Pränatale Untersuchungen im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge sind heute kaum noch aus der Gesellschaft wegzudenken. Die Entwicklung neuer medizinischer Verfahren geht mit einer vermehrten Anwendung pränataldiagnostischer Maßnahmen einher.
Diplomarbeit Nr. 195 |
32,846 Wörter (
ca. 82.1 Seiten ) |
79 Quellen |
2010
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Inhaltsangabe
Die pränatale Diagnostik hat sich in den letzten Jahren zu einem Instrument entwickelt, das nicht mehr nur bei einigen wenigen eingesetzt wird, sondern bei nahezu jeder Schwangerschaft. Die Zahl der Erkrankungen, die sich mit Hilfe sonographischer (Ultraschall), biochemischer und genetischer Untersuchungen feststellen lassen, wächst von Jahr zu Jahr. Mit ihr wächst jedoch auch die Kritik an der pränatalen Diagnostik, da es oft an entsprechenden therapeutischen Möglichkeiten fehlt. Somit muss die Frage, mit welcher Intention pränataldiagnostische Untersuchungen durchgeführt werden diskutiert werden. In Bezug auf die Diskussion um das Lebensrecht von Menschen mit Behinderungen sprechen Kritiker immer häufiger von einer „Perfektionierung“ der Schwangerschaft, sie befürchten das Entstehen eines „Automatismus“ aus Diagnostik und anschließendem Schwangerschaftsabbruch. Dass genetisch kranke Kinder heutzutage vermeidbar sind, ist eine weit verbreitete Meinung in der Gesellschaft. Vor allem Frauen, die sich um das Gelingen der Schwangerschaft sorgen, sind der medizinischen und gesellschaftlichen Einflussnahme in erhöhtem Maße ausgesetzt. Inwieweit ist die Möglichkeit der Selbstbestimmung, die weibliche Autonomie unter dem Druck und der gesellschaftlichen „Verpflichtung“, gesunde Kinder zu bekommen, überhaupt noch gegeben?
Textauszug
Viele Kritiker weisen das Potentialitätsargument als unplausibel zurück. Das populärste Gegenargument gibt zu bedenken, dass es grundsätzlich nicht einzusehen sei, warum Potentialität moralisch relevant sein soll, da schließlich ein potentieller Olympiasieger auch nicht bereits als Olympiasieger gilt, Prinz Charles als potentieller König nicht bereits die Rechte eines Königs in Anspruch nehmen könne und ein potentieller Mörder nicht schon hinter Gitter gehalten werde. Wie an diesen Beispielen zu sehen, werden potentielle und aktuelle Eigenschaften und Zustände in der Regel also keineswegs gleichgesetzt. Düwell wendet gegen das Prinz-Charles-Argument berechtigterweise ein, dass Prinz Charles dennoch einen anderen Status hat als z.B. ein Londoner Taxifahrer, was auf das Thema bezogen bedeute, dass potentielle Personen zwar nicht den gleichen Status wie Personen haben, aber gleichwohl bleibe festzustellen, sie haben einen moralischen Status. Sass unterscheidet dagegen zwischen der aktiven Potentialität z.B. schlafender Menschen und der passiven Potentialität, zu deren Realisierung noch etwas Zusätzliches hinzutreten muss. So haben alle Menschen die passive Potentialität, z.B. Bundeskanzler zu werden, doch werden daraus keinerlei Rechte für den Einzelnen abgeleitet.
