Bildungswissenschaftlern. Dort erfuhren sie, dass ein schulisches Stufenmodell, verbunden mit individueller Förderung Kinder keineswegs überfordert, wie in Deutschland gerne behauptet wird, im Gegenteil, in Finnland machen fast 90% der Kinder Abitur. Desweiteren konnte man erfahren, dass Lernen auch funktioniert, wenn Kinder nicht einem massiven Leistungsdruck ausgesetzt sind oder wie wichtig eine frühzeitige Förderung, bereits ab dem Kindergartenalter, ist. Die Bildungstouristen erfuhren außerdem etwas über die immense Bedeutung einer guten Ausbildung der pädagogischen Fachkräfte und dass es durchaus sinnvoll ist in Bildung mehr zu investieren. Der Anteil der Ausgaben für Bildung beträgt in Deutschland, gemessen am Bruttoinlandsprodukt in den letzten Jahren etwas mehr als 4%, Finnland dagegen wendet für Bildung etwa 2% mehr auf. Man erfuhr aber auch, dass es auch in Finnland Stimmen gibt, die die Bildungsausgaben senken wollen und sie bekamen zu hören, die Firmen beschweren sich teilweise darüber, dass Bewerber überqualifiziert sind und zu hohe Forderungen stellen. Welche Konsequenz zieht die Politik nun aus diesen Informationen? Am deutschen Bildungssystem muss nur so viel geändert werden, um eine bessere Platzierung im internationalen Ranking zu erreichen, ansonsten soll bitte alles so bleiben wie es derzeit ist. Was also kann Deutschland vom PISA Sieger lernen? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach, einerseits lernen wir wie man sein Schulwesen gerade nicht gestaltet, um auf die vorhandene Weise weiterhin Schulabgänger für die Wirtschaft zu produzieren, damit sich diese genau den Arbeitnehmer aussuchen kann, der für die jeweilige Anforderung absolut passend ausgebildet ist. Andererseits könnten wir viel von Finnland lernen, wenn das dortige Schulsystem nicht im völligen Widerspruch zu den politischen und ökonomischen Interessen in Deutschland stehen würde, d. h. wenn die Kinder im Mittelpunkt des Interesses stehen würden. Weil das aber nicht der Fall ist, wird es weder eine vollständige Adaption noch eine Übernahme wesentlicher Merkmale des finnischen Schulsystems in Deutschland geben. Diese These möchte diese Arbeit belegen.
Textauszug Während die Besetzung Finnlands, wechselweise durch Schweden oder Russland, die Bevölkerung dazu veranlasst sich sehr mit ihrer eigenen Kultur zu identifizieren, fällt es den Deutschen lange Zeit schwer, sich mit ihrem Land, auch kulturell, verbunden zu fühlen. Die Reeducation Politik der Alliierten sowie die zwangsweise Erneuerung des Landes zur Demokratie lassen viele Deutsche nach außen hin zu vorbildlichen Demokraten werden, oft ist die demokratische Gesinnung allerdings eher ein Lippenbekenntnis als wirkliche Überzeugung. Doch bedingt durch die Aufdeckung der nationalsozialistischen Gräueltaten fällt den Deutschen die Identifikation mit der eigenen Tradition schwer. Deutschland hat zwar eine lange kulturelle Tradition, von Goethe über Schiller und Heinrich Heine bis zu Immanuel Kant, Wilhelm von Humboldt, Georg W. F. Hegel und Karl Marx, um nur einige Namen zu nennen, aber letztlich oder trotzdem hat die große geistige Tradition zu den schrecklichsten Menschheitsverbrechen aller Zeiten geführt. Niemals zuvor und niemals wieder wurden im Namen eines Staatsapparates Millionen Menschen industriell ermordet. Geschürt von Medien und Politik ist erst in den letzten Jahren wieder ein zunehmendes Nationalbewusstsein zu erkennen.
In dieser Hausarbeit wird auf den Schulversuch „Islamische Unterweisung“ eingegangen, der seit dem Schuljahr 1999/2000 in Nordrhein-Westfalen in den Klassenstufen 1 bis 10 durchgeführt wird.
Inhaltsangabe Der Autor stellt dazu erst eine Übersicht über die Rahmenbedingungen her, unter denen der Unterricht entwickelt wurde und bios heute stattfindet. Anschließend werden die Durchführung des Schulversuchs und seine Akzeptanz in der Gesellschaft dargestellt. Zuletzt geht der Autor auf die Möglichkeit eines Religionsunterrichts für Muslime und Musliminnen in Deutschland ein.
