Diese Dissertation beleuchtet die herausgestellte Position, die Satan in den «Fleurs du mal» Charles Baudelaires einnimmt.
Dissertation Nr. 166 |
3,820 Wörter (
ca. 9.6 Seiten ) |
1 Quelle |
2007
$ 11.95
Einzelheiten
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Inhaltsangabe
Charles Baudelaires «Fleurs du mal» (1857) zeichnen sich neben diversen anderen revolutionären Tendenzen durch einen unverhohlen praktizierten Satanismus aus. Bereits dem Eingangsgedicht «Au lecteur» sind einige Elemente zu entnehmen, die erahnen lassen, welch außergewöhnliche Rolle der Höllenfürst Baudelaires Verständnis zufolge einnehmen wird. So ist beispielsweise von «Satan Trismegiste» (V.9), einer Erhebung Satans in den Stand eines «savant chimiste» (V.12), die Rede, was vor dem Hintergrund antiker Esoterik-Strömungen zu analysieren ist. Überdies lässt es sich der Autor nicht nehmen, diesen Status durch die Formulierung «C’est le Diable qui tient les fils qui nous remuent!» (V.13) zu konsolidieren, welcher – gepaart mit dessen kundiger Alchimistentätigkeit (V.11 / 12: «Et le riche métal de notre volonté / Est tout vaporisé par ce savant chimiste») - ein unmissverständlicher Abgesang auf den freien Willen, welcher einen von Gott ausgesandten Beweis seiner Güte und Liebe gegenüber seiner Schöpfung repräsentiert, zugrunde liegt. Besagter freier Wille wird gewissermaßen subkutan durch «un peuple de Démons» (V.22) verheert, welche «dans nos cerveaux» (ebd.) ihr Unwesen treiben. Dies wirft die Fragen auf, inwieweit das kontinuierliche Hinabsteigen in die Hölle (V.15) einem freien Entschluss seitens des Menschen entspringt, in welchem Maß dieser Wunsch nach dem Abstieg Satans unvergleichlicher Überzeugungs- und Anziehungskraft unterliegt, und darüber hinaus womöglich einen von Natur aus vorliegenden Grundstock an Resignation, Ennui / Weltschmerz und Enttäuschung ob des Göttlichen bedient.
1. Hinführung
2. Satan als «savant chimiste»
3. Satan als verehrungswürdiges Gottes-Surrogat
4. Satan als dem Menschen Gleichgesinnter
5. Schlussbemerkung
Textauszug
In der Funktion eines „Gebieters über das Wissen“ – wie bereits im Eingangsgedicht angeklungen – macht Satan einem seiner zahlreichen Beinamen, „Lucifer“ nämlich, alle Ehre, zumal dieser nichts anderes als „Lichtbringer“ bedeutet. Er ist es also, der den Menschen mit dem Geschenk des prometheischen Funkens aus (geistiger) Umnachtung erlöst, und nicht länger in der Unergründlichkeit vagen Glaubens darben lässt. Um sich der alchimistischen Künste bewusst zu werden, die Satan in den Fleurs du mal attestiert werden, gilt es zunächst, die Figur des Hermes Trismegistos in Augenschein zu nehmen, dessen Name ja partiell geborgt worden ist, um Satan einen „Arbeitstitel“ zu verleihen.
Tags:Fleurs du mal, Alchemie, Weltschmerz