Zudem wird gegen das Potentialitätsargument der Einwand hervorgebracht, dass man dann ja auch Gameten und möglicherweise sogar allen menschlichen Körperzellen Würde zusprechen müsste, da sie ebenso die Potentialität besitzen, unter geeigneten Bedingungen zu Embryonen und später zu Menschen heranzureifen. „Da aber niemand ernsthaft auf die Idee käme, für Ei- und Samenzelle einen moralischen Schutzstatus zu fordern, wiewohl sie das gleiche Potential wie der Embryo hätten, tauge ein solches Potential offensichtlich nicht dazu, jenen Status zu begründen“, schreibt der Rechtsphilosoph Reinhard Merkel. Gegen das „Abgrenzungsproblem“, wie es Leist nennt, wäre einzuwenden, dass Keimzellen lediglich die Potentialität besitzen, zu einem Menschen zu werden, während Zygoten und Embryonen dem gegenüber die Potentialität haben, sich selbst zu entwickeln. Wie Breuer darlegt, sei dies eine radikale Verschiedenartigkeit des Potentials, worin seiner Ansicht nach auch begründet liege, dass nur dem Embryo bzw. der Zygote, nicht aber einzelnen anderen Zellen der Status einer Person zugesprochen werden muss. Steigleder verweist auf Buckles Vorschlag einer Differenzierung zwischen der Potenz (des Präembryos), etwas hervorzubringen, nämlich den eigentlichen Embryo, und der Potenz (des Embryos), etwas zu werden, nämlich ein handlungsfähiger Mensch. Wir können nicht sagen, dass wir einmal eine befruchtete Eizelle waren, sondern nur, dass es einmal befruchtete Eizellen gegeben hat, welche den Embryo hervorbrachten, der wir einmal waren. Somit gelte das Potentialitätsargument für menschliche Embryonen im strikten Sinne, nicht aber für Präembryonen, so Steigleder.
Tags:Schwangerschaft, Ultraschall, vorgeburtliche Diagnoseverfahren, Geburt, Medizin, Bioethik
Grundlagen der Musikproduktion sowie digitaler & analoger bzw. software- & hardwarebasierter Klangerzeuger und -former. Erörterung der Unterschiede der beiden Bereiche hinsichtlich Klang, Handhabung, und Potenzial.
Diplomarbeit Nr. 186 |
27,933 Wörter (
ca. 69.8 Seiten ) |
94 Quellen |
2010
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Inhaltsangabe
Die folgende Arbeit führt zunächst in musikrelevante Digitaltechnik ein und räumt mit dem in der Vergangenheit hartnäckigen Gerücht auf, dass Musik praktisch ohne menschliches Zutun „aus dem Computer kommen“ könnte. Die Kapitel 3 und 4 gehen auf den heute unumgänglichen Bereich der Plug-ins ein. Nach einer kurzen, allgemeinen Einführung in „die Sprache des Computers“, die Programmiersprachen, werden anhand von in der spezifischen Sprache Csound geschriebenen Code-Beispielen grundlegende Arbeitsweisen von Plug-ins samt Software-Beispielen für bestimmte Aufgabenbereiche in fünf Themengebieten erläutert. Zum einen programmierte analoge Klangsynthese und -bearbeitung. Darunter befinden sich virtuelle, klangformende Geräte sowie Synthese-Formen wie Amplitudenmodulation, Resynthese, Additive Synthese und Subtraktive Synthese. Zum anderen wird programmierte digitale Klangsynthese und -bearbeitung besprochen, wie beispielsweise im Bereich der Frequenzmodulation, Wavetable Synthese und Granular Synthese. Den dritten Bereich stellen Geschichte, Techniken und softwarebasierte Umsetzung des Samplings dar. Kapitel 4.5 und 4.6 gehen auf per Physical Modeling simulierte Instrumente und per Impulsantwort und Faltung eingefangene Systeme ein. Im fünften Kapitel stehen MIDI und VST im Vordergrund.
Beide Schnittstellen haben einen wesentlichen Anteil an der Revolution in der Musikproduktion durch softwarebasierte Studiotechnik. Nach einem generellen Abschnitt über Sequencer folgen mit Kapitel 7 Ausführungen, die die Praxis im virtuellen Musikstudio betreffen. Es wird versucht, den Klangunterschied zwischen Hardware6 Geräten und Software-Plug-ins zu erklären, zu werten und seine Relevanz in Frage zu stellen. Unter der Überschrift „Handling und Kreativität“ werden erst durch moderne Digitaltechnik ermöglichte Herangehensweisen an die Musikproduktion sowie die damit verbundenen Gefahren behandelt. Die in Zukunft auch im virtuellen Studio voraussichtlich verstärkt auftretende Verschmelzung von Soft- und Hardware soll anhand ausgewählter Beispiele näher gebracht werden. Kapitel 7.3 behandelt wesentliche Unterschiede zwischen Hardware und Plug-ins hinsichtlich Preis, Bühneneinsatz und Homerecording. Zum Abschluss soll abgeklärt werden, ob für den seit vielen Jahren tobenden Kampf „Analog gegen Digital“ beziehungsweise „Hardware gegen Plug-ins“ ein Ende absehbar ist.