Outline:
Einleitung
Muslime in Deutschland „Islamischer Religionsunterricht“ in Deutschland „Islamische Unterweisung“ in Nordrhein-Westfalen
Geschichte und Entstehung, Probleme
Lehrpläne
Teilnehmende Schulen und Akzeptanz des Schulversuchs von Seiten der muslimischen Schülerschaft und ihrer Eltern
Akzeptanz des Schulversuchs von den islamischen Verbänden Islamrat und ZMD
Zukunft des Schulversuches
Ausblick: Islamischer Religionsunterricht in Deutschland Literaturverzeichnis
Textauszug ''Mitte der siebziger Jahre wurde deutlich, dass viele der muslimischen Arbeitsmigranten, die seit den frühen sechziger Jahren nach Deutschland gekommen waren, einen dauerhaften Verbleib anstrebten. Zuvor war angenommen worden, dass die Arbeitskräfte nur übergangsweise in Deutschland sein würden und anschließend zu ihren Familien und Kindern in die Heimatländer zurückkehren würden. Daher hatte es zunächst keine Bemühungen gegeben, Muslimen bei ihrer Religionsausübung zu unterstützen und sie in die deutsche Gesellschaft zu integrieren. Als zahlreiche Familien der Arbeitsmigranten ihren Angehörigen nach Deutschland folgten, wurde die Forderung nach einer angemessenen Unterstützung bei der religiösen Ausbildung der schulpflichtigen Kinder laut. Anders als in vielen anderen Bundesländern wurde diese in Nordrhein-Westfalen – als das Gebiet, das eine besonders starke Nachfrage nach Arbeitsmigranten hatte – aufgegriffen. Bereits im Jahre 1978 wurde das Landesinstitut für Schule und Weiterbildung mit der Ausarbeitung eines Lehrplans für einen islamischen Religionsunterricht beauftragt.''
Tags: Muslime in Deutschland, Islam, Religion, Pädagogik
Durch den Geburtenrückgang bestehen die Familien nicht mehr in der Form, wie sie früher üblich waren. Die Fragen, die sich in diesem Zusammenhang stellen, sind, was zeichnet eine Familie aus, was sind die Gründe für die Veränderung der Familienformen.
Inhaltsangabe „Deutschland schrumpft weiter – mehr Todesfälle als Neugeborene“. Der Geburtenrückgang ist zur Zeit ein aktuelles Thema in den Medien. Laut dem Statistischen Bundesamt starben im letzen Jahr rund 144.000 Menschen mehr, als dass Kinder geboren wurden. Ab 2011 bis zum Jahr 2050 soll sich die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau konstant bei 1,4 Kindern halten. Damit es nicht zu einem Bevölkerungsrückgang kommt, wären jedoch mindestes 2,0 Kinder pro Frau nötig. Der Geburtenrückgang hat jedoch nicht nur Auswirkungen auf den Bevölkerungsrückgang, sondern auch auf die Entwicklung der Familie, da diese aus mindestens einem Kind und einem Elternteil besteht.
Die vorliegende Hausarbeit „Wandel der Familienformen in Deutschland ab dem 18. Jahrhundert bis heute“, die im Rahmen der Vordiplomsprüfung im Bereich der Soziologie angefertigt wurde, beschäftigt sich mit diesen Fragen.
Der erste Punkt beschäftigt sich mit dem Begriff der „Familie“, da dieser zentral für die folgenden Punkte ist. Die Familie zeichnet sich durch ihre Zusammensetzung und Beiträge für die Gesellschaft aus.
Die Familie befindet sich in einem ständigen Wandlungsprozess. Um die Gegenwart und die weitere Entwicklung der Familie verstehen zu können, ist ein Blick auf die historische Situation der Familie von Bedeutung. Daher wird im dritten Punkt eine Übersicht über die Geschichte der Familie, von der bäuerlichen Familie bis heute gegeben.
Im vierten Punkt geht der Autor auf die Individualisierung ein. Der Prozess der Individualisierung begann in der Industrialisierung und prägte die Entwicklung der Familie und ihrer Formen maßgeblich.
Im letzten Punkt beschreibt er drei Familienformen. Die Kernfamilie, nicht-eheliche Lebensgemeinschaften und Ein-Elternfamilien sind heute häufig vertretene Formen.
Outline:
Einleitung
Der Begriff „Familie“
Kennzeichen der Familie
Funktion, Aufgabe und Leistung der Familie
Familie als soziales System
Familie als Institution
Historische Situation der Familie
Die bäuerliche Familie
Die bürgerliche Familie
Entwicklung der Familie ab dem 19. Jahrhundert
Individualisierung
Folgen der Individualisierung für das Individuum
Folgen der Individualisierung für Familien und Paare
Historische Situation der Individualität
Familienformen
Die Kernfamilie
Begriff der Kernfamilie
Historische Situation der Kernfamilie
Nicht-eheliche Lebensgemeinschaften
Begriff der nicht-ehelichen Lebensgemeinschaft
Historische Situation nicht-ehelicher-Lebensgemeinschaften
Ein-Eltern-Familien
Begriff der Ein-Eltern-Familie
Historische Situation der Ein-Eltern-Familien
Fazit
Literaturverzeichnis
Selbstständigkeitserklärung
Textauszug ''Der Begriff der Familie ist erst seit dem 18. Jahrhundert im deutschen Sprachraum vertreten. Spricht man von der „Familie“, so meint man nicht eine bestimmte Familie in Deutschland, sondern die Familie im Allgemeinen. Der Begriff der Familie bezeichnet ein objektivierbares, gesellschaftliches Strukturmuster, das von den Individuen einer Gesellschaft praktiziert wird. Dieses Strukturmuster wird im Alltag millionenfach als Familie praktiziert. Daher ist der Begriff der Familie ein Allgemeinbegriff einer überzeitlichen Gattung und nicht eine besondere historisch gebundene Form. Der Begriff der Familie hat sich im Laufe der Geschichte verändert. In der Regel bezeichnete der Begriff der Familie, dass die Familie durch Eheschließung ergänzt oder begründet ist. Dadurch entstand ein Verweisungszusammenhang von Ehe und Familie. Erst nach und nach bildete sich die Einsicht, dass dieser Verweisungszusammenhang in einer Familiendefinition nichts zu suchen hat, wenn diese mehr sein möchte, als eine bloße Zuschreibung des modernen, bürgerlichen Familientypus. So hat sich der Begriff der Familie im Laufe der Zeit geändert. Zuerst bestand eine Familie der Definition nach aus mehreren Kinder, dann nur aus mindestens einem Kind. Zuerst waren zwei Elternteile nötig, dann nur mindestens ein Elternteil, wobei jedoch unklar ist, ob vorausgesetzt wird, dass die biologischen Eltern miteinander verheiratet sind. Der Familienbegriff sollte aufgrund dieser Entwicklung alle Familienformen umfassen.'