Inhaltsangabe
1. Einleitung
2. Digitale Grundlagen
2.1 Technik
2.2 Nomenklatur
2.3 Geschichte
2.4 Der Computer komponiert
3. Was ist ein Plug-in?
4. Wie arbeiten Plug-ins?
4.1 Die Sprache des Computers
4.2 Programmierte analoge Klangsynthese und -bearbeitung
4.2.1 Additive Synthese
4.2.2 Subtraktive Synthese
4.2.3 Sonstige Synthese-Formen
4.2.4 Analoge Klangbearbeitung
4.3 Programmierte digitale Klangsynthese und -bearbeitung
4.3.1 Frequenz Modulation
4.3.2 Wavetable Synthese
4.3.3 Granular Synthese
4.3.4 Digitale Klangbearbeitung
4.4 Sampling
4.4.1 Synthese
4.4.2 Geschichte
4.4.3 Sampler
4.4.4 Sampling Techniken
4.4.5 Sampling Software
4.4.6 Gesampelte Instrumente als Plug-in
4.5 Physical Modeling
4.6 Impulsantwort und Faltung
5. Formate und Schnittstellen
5.1 MIDI
5.1.1 Geschichte
5.1.2 Technik
5.1.3 Einsatz
5.1.4 Alternativen
5.2 VST
5.2.1 Geschichte
5.2.2 Alternativen
6. Sequencer
6.1 Hardware
6.2 Software
7. Praxis
7.1 Klang
7.1.1 Erweiterte Möglichkeiten durch fortgeschrittene Technik
7.1.2 Sättigung und Lautheit
7.1.3 Klangunterschiede
7.1.4 Plug-ins und Hardware in Symbiose
7.2 Handling und Kreativität
7.2.1 Fehlerkorrektur
7.2.2 Kreativität durch Beschränkung
7.2.3 Standardisierung
7.2.4 Presets
7.2.5 Haptik und Präzision
7.2.6 MIDI-Controller
7.2.7 Verschmelzung von Soft- und Hardware anhand ausgewählter Beispiele
7.2.8 Esoterik
7.2.9 Paradigmen
7.3 Verfügbarkeit und Einsatz
7.3.1 Preis
7.3.2 Bühne
7.3.3 Homerecording
8. Fazit und Ausblick
9. Quellenverzeichnis
9.1 Bibliographische Quellen
9.2 Internetquellen
9.3 Videoquellen
Textauszug
Ein großer Vorteil von per Physical Modeling hergestellten Klängen ist die relativ einfache, kontrollierbare und in Echtzeit während des Spiels einsetzbare Veränderbarkeit durch Eingriff in die in Vielzahl zur Verfügung stehenden, allerdings heikel zu behandelnden Parameter. Beim Variophon beispielsweise, einem elektronischen Blasinstrument, das per Impulsformungssynthese akustische Vorbilder simuliert, können maßgebliche Parameter durch den Blasdruck, der mithilfe eines Blaswandlers erfasst wird, vom Instrumentalisten auf relativ natürliche Art und Weise spontan reguliert werden (ENDERS, 1997, S. 342). Dadurch sind lebendigere Live-Performances möglich. Außerdem können per Physical Modeling ebenso Instrumente simuliert werden, die zwar grundsätzlich realen Vorbildern ähneln, jedoch besondere, möglicherweise experimentelle Eigenschaften besitzen: Sei es ein speziell geformter Resonanzkörper für ansonsten herkömmliche Saiten oder besonders kunstvoll geformte Blasinstrumente. Außerdem hält sich der für die Installation notwendige Speicherplatz gerade im Vergleich zu großen Sample-Bibliotheken in Grenzen.
(...)
Den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung stellt aber wieder ein Hardware-Gerät dar: das 2009 vorgestellte Roland V-Piano. Es handelt sich um ein Stage-Piano mit Physical Modeling Technologie. So können spezifische Eigenschaften von Saiten, Hämmern, Dämpfern, Resonanzboden und Rahmen in jener Form angepasst werden, wie sie in Klavieren in den vergangenen Jahrhunderten bis heute eingesetzt wurden. Aber auch physikalisch unmögliche Eigenschaften können virtuell verbaut werden (ROLAND, 2009). Eine detaillierte grafische Rückmeldung der Anpassungen und einfachere Dateneingabe ist per USB auch am Computer möglich, aber nicht zwingend notwendig. Ein solch flexibles und vielseitiges digitales Klavier könnte – gerade auf der Bühne im Vergleich zu herkömmlichen Geräten oder akustischen Vertretern – ungewohnte und unerwartete Einsatzgebiete erschließen.