In dieser Arbeit wird untersucht, inwiefern sich der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland e.V. als umweltpolitische Organisation im Zuge der Europäisierung verändert hat.
Inhaltsangabe Dazu beleuchtet der Autor zunächst den historischen Hintergrund des BUND, seine Zielsetzung, sowie die Organisationsstruktur und die Finanzierung. Anschließend wird untersucht seit wann Umweltpolitik ein Aufgabenfeld der Europäischen Union ist. Einer Zusammenfassung der Eckdaten der EU-Umweltpolitik folgt eine Betrachtung der Möglichkeiten der Einflussnahme von Verbänden in der EU-Umweltpolitik.
Der vierte Teil der Arbeit versucht zu klären, inwiefern die Änderungen innerhalb des BUND parallel zu den europäischen Entwicklungen gelaufen sind. Hat eine Europäisierung der Umweltorganisation durch die EU-Politik stattgefunden, hat sie sich nicht verändert oder aber haben andere Faktoren auf den BUND eingewirkt?
Im fünften Abschnitt wird anhand der Theorie Rooses untersucht, inwieweit sich eine Europäisierung der Arbeit des BUND nachweisen lässt. Anschließend folgt ein kurzes Fazit.
Outline:
Einleitung
Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland e.V.
Geschichtlicher Hintergrund
Organisationsstruktur uns Zielsetzung des BUND
Finanzierung des Verbandes
Umweltschutz in der Europäischen Union
Entwicklung des europäischen Umweltschutzes
Kritik an der Umweltpolitik der Europäischen Union
Veränderungen des BUND
…unabhängig von der Politik auf EU-Ebene?
…im Zuge der Europäisierung?
Theorie: Europäisierung von Verbänden
Die Strukturierung politischer Gegebenheiten
Folgerung aus dem theoretischen Ansatz
Fazit
Literaturverzeichnis
Textauszug ''Der Bund für Natur- und Umweltschutz Deutschland (BNUD) wurde am 20. Juli 1975 in Marktheidenfeld gegründet. Bereits 1976 fand die Umbenennung in Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) statt. Im folgenden Jahr wurde die erste Bundesgeschäftsstelle in Bonn eröffnet. In Bad Ems wurde 1984 die BUNDjugend gegründet.
Ein bedeutsamer Schritt war die Kooperation mit der Organisation Friends of the Earth International (FoEI), deren deutsche Sektion seit 1989 der BUND ist.
Nach dem Fall der Mauer wurden 1990 in fünf ostdeutschen Bundesländern Landesverbände von BUND gegründet.
Seit seiner Gründung wurden zahlreiche Aktionen und Kampagnen von BUND durchgeführt. Dabei kooperiert der BUND mit anderen Verbänden wie dem WWF und dem Naturschutzbund Deutschland (NABU). Als Mitglied ist der BUND auch in die Netzwerke Attac , einer Anti-Globalisierungs-Bewegung, und im Deutschen Naturschutzring (DNR) eingebunden. ''
Inhaltsangabe Der Kreuzfahrtenmarkt stellt weltweit einen der größten touristischen
Wachstumsmärkte dar. Während andere Wirtschaftszweige wegen allgemeiner Konsumzurückhaltung stagnieren, verzeichnet die Kreuzfahrtbranche speziell in Europa und Deutschland seit Jahren rapide steigende Buchungszahlen und boomt somit wie kaum ein anderer Zweig der Touristik. Gründe dafür sind unter anderem Imagewechsel und demographischer Wandel sowie der produktpolitische Zuschnitt der Angebote auf immer neue Zielgruppen. Kein anderer Bereich des Tourismus hat in den letzten Jahren vergleichbar innovative Ideen und Konzepte auf den Markt gebracht. So ist die klassische Kreuzfahrt in ihrer bisherigen Form in vielen Aspekten, allen voran die Produktpolitik betreffend, diversifiziert worden. War die Kreuzfahrt früher noch ein Nischenprodukt mit konservativem und elitärem Image für eine klar kommunizierte, zahlungskräftige Zielgruppe, so hat sie sich mittlerweile zu einer Reise- und Urlaubsform für die Masse entwickelt. Mittlerweile gibt es in nationalen und internationalen Gewässern neben Luxuslinern und Luxusyachten auch schwimmende Clubanlagen und preisgünstigere Mittelklasseschiffe für Familien. Im Mittelmeer sind seit 2005 sogar die ersten Low-Cost Schiffe unterwegs.
Diese Arbeit behandelt aufgrund der marktbezogenen Bedeutung hinsichtlich Größe und Umsatz insbesondere den Hochsee-Kreuzfahrtenmarkt. Neben Erklärungen zum Produktbündel Kreuzfahrt sowie der Darstellung der verschiedenen Kreuzfahrttypen werden vor allem Angebots- und Nachfragestruktur und die Tendenzen für die Zukunft dargelegt. Zunächst soll jedoch Klarheit über die begrifflichen Grundlagen und die Historie geschaffen werden.
Einleitung
Begriffsgrundlagen (Definition Kreuzfahrt & Markt)
Geschichte der Kreuzfahrt
Produkt Kreuzfahrt (Einteilung d. Passagierschifffahrt, Produktbuendel Kreuzfahrt, Angebotsstruktur (global & in D), Nachfragestruktur, Vertriebskanaele)
Kreuzfahrttypen
Trends (Produktinnovaton und -differenzierung, marketingpolitische Trends)
Fazit
Textauszug ''Die heutige Form der Kreuzfahrt wurde allerdings von dem damaligen Generaldirektor der Hamburg-Amerikanischen Packet-Actien-Gesellschaft (Hapag) Albert Ballin erfunden. Er suchte nach einer Möglichkeit die komfortablen Schiffe der Hamburg- Amerika Linie und deren Besatzungen in den schlecht ausgelasteten Wintermonaten zu beschäftigen. So verließ am 22. Januar 1891 die „Augusta Victoria“ Cuxhaven, um sich auf eine luxuriöse, zweimonatige „Orient-Exkursion“ zu begeben. Durch den Erfolg
dieser Reise bot die Hapag in den Folgejahren jeweils zwei Orientreisen an, hinzu kamen 1894 die erste Nordland-Kreuzfahrt und 1896 die erste Westindien-Kreuzfahrt mit der „Columbia“. Im Jahre 1900 stellte die Hapag das erste speziell für Kreuzfahrten
gebaute Schiff „Prinzessin Victoria Luise“ in Dienst, sechs Jahre später ist es bereits eine kleine Flotte von drei reinen Kreuzfahrern. Die erste Weltreise der Hapag findet im Jahre 1909 statt.''
In der vorliegenden Arbeit befasst sich der Autor mit einem Teilbereich des religiösen Wandels, und zwar mit dem Wandel der Frauenbilder in zwei großen Weltreligionen - dem Christentum und dem Islam.
Inhaltsangabe Im ersten Kapitel der Arbeit wird zunächst die traditionelle Rolle der Frau in den heiligen Schriften des Christentums behandelt. Als Untersuchungstexte werden vor allem neutestamentliche Schriften (im Einzelnen die vier Evangelien des Christentums) behandelt, es werden jedoch auch die vor den Evangelien entstandenen heiligen Texte wie die Paulusbriefe, Pastoralbriefe und Apostelgeschichten zum Teil miteinbezogen. Im Abschnitt 1.2.1 des ersten Kapitels wird ein Fallbespiel aus dem evangelischen Kreis in Deutschland behandelt, das zeigt, wie der Wandel des Frauenbildes im evangelischen Kontext erfolgte.
In Abschnitt 1.2.2 wird die themenbezogene Entwicklung in der römisch-katholischen Kirche zusammengefasst. Im ersten Abschnitt des zweiten Kapitels der Arbeit wird die traditionelle Stellung der Frau im Islam (anhand der Auslegungen des heiligen Korans) behandelt. In den Abschnitten 2.2.1 und 2.2.2 wird zum einen das Phänomen „Gender Dschihad“ in arabischen Ländern behandelt, und zum anderen wird der Wandel des Frauenbildes im islamisch religiösen Kontext anhand eines Beispiels aus Marokko veranschaulicht.
Abschließend werden im dritten Kapitel die Ursachen und Gründe dieses Bedeutungswandels im christlichen und islamisch-religiösen Umfeld aufgegriffen, zusamen mit der Frage, warum es zu diesem Wandel kam.
Outline:
Einleitung
Christentum
Traditionelles Bild der Frau in der christlichen Bibel
Wandel des Rollenbildes der Frau in Deutschland In der Evangelischen Kirche am Beispiel von Deutschland In der Katholischen Kirche
Islam
Traditionelles Bild der Frau im Koran
Wandel der Frauenstellung in arabischen Ländern „Gender Dschihad“
Neues Familienrecht „Moudawana“ in Marokko
Einige Überlegungen zum Wandel von Frauenbildern
Fazit
Literaturverzeichnis
Textauszug Momentan sind alltäglich die Aussagen zu hören, dass der Koran als Grundlage für die Unterdrückung der Frau diene, das Christentum dagegen die Befreiung der Frau mit sich gebracht habe. So geht Rita Rieplhuber in ihrer Studie Die Stellung der Frau in den neutestamentlichen Schriften und im Koran (1986) zur Relevanz dieser Aussagen auch anderen Fragestellungen nach.