Tags:Musikproduktion, Plugins, Digital, Analog, MIDI, Plug-in, Klangsynthese, Sampling, Physical Modeling, Faltung, VST, Sequencer, Sättigung, Lautheit, Kreativität, Homerecording
In dieser Arbeit befasst sich der Autor mit den in Tirol ansässigen türkischen Unternehmen. Insbesondere um die Integration der türkischen Ökonomie Tirols in die einheimische Wirtschaft.
Diplomarbeit Nr. 179 |
22,940 Wörter (
ca. 57.4 Seiten ) |
0 Quellen |
2007
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Inhaltsangabe
Mit der Diplomarbeit soll die wirtschaftliche Integration der türkischen Bevölkerung in Tirol untersucht werden. Die türkische Bevölkerung beinhaltet dabei sowohl türkische Staatsbürger, die in Tirol leben, als auch Österreicher, die in der Türkei geboren wurden und später die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten haben.
Durch eine Befragung von etwa 150 Unternehmen, die von Türken oder Österreichern, die in der Türkei geboren wurden, geleitet werden, soll herausgefunden werden, wie stark diese Unternehmen und die türkische Bevölkerung in die österreichische Volkswirtschaft integriert sind. Extremfälle sind einerseits, dass die türkische Gemeinde eine separate Volkswirtschaft (ethnische Ökonomie) in Österreich darstellt, und andererseits, dass sie sehr stark mit österreichischen Unternehmen und Arbeitnehmern verflochten ist und man nicht von einer eigenen Volkswirtschaft sprechen kann.
Durch Verknüpfung der Daten aus der Befragung mit den Daten aus der Volkszählung 2001 könnte auch untersucht werden, ob die Integration auch von anderen Faktoren abhängt.
Outline:
Einleitung
Migration
Unternehmertum bei türkischen Immigranten in Tirol
Verflechtung türkischer Unternehmer mit der österreichischen Wirtschaft
Schlussfolgerungen und Resümee
Literatur
Textauszug
Der Umgang mit Migration ist sowohl in Industrieländern als auch in armen Nationen eine große Herausforderung für die Wirtschaft und die Gesellschaft. In Einwanderungsländern wird oft argumentiert, dass die Einwanderer auf den Arbeitsmarkt drängen und dadurch entweder die Arbeitslosigkeit erhöhen oder die Löhne senken lassen. Zudem werden oft Vorbehalte gegenüber den Einwanderern wegen ihrer angeblich mangelnden Integrationswilligkeit und wegen der Belastung des Sozialsystems, die durch sie entsteht, geäußert. Demgegenüber herrscht auch in Einwanderungsländern die Meinung, dass Immigranten eine Bereicherung für die Gesellschaft und unverzichtbare zusätzliche Arbeitskräfte sind, in großen Teilen der Bevölkerung vor.
Während in Einwanderungsländern oft befürchtet wird, dass der Arbeitsmarkt mit billigen, unqualifizierten Arbeitskräften aus dem Ausland überschwemmt wird, herrscht in Auswanderungsländern eher die Sorge, dass hochqualifizierte Arbeitskräfte abwandern, weil sie in reichen Industrieländern bessere Jobchancen sehen, vor. Migration ist also ein sehr spannendes Thema, das sehr viele Menschen quer durch alle Einkommens- und Bildungsschichten beeinflusst bzw. beeinflussen kann.
Tags:Volkswirtschaft, Statistik, Migration, Integration
In dieser Arbweit wird die Sicht des Dopingmissbrauchs aus psychologischer Perspektive betrachtet. Die Schwierigkeit ist, die externen Faktoren des Missbrauchs auf die internen Informationsverarbeitsungsprozesse zu integrieren.