Rieplhuber (1986) meint, dass trotz der Bekenntnisse aller Evangelien zu der besonderen Zugehörigkeit der Frauen zum Reich Gottes, in den Evangelien Markus und Matthäus diese Frage nicht gesondert behandelt wird. Für diese scheine die Frauenfrage kein Problem zu sein, sie sprechen erst spät in den Passions- und Ostergeschichten von den Frauen. Im Matthäus Evangelium verwende man vorwiegend männliche Bezeichnungen für Christen und sogar in Mt 1,21 sei zum Beispiel die Verkündung der Geburt Jesu nicht auf Maria, sondern auf Josef zurückgeführt (vgl. S. 40 f.).
In Lukas finde dagegen diese Frage, wie bei Rieplhuber (1986) zu lesen ist, deutliche Betonung durch die Erfahrung der aktiven Teilnahme an der kirchlichen Arbeit in den heidenchristlichen Gemeinden von selbstbewussten, meist vermögenden Frauen (vgl. S. 41). Nur in Johannes sei den Frauen eine ausdrückliche Stellung eingeräumt, die schon in der Struktur sichtbar sei. So stehen am Anfang in jeden der drei johanneischen „Bücher“ zwei Episoden in denen die Frauen Initiative ergreifen, das folgende Geschehen vorbereiten und einen musterhaften Glaube an Jesus zeigen (vgl. ebd. S. 41 f.). Die Evangelien liefern darüber hinaus einerseits keine explizite Stellungnahme Jesus gegenüber Frauen (vgl. ebd. S. 43) und andererseits wird in den wenigen Überlieferungen zum Verhältnis Jesus gegenüber Frauen weder Abwertung noch jegliche Befürwortung für die Unterdrückung der Frauen zum Ausdruck gebracht, abgesehen davon, dass alle seine zwölf Apostel Männer waren (vgl. ebd. S. 269). Man spricht sogar davon, dass Jesus in diesem Sinne ein Feminist war (Swidler 1982, zitiert nach Mitscha-Eibl 1995, S. 35).
Erfolg hängt von der Definition ab, bei kommerziellen Filmen spielt der wirtschaftliche Erfolg die Hauptrolle. Arthouse Filme hingegen sind eher auf künstlerischen Erfolg und Publikumsanerkennung angelegt.
Inhaltsangabe Seit Jahrzehnten schon befindet sich der deutsche Film in einer Krise, aus der es keinen Ausweg zu geben scheint. Trotzdem ist Deutschland auf internationaler Ebene - hinter den USA und Japan - einer der wichtigsten Filmmärkte weltweit. In Deutschland laufen jedoch nur etwa zwanzig Prozent deutsche Filme in den Kinos, was einem kleinen Marktanteil entspricht. Im Ausland sind die Zahlen noch sehr viel geringer. Deshalb versucht man seit Mitte der sechziger Jahre, die Produktion deutscher Filme staatlich zu fördern. Der Erfolg dieser Förderung blieb jedoch weit unter den Erwartungen.
Filme werden auf der einen Seite als kulturelles Gut angesehen, auf der anderen Seite auch als kommerzielles Gut. Für die deutsche Filmindustrie ist es in den letzten Jahren unabdingbar geworden, das Produkt „Film“ einem Vermarktungsprozess zu unterziehen.
In der nachfolgenden Arbeit wird die Frage beantwortet, ob ein Film ohne Marketing erfolgreich sein kann. Der erste Abschnitt definiert, was unter einem erfolgreichen Film zu verstehen ist. Anschließend wird der Marketingmix, bestehend aus Produkt-, Distributions-, Preis- und Kommunikationspolitik vorgestellt und am Produkt „Film“ angewandt. Im dritten Kapitel wird die Zielgruppenidentifikation und die darauf beruhende Positionierung für den Film dargestellt. Eines der wichtigsten Marketinginstrumente ist der Trailer; dieser wird extra erläutert. Der letzte Schritt dieser Arbeit ist der praktische Teil: Anhand von einem Blockbuster und einem Arthouse-Film wird untersucht, mit welchen Marketinginstrumenten gearbeitet wurde. Im Fazit werden alle gesammelten Ergebnisse und Informationen zusammengefasst und die Wichtigkeit des Marketings für deutsche Kinospielfilme festgestellt.
Outline:
Einführung
Übersicht Filmmarketing
Marketing Mix: Instrumente der Filmvermarktung
Produktpolitik
Distributionspolitik
Preispolitik
Kommunikationspolitik
Zielgruppenidentifikation und Positionierung
Der Trailer
Praxisbeispiel anhand von zwei Filmen
Der Schuh des Manitu
Halbe Treppe
Fazit
Textauszug Um den Erfolg eines Kinospielfilms zu messen und festzumachen, sind drei Erfolgskomponenten zu beachten: der wirtschaftliche Erfolg, der Publikumserfolg, und der künstlerische Erfolg.
Von wirtschaftlichem Erfolg kann gesprochen werden, wenn die Kinoauswertung zumindest kostendeckend verläuft, oder darüber hinaus Gewinne erzielt werden, ebenso wenn erst durch die Folgeauswertung eine Kostendeckung oder Gewinnerzielung stattfindet.
Im Gegensatz zum wirtschaftlichen Erfolg ist der Publikumserfolg völlig losgelöst von ökonomischen Kriterien. Dieser misst sich an hohen, so nicht erwarteten Besucherzahlen, so ist es der Fall, wenn die durchschnittlichen Besucherzahlen für einen Film dieses Genres überstiegen werden.