Diplomarbeit Nr. 85 |
9,750 Wörter (
ca. 24.4 Seiten ) |
36 Quellen |
2008
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Inhaltsangabe
Das Phänomen des Dopingmissbrauchs bei Athleten basiert auf unserem Sportsystem. Das System Hochleistungssport polarisiert den dualen Code von Sieg und Niederlage. Folglich haben die Sportler einen hohen psychischen Druck zu bewältigen. Die Tatsache, dass Dopingsubstanzen die sportliche Leistung erhöhen, beeinflusst die Entscheidung des Athleten, ob er Dopingmittel anwenden soll oder nicht. Aber es gibt auch noch weitere interne und externe Faktoren, welche den Entscheidungsprozess wesentlich beeinflussen. Die externen Faktoren sind die Wirkung und die Nebenwirkungen der Dopingsubstanzen, die Nebenwirkungen, die Kontrollverfahren der WADA, die Gefahr einer positiven Dopingkontrolle und dem Ausmaß der Konsequenzen, der Trainer und das Umfeld, Verletzungen und anderen Faktoren. Die internen Entscheidungsfaktoren sind die persönliche Biografie, die ethischen Werte, die Moral, die Bedeutung des sportlichen Erfolgs und das Wissen über Dopingrisiken. In weiterer Folge verarbeitet das kognitive System des Athleten die internen und externen Faktoren. Es ist nicht die alleinige Entscheidung des Athleten, weil es auch vom System des Hochleistungsleistungssports erzwungen wird. Letztendlich hat der Athlet drei Optionen: Er kann Dopingmittel einnehmen, darauf verzichten oder dem Leistungssport den Rücken kehren.
Einleitung
Beschreibung des wissenschaftlichen Problems
Wissenschaftliche Fragestellungen
Wissenschaftliche Vorgangsweise
Überblick über die Kapitel
Das Wesen des sportlichen Erfolgs
Der duale Code des Hochleistungsports
Werte und Normen im Sport
Ethik im Spitzensport
Die Bedeutung des sportlichen Erfolges
Doping im Spitzensport
Doping
Definition
Welt-Anti-Doping-Code
Anti Doping Bestimmungen
Dopingentscheidungen
Dopingmittel
Anabolika und ihre Wirkung
Peptidhormone und ihre Wirkung
Glukokortikoide und ihre Wirkung
Stimulanzien und ihre Wirkung
Nebenwirkungen von Doping
Dopingmissbrauch und Herzkreislaufsystem
Androgene Wirkung von Wachstumshormonen
Die Nebenwirkungen von Blutdoping
Die Nebenwirkungen von Stimulanzien
Soziale Nebenwirkungen
Gefährdung der persönlichen Gesundheit
Todesrisiko
Dopingkontrollverfahren
Die Dopingkontrollverfahren der WADA
Die Vorgehensweise der Dopingtäter bei Kontrollen
Betrug durch Doping - Wettkampfsperren bei Dopingtätern
Weitere Faktoren
Der Trainer
Sportverletzungen
Entscheidungsprozessmodelle zum Doping
Die Entscheidung des Athleten zum Doping
Der Prozess der Entscheidungsfindung
Deduktive und Induktive Schlussfolgerungen
Kognitive Entscheidungsprozesse
Dissonanztheorie
Eine Verhaltensorientierte Betrachtungsweise
Die Dopingspirale
Realitätsverzerrungen von Athleten
Schlussteil
Literaturverzeichnis
Tabellenverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Einverständniserklärung
Textauszug
''In der Literatur werden die Anabolika in Anabole Steroide, Prohormone sowie Beta-2-Mimetika unterteilt. (vgl. Kern, 2002, S. 43ff; Bergner, 2005, S 85ff)
Zu den anabolen Steroiden zählen nach Kern (2002, S. 43ff) Wirkstoffe wie Testosteron, Nandrolon, Stanzolol, Halotestin, Vebenolol und Oral Turinabol. Ihre Wirkung zeigt sich nach Bergner (2005, S.85) prinzipiell in der Förderung des Muskelaufbaus.
Die Prohormone werden nach Kern (2002, S. 59) im Körper teilweise zu anabolen Steroiden umgewandelt. Dazu zählen exemplarisch Substanzen wie Dehydroepiandrosteron (DHEA), Androstendion, Androstendiol, Norandrostendion und Norandrostendiol. Bergner (2005, S. 96ff) beschreibt, dass Prohormone „… in den USA und auch in einigen europäischen Ländern als Zusatz zu Nahrungsergänzungsmittel…“ erlaubt sind. Daher gilt diese Art des Dopings auch als besonders beliebt.