Den Abschluss dieses Dreigestirns bildet der künstlerische Erfolg: Von diesem ist zu sprechen, wenn der Film auf Festivals gezeigt wird, oder sogar gewinnt, aber auch wenn er positive Kritiken in anerkannten Medien erhält, oder als kultur-, oder zeitgeschichtlich wertvoll eingestuft wird. Da die genannten Erfolgsfaktoren jedoch, nicht einander bedingen, so auch getrennt voneinander eintreten können, soll das Hauptaugenmerk in der vorliegenden Arbeit auf der ökonomischen Erfolgskomponente liegen, wobei der künstlerische Erfolg und der Publikumserfolg eine eher untergeordnete Rolle spielen.
Im Kulturbereich steht das absatzorientierte Marketing im Mittelpunkt. Ziel sämtlicher Maßnahmen ist es, durch den Verkauf von Eintrittskarten, DVDs oder Copyrights am Markt zu überleben.
Dieses Referat verfolgt das Ziel, die Signifikanz und den vielfältigen didaktisch-kognitiven Ertrag zu betonen, den "Interkulturelles Lernen" für den Wissenserwerb der Schüler mit sich bringt.
Inhaltsangabe „Anschlag auf Aussiedlerheim!“ Diese oder ähnliche Schlagzeilen kann man den Medien fast täglich entnehmen. In letzter Zeit ist eine zunehmende Gewaltbereitschaft gegenüber ausländischen Mitbürgern festzustellen. Die Gründe für die aggressiven Überfälle und Ausschreitungen können nicht genau festgelegt werden, doch läßt sich bei der deutschen Bevölkerung häufig eine Angst gegenüber Fremden, Unbekannten und vor einer Überfremdung Deutschlands erkennen.
Es kann wohl nicht abgestritten werden, daß für die Politik hier ein wichtiges Betätigungsfeld entstanden und Handlungsbedarf vorhanden ist, die dadurch in der Gesellschaft bestehenden Probleme zu lösen. Durch die Tatsache, daß sich die Bundesrepublik Deutschland immer mehr zu einer multikulturellen Gesellschaft entwickelt, hat sich auch für die Pädagogik ein neuer Aufgabenbereich herausgebildet. Es muß also geprüft werden, welche Rolle der Pädagogik zukommt und welche Umsetzungsmöglichkeiten sich ergeben. Der Schule kommt hierbei eine wichtige Aufgabe zu, denn gerade dort treffen Kinder aus den verschiedenen Nationen mit unterschiedlichen kulturellen Voraussetzungen täglich aufeinander und rein nationale Klassen sind heute inzwischen eher die Ausnahme. Neben den deutschen Kindern sitzen deutsche Aussiedler aus Rumänien oder der Ukraine, Spanier, Griechen, Türken und Italiener. Aus diesem Grund haben die Lehrerinnen und Lehrer vor allem in den Grund- und Hauptschulen die Aufgabe, diese neue Situation zu akzeptieren und mit pädagogisch, erzieherisch und didaktisch sinnvollen Konzepten zu reagieren.
1. Vorbemerkung
2. Begriffsklärung
3. Entwicklung interkultureller Pädagogik
4. Historische Herausforderung einer interkulturellen Erziehung BRD als Einwanderungsland - Aktuelle Situation
5. Begründung Interkultureller Erziehung
6. Zielsetzungen Interkultureller Erziehung
7. Die Rolle des Lehrers im Interkulturellen Unterricht
8. Realisierungsmöglichkeiten zur Verwirklichung der Interkulturellen Erziehung
9. Unterrichtsbeispiele
10. Probleme und Grenzen Interkulturellen Unterrichts
11. Schlussbemerkung
Textauszug Nach MOSER charakterisiert multikulturell „[...] zunächst einen Zustand einer Gesellschaft, in der Menschen unterschiedlicher nationaler Herkunft mit verschiedenen Kulturen unter einem nationalen Dach leben. Diese demographische Entwicklung zeichnete sich seit dem Ende der 50er Jahre bei uns ab.“
Multikulturell bezeichnet nach WIATER die Tatsache, daß in einer Gesellschaft oder einer Gruppe verschiedene unterschiedliche Kulturen zusammenleben. Mit multikulturell läßt sich also der Zustand der Bundesrepublik beschreiben, denn dort leben die Angehörigen verschiedener Kulturräume in Frieden nebeneinander. Für die Schule bedeutet multikulturell, daß die Schülerinnen und Schüler gemeinsam unterrichtet werden und nebeneinander lernen.
FRANKE beschreibt multikulturell folgendermaßen: „[...] Multikulturell – das schließt Vermischung aus, denn es bedeutet: nebeneinander leben; hier ist Kultur als statisch anzusehen.“
Inhaltsangabe In dieser Arbeit geht es um die Strategie der Markenerweiterung und um die Frage, ob ein solches Vorgehen immer gut und notwendig ist. Warnende Hinweise waren schon 1986 bei Jack Trout und Al Ries zu finden. Sie sprachen von Line Extension als Marketingkrankheit. Doch wie sieht heute die Wirklichkeit aus? Können Line Extension erfolgreich sein und wenn ja, was sind die Faktoren ihres Erfolges? Den Erklärungsansätzen dieser Fragestellungen wendet sich Kap. 2.3 zu, nachdem vorerst Kap. 2.2 genauer auf die Ursachen zur Entstehung solcher Line Extension eingeht. Kap. 3.1 leitet den Praxisteil dieser Hausarbeit mit einem kurzen Überblick über den deutschen Körperpflegemarkt ein. Mit Hilfe eines Best-Practice Beispiels der Marke NIVEA hebt dann Kap. 3.2 Wege und Umsetzung einer erfolgreichen Produktlinienerweiterung hervor und analysiert.
Im Anschluss werden in Kap. 4 die Ergebnisse der Arbeit „Line Extension am Beispiel des Körperpflegemarktes“ ausgewertet und der Themenkomplexes abgeschlossen.
Outline
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Einleitung
Konzeptionelle Grundlagen zur Begründung von Line Extension
Definition und Abgrenzung der Markenerweiterungsbegriffe
Line Extension als markenstrategisches Instrument
Chancen und Risiken von Line Extensions
Überprüfung des Line Extension Potenzials
Line Extensions im Körperpflegemarkt
Der Körperpflegemarkt in Deutschland Der Körperpflegemarkt – ein Überblick
TOP-Marken und deren Entwicklung
Best Practice am Beispiel von NIVEA
Beiersdorf und die Marke NIVEA
Systematischer Markentransfer
Herausforderungen bei der Verfolgung einer Dachmarkenstrategie
Konkurrenzausgrenzung durch Besetzung wichtiger Teilmärkte
Fragestellungen bei der Einführung von Line Extension
Zwischenfazit
Schlussbemerkung
Anhang III
Literaturverzeichnis III
Versicherung der selbstständigen Arbeit III
Textauszug Unter einer Line Extension (LE) versteht man eine Ausweitung des Angebotes in derselben, angestammten Produktkategorie oder Branche durch neue bzw. differenzierte Produktangebote. Bei diesem Managementprozess wird die Identität einer etablierten Marke für neue Produkte durch die Verwendung eines gemeinsamen Markenkonzeptes für das ‚Stamm- und das Erweiterungsprodukt‘ mit dem Ziel einer Übertragung positiver Imagebestandteile bei den Nachfragern verwendet.
Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal zwischen einer Produktlinienerweiterung und einer geläufigeren Markenerweiterung ist damit die Nähe des neuen Markts zum Kernmarkt der Stammmarke. Sind beide Märkte identisch, spricht man von Line Extensions, sind die Märkte unterschiedlich, spricht man von einer Category Extension oder Markentransferstrategie. Ausgangspunkt für beide Ansätze ist jedoch eine bereits bestehende Marke, die gedehnt wird, um ein neues Produktfeld zu erobern oder ein neues Produkt auf den Markt zu bringen.
Eine Line Extension, wird vor allem in der Lebensmittelindustrie sowie im Körperpflegemarkt vorgefunden und bezeichnet dabei die Erweiterung eines Markenproduktes um neue Varietäten (bspw. bebe Körperlotion für ‚trockene‘, ‚sensible‘ und ‚normale‘ Haut). Ferner zählen zu LE Markenartikel, die in unterschiedlichen Verpackungsformaten und Verpackungsgrößen angeboten werden. Ebenfalls sind zu den Line Extension auch Produkte hinzuzuzählen, die zwar einen neuen Markt definieren, jedoch mit dem Ursprungsmarkt eine enge Verbindung aufweisen, wie bspw. NIVEA Deo und NIVEA Hair Care.
Die Kontroverse um den Status des Schreins hängt unmittelbar mit der Frage zusammen, der im Rahmen dieser Arbeit nachgegangen werden soll: Stellt der Shintô und damit auch der aus ihm abgeleitete Kaiserkult des Staatsshintô überhaupt eine Religion dar?
Inhaltsangabe Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts widmete man sich in der abendländischen Wissenschaftsliteratur dem Shintô als Volksglauben der Japaner. Der japanische Volksmoralist Inoue Tetsujirô, auf den der Autor im Laufe seiner Abhandlungen noch näher eingehen wird, befasste sich bereits 1897 mit der philosophischen Ideengeschichte Japans und sah den Shintô als nicht vergleichbar mit westlichen Vorstellungen von Religion. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts trieb japanische Gelehrte vor allem die Frage nach der Beziehung von Tennô und Volk um; in diesem Zusammenhang setzte sich insbesondere Ichikawa Daiji mit dem Begriff der japanischen Nation auseinander. In der Zeit des Nationalsozialismus während der dreißiger und vierziger Jahre in Deutschland verengte sich der Blick der Japanforschung überwiegend auf die Untersuchung des „Shintoismus als Quelle des japanischen Volkscharakters und Nationalgeistes“, wie es Kurt Meissner 1939 beschrieb. Der Amerikaner D.C. Holtom brachte in den dreißiger und sechziger Jahren umfangreiche Studien zu den Interdependenzen von Nationalismus und Shintô heraus, auf denen auch die hier vorliegende Arbeit basiert. Erst in der Nachkriegszeit erschienen darüber hinaus Arbeiten, die sich stärker sozialwissenschaftlich bzw. religionssoziologisch mit dem Shintô und seiner Rolle im japanischen Ultranationalismus auseinandersetzten. Weiterhin stützt sich die vorliegende Arbeit maßgeblich auf die Veröffentlichungen von Helen Hardacre und Klaus Antoni, die in den achtziger und neunziger Jahren dem Staatsshintô ausführliche Studien widmeten sowie auf Ernst Lokowandts Schrift über die rechtliche Entwicklung des Staatsshintô während der Meiji-Zeit. Bei der Analyse der oben genannten Fragestellung bedient sich das hier vorliegende Werk einem soziologischen Koordinatensystem, das sich wesentlich nach den Ideen von Max Weber und Emile Durkheim richtet.