Als eine weitere Gruppe der Anabolika führt Kern (2002, S. 65ff) die Beta-2-Mimetika an, zu denen exemplarisch Clenbuterol, Salbutamol und Terbutalin zählen. Dabei handelt es sich um Substanzen, die zu einer Bronchiendilatation führen. Dies hat eine gestärkte Lypolyse und Proteinsynthese zur Folge. Vor allem Clenbuterol ist weit untersucht, da es sich um ein potenzielles Anabolikum handelt, welches auch als Rindermastmittel verwendet wird. Eine weitere Besonderheit der Beta-2-Mimetika ist, dass diese sowohl als Anabolika, als auch als Stimulanzien in der Dopingliste angeführt werden.''
Tags:Sport, Medikamentenmissbrauch, Drogen
In dieser Arbeit werden durch eine ausgeprägte Literaturrecherche die ikonographischen Veränderungen der Kriegsfotografie von den frühen Kriegen des 19. Jahrhunderts bis zu den postmodernen Kriegen der Gegenwart wiedergegeben.
Diplomarbeit Nr. 58 |
28,750 Wörter (
ca. 71.9 Seiten ) |
66 Quellen |
2007
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Inhaltsangabe
150 Jahre liegen zwischen den Anfängen der Kriegsfotografie im Krimkrieg von 1853 und der High-Tech Kriegsbildberichterstattung im Irakkrieg von 2003. Dennoch haben diese Kriege, wie auch alle zwischen ihnen liegenden, einen gemeinsamen Nenner: Sie alle versuchten, das Medium der Fotografie nicht für kulturelle, sondern vornehmlich für militärische und propagandistische Zwecke zu gebrauchen.
Die propagandistische Nutzung des Mediums Fotografie entlarvt nämlich auch dessen Schwäche: Zwar täuschen die fotografischen Abbildungen physischer Ereignisse Authentizität vor – ob die abgebildeten Ereignisse aber der Wirklichkeit entsprechen, lässt sich ihnen nicht entnehmen. In diesem Zusammenhang soll vor allem die Rolle der Bildlegende im Rezeptionskontext des Bildes näher untersucht werden.
Gerhard Paul vertritt die Ansicht, dass sich „sowohl der industrialisierte Krieg der Vergangenheit als auch der elektronische Krieg der Gegenwart letztlich der bildlichen Repräsentation entzieht“. Somit sind alle in der Kriegsbildberichterstattung gefertigten Bilder im Endeffekt nur Versuche, dem Krieg ein Gesicht zu verpassen – sei es ein humanisiertes, ästhetisiertes, entkörperlichtes oder entbrutalisiertes. Das prinzipiell antizivilisierte Ereignis Krieg sollte durch den Einsatz der visuellen Abbildung eine zivilisierte Form einnehmen – wenn auch nur in den Köpfen der Betrachter dieser Fotografien. Sie gaben ihm eine Ordnungsstruktur, die der Krieg per se nicht hat.
Neben dem offiziell vermittelten Bild des Krieges gelangte aber auch immer wieder sein inoffizielles, tabuisiertes Gesicht an die Öffentlichkeit. Von Kriegsgegnern aus eigenen Reihen oder als Propagandawaffe der gegnerischen Seite produziert, zeigten sie statt Militärparaden die zerstörten Schlachtfelder. Statt den Soldaten als Helden zu sehen, zeigten sie von Saldaten entstellte Kriegsopfer oder eine Leiche, statt Gewinn, war nur Verlust zu sehen.
Ein weiterer Aspekt, den diese Arbeit verfolgt, ist die Frage nach den Beweggründen für oder gegen die Darstellung von Leid, Tod und Gewalt in den Fotografien des Krieges. Warum wird Leiden in den Kriegsbildern dargestellt? Wie wird es rezipiert? Welche Rolle spielen die Massenmedien dabei?