Outline:
Einleitung
Die Politische Theologie und der Yasukuni-Schrein
Die Politische Theologie des Carl Schmitt
Die Geschichte des Yasukuni-Schreins
Vom Verhältnis zwischen Shintô und StaatsshintôDie Meiji-Zeit und die Etablierung des Kaiserkultes
Die Trennung von Shintô und Buddhismus
Die ideologische Aufbereitung nationaler Mythen
Die Shinkoku-Ideologie
Die Ideologie vom Familienstaat und die Essenz nationalen Wesens
Fazit
Anhang
Literaturverzeichnis
Textauszug ''Um die Entwicklung des japanischen Ultranationalismus seit der Öffnung des Landes in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und sein ideologisches Grundgerüst hinreichend verstehen zu können, ist die Zuhilfenahme einer politischen Theorie über die Entstehung und Legitimation von Souveränität, die in ihrer Beschreibung auf das japanischen Herrschaftssystems der damaligen Zeit anwendbar ist, unerlässlich. Der deutsche Staatsrechtler Carl Schmitt veröffentlichte im Jahre 1922 seine Studie zur Politischen Theologie, in der er die Staatslehre in unmittelbare Beziehung zur Theologie setzte. „Alle prägnanten Begriffe der modernen Staatslehre sind säkularisierte theologische Begriffe. Nicht nur ihrer historischen Entwicklung nach, weil sie aus der Theologie auf die Staatslehre übertragen wurden, […] sondern auch in ihrer systematischen Struktur, deren Erkenntnis notwendig ist für eine soziologische Betrachtung dieser Begriffe“ (Schmitt 2004:43) Für Schmitt war die religiös begründete Herrschaft eines starken Führers der bürgerlichen parlamentarischen Demokratie überlegen, da gemäß seiner Auffassung eine Präsidialdiktatur am ehesten den Volkswillen repräsentiere. Als Bewunderer des italienischen Faschismus, rechtfertigte Schmitt in seinen Werken nach 1933 kritiklos auch den aufkeimenden Nationalsozialismus in Deutschland und das Führerprinzip. „Dass der Faschismus auf Wahlen verzichtet […], ist nicht etwa undemokratisch, sondern antiliberal und entspringt der richtigen Erkenntnis, daß die heutigen Methoden geheimer Einzelwahl alles Staatliche und Politische durch eine völlige Privatisierung gefährden, das Volk als Einheit ganz aus der Öffentlichkeit verdrängen […] und die staatliche Willensbildung zu einer Summierung geheimer und privater Einzelwillen, das heißt in Wahrheit unkontrollierbarer Massenwünsche […] herabwürdigen. Gegen ihre desintegrierende Wirkung kann man sich nur schützen, wenn man […] eine Rechtspflicht des einzelnen Staatsbürgers konstruierte, bei der geheimen Stimmabgabe nicht sein privates Interesse, sondern das Wohl des Ganzen im Auge zu haben – angesichts der Wirklichkeit des sozialen und politischen Lebens ein schwacher und sehr problematischer Schutz. Jene Gleichsetzung von Demokratie und geheimer Einzelwahl aber ist Liberalismus des 19. Jahrhunderts und nicht Demokratie“ (Schmitt 1994:126). Schmitts Äußerungen weisen ihn als Anhänger der organischen Staatstheorie aus, die durch den Berliner Verfassungsrechtler Otto von Gierke bereits Einfluss auf die japanische Verfassungsrealität genommen hatte. „Die Organismus-Theorie war vorzüglich dazu geeignet, sowohl die besondere Stellung des Kaisers, als auch seinen Herrschaftsanspruch zu untermauern. Der Vergleich Kaiser = Kopf, Gehirn des Staats-Organ-ismus erklärte die einmalige, vom Volke wesensmäßig unterschiedene Position des Kaisers und wies ihm die Leitung des Staats-Körpers als natürliche Aufgabe zu“ (Lokowandt 1978:51). Obwohl Carl Schmitt seine Ausführungen zur Politischen Theologie nie auf das System der japanischen Tennô-Herrschaft nach 1868 bezog, ist seine faschistische Systemtheorie dennoch auf Japans Kaiserkult anwendbar, da sie die Entlehnung theologischer Begriffe zur Legitimation traditionaler Herrschaftsformen, so wie im Staatsshintô geschehen, erfasst. In den folgenden Ausführungen wird dem theokratischen Herrschaftssystem Japans und dem Yasukuni-Schrein als dessen Sinnbild, stets die Schmitt’sche Definition von Politscher Theologie zugrunde gelegt.''
Tags: Japan, Politik, Meiji-Zeit, Kaiserkult, Shintô und Buddhismus