Siegfried Kracauer beschäftigte sich bereits 1927 mit den Möglichkeiten der Fotografie und ihren Platz in den Massenmedien und stellte dabei kritisch fest, dass die künstlichen Bilder der Realität die eigentliche Realität ablösen würden. Ein weiterer Kritikpunkt an der Fotografie war, dass sie die Realität aus dem Zusammenhang bringen würde: „Die »Bildidee« vertreibt die Idee, das Schneegestöber der Photographien verrät die Gleichgültigkeit gegen das mit den Sachen Gemeinte.“
Jeder Krieg kreierte dabei eine eigene ikonographische Identität, einen ästhetischen Code, den der Mensch bis heute mit dem Wort Krieg assoziiert. Seien es die Grabenkämpfe aus den Fronten des Ersten Weltkriegs, die Bilder des von sowjetischen Soldaten eingenommenen Berliner Reichstags am Ende des Zweiten Weltkriegs, die Atombombenaufwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, das Bild des gefallenen Soldaten im Moment seines Todes aus dem spanischen Bürgerkrieg, die Straßenexekution eines Vietkonganhängers durch den Südvietnamesischen Polizeichef oder der Sturz der Saddam Statue in Bagdad – es sind allesamt Bilder, die die Rezeption des Krieges während und nach der Kampfhandlungen maßgeblich beeinflusst haben.
Das 19. Jahrhundert war das Zeitalter der industriellen Revolution, löste durch die Erfindung der Fotografie aber auch eine visuelle Revolution aus, die die Wahrnehmung der Menschen fundamental veränderte. Wurde die Fotografie im frühen 19. Jahrhundert wegen ihrer im Gegensatz zur Malerei maschinellen Bildproduktion noch als „Teufelskunst“ in Frage gestellt, trat ihr medialer Siegeszug dennoch innerhalb weniger Jahrzehnte ein. Was zuvor als Wirklichkeit wahrgenommen wurde, waren Dinge, derer sich der Mensch mit seinen eigene Augen vergegenwärtigen konnte. Durch die technisch erzeugten und beliebig reproduzierbaren Bilder, die die Fotografie fertigte, wurde die visuelle Welterfahrung nach außen hin, über den eigenen Lebenshorizont und dessen Wirklichkeit hinaus, ausgeweitet. Die Fotografie vermittelte dem Menschen die Illusion, Teilnehmer der darin abgebildeten Wirklichkeit zu sein, ohne sich dabei jedoch auf eine physische Empfindung stützen zu müssen. Die Kraft der Bilder, neue, authentisch erscheinende Realitäten zu kreieren, wurde auch von den politischen Machthabern erkannt und zum Zwecke der Kriegsdokumentation und Propaganda gebraucht. Während in den Kriegen des 19. Jahrhunderts, dem Krimkrieg und dem Amerikanischen Bürgerkrieg die Möglichkeiten der Fotografie (auch bedingt durch das frühe technische Entwicklungsstadium der Fotoapparate) nur vereinzelt voll ausgenutzt wurden, vollbrachten die frühen industrialisierten Kriege des 20. Jahrhunderts, der Erste und Zweite Weltkrieg, einen Quantensprung im Gebrauch der Fotografie zu den Zwecken der Kriegsführung. Die technischen Möglichkeiten wurden immer größer, womit auch die Möglichkeit der Bilder, eine modifizierte Realität zu kreieren, expliziter genutzt wurde. In den folgenden Kriegen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, dem spanischen Bürgerkrieg, dem Vietnamkrieg wie den Golfkriegen von 1991 und 2003 wurden die Techniken zur Bildpropaganda und der militärischen Kontrolle über die Bildhoheit im Krieg noch mehr erweitert und effektiver ausgeübt. Diese Arbeit soll durch die chronologische Behandlung der Kriege die Entwicklung der Kriegsfotografie u.a. geschichtlich nachvollziehbar machen.
Outline:
Vorwort
Erkenntnisinteresse
Theorie
Die Kriegsfotografie im 19. Jahrhundert
Der Krim-Krieg (1853-1856)
Der amerikanische Bürgerkrieg (1861-1865)
Fotografie im 1. Weltkrieg (1914 – 1918)
Der mediatisierte Krieg
Deutsche Kriegsfotografie
Alliierte Kriegsfotografie
Fotografie im Spanischen Bürgerkrieg (1936 – 1939)
Der erste Medienkrieg
Republikanische Kriegsfotografie
Franquistische Kriegsfotografie
Fotografie im Zweiten Weltkrieg (1939 – 1945)
Der moderne Propagandakrieg
Nationalsozialistische Kriegsfotografie
Alliierte Kriegsfotografie
Sowjetische Kriegsfotografie
Fotografie im Vietnam Krieg (1964 – 1973)
Der massenkulturelle Krieg
Amerikanische Kriegsfotografie
Nordvietnamesische Kriegsfotografie
Fotografie im Golf Krieg (1991)
Der postmoderne Krieg
Amerikanische Kriegsfotografie
Irakische Kriegsfotografie
Fotografie im Irak Krieg (2003)
Der präventive Krieg
Amerikanische Kriegsfotografie
Irakische Kriegsfotografie
Resümee
Wie verändert die Bildlegende den Rezeptionskontext eines Bildes?
Warum wird das Leiden in der Kriegsfotografie dargestellt?
Literaturverzeichnis
Textauszug
Im 19. Jahrhundert fand durch die ansteigende Industrialisierung, die Entwicklung der Fotografie und anderer technischer Innovationen auch eine Veränderung im Kriegswesen statt und leitete das Zeitalter der „modernen Kriege“ ein. Diese zeichnen sich vor allem durch ihren Einsatz von Massenheeren, industrialisierter und technisierter Kriegsführung mittels neuer mechanischer Waffen wie dem Maschinengewehr sowie moderner Kommunikationsmedien wie Telegrafie oder Fotografie aus.
Für die Rekrutierung von Massenheeren brauchte es ein Medium, dass das Volk in den Krieg mit einzubeziehen vermochte. Die Fotografie spielte in diesem Prozess schon von Anbeginn einen Hauptbestandteil in der medialen Kriegspropaganda. Im Gegensatz zur bisher üblichen Schlachtenmalerei nahm man von der Fotografie an, dass sie, im Gegensatz zur Malerei, den Krieg objektiv darzustellen vermochte, ein wirklichkeitsgetreues Bild des Krieges wiedergeben konnte und zugleich die zu rekrutierenden Rezipienten zu begeistern wusste. Aufgrund der technischen Grenzen der frühen Fotografie, vor allem durch die schweren und übergroßen ersten Fotoapparaten und der zweitaufwendigen Belichtungs- und Drucktechnik, eignete sie sich für eine militärisch-propagandistische Verwendung in den Kriegen des 19. Jahrhunderts jedoch nur bedingt: Der Fotograf war mit seinen Apparaturen schlichtweg zu langsam, um die Momentaufnahmen eines Gefechtes einzufangen. So ließen sich nur ruhende Handlungen festhalten, wie z.B. Waffen und Gerätschaften, die Lagerplätze der Soldaten, verlassene Gefechtsfelder, Dörfer und Straßen, Truppenversammlungen oder Portraits von Offizieren.
Dennoch wurden Krieg und Fotografie bereits in der Frühphase der Kriegsfotografie zu „kongruenten Betätigungen“ , die das Verhältnis des Menschen zu Krieg wie fotografischem Bild dauerhaft veränderten. Der Krieg wurde den Erzählungen und Malereien entrissen und „als Bild in die Lebenszusammenhänge der Menschen eingefügt“.
Als erster Krieg dieser Art ist der Krim-Krieg (1853-1856) zu nennen. Geführt von einer englisch-französisch-türkischen Koalition, die gegen die russischen Expansionsbestrebungen auf der Krim vorging, stellt er den Anfangspunkt der modernen, industrialisierten Kriegsführung da, der sich auch den Mitteln der Fotografie bemächtigte. Der Krim-Krieg war der erste Krieg des Industriezeitalters und durch seine Miteinbeziehung von Fotografen und Journalisten auch der erste Pressekrieg.
Während auf russischer Seite keine Ambitionen gezeigt wurden, den Krieg zu dokumentieren und medial zu verarbeiten, berichteten auf Seite der westlichen Koalition insgesamt 15 Photographen über den Feldzug für ihre Heimatländer, unter Anderem die Briten James Robertson und Roger Fenton sowie die Franzosen Jean-Baptiste-Hendri Durand-Brager sowie George Shaw Lefèvre.
Vor allem die Bilder Roger Fentons, die in ihrer Ästhetik den zeitgenössischen Geschmack der Briten und Franzosen widerspiegelte, formten in ihren Abbildungs- und Deutungsmuster den Stil der Kriegsfotografie bis in das 20. Jahrhundert und gingen als exemplarische Vertreter in die Geschichte der Kriegsfotografie ein.
Tags:Politik, Medien, Psychologie, Soziologie, Propaganda, Kriegspropaganda