Der Autor hat sich in nachfolgender Arbeit mit dem Phänomen des Missionarsbarock der Jesuiten in Lateinamerika, sowie dessen Verschmelzung mit den indigenen Musiktraditionen der Guarani und Moxoindianer auseinandergesetzt.
2,210 Wörter (ca. 5.5 Seiten) |
7 Quellen |
2009
Inhaltsangabe:
In dieser Arbeit geht es um die Wiederentdeckung der Alten Musik und die Auseinandersetzung mit deren Aufführungspraxis im 20. Jahrhundert sowie das wiedererlangte Selbstbewusstsein der lateinamerikanischen Bevölkerung und deren Suche nach ihren Wurzeln legten den Grundstein zu der Idee, tausende Notenbeispiele, die in Klosterarchiven in Paraguay und Bolivien schlummern, zu edieren und aufzuführen. Das besondere Interesse gilt der Arbeit des polnischen Stylermissionars und Musikwissenschafters Pietro Nawrot, welcher sich seit vielen Jahren der musikalischen Erschließung von Jesuitenreduktionen in Paraguay und Bolivien widmet.
Outline:
Vorwort
Die Jesuiten in Lateinamerika
Der Missionsbarock
Literatur und CDs
Aus der Arbeit:
''Die Gesellschaft der Jesuiten wurde von dem baskischen Adeligen Ignatius von Loyola (1491 bis 1556) 1534 gegründet. Der neugegründete Orden hatte in Europa einen bedeutenden Einfluss an der Gegenreformation und übte eine rege Tätigkeit vor allem im Bereich der Predigt und Seelsorge aus. Der Orden ist straff organisiert und durch strikten Gehorsam gegenüber dem Papst geprägt. .Die Ausbildung des Nachwuchses ist umfassend und kann bis zu zwanzig Jahre dauern. Neben dem Schwerpunkt der Bildung der Jugend engagierten sich die Mitglieder in der barocken Kunst, vor allem der Baukunst und des Theaters. Ein weiteres Arbeitsgebiet der Jesuiten war die Missionierung von China, Indien und Amerika. In Lateinamerika gründeten sie um 1600 die sogenannten Jesuitenreduktionen (reducciones - von reducir "zusammenschließen"). Die nichtsesshaften Indianer wurden in größeren Siedlungen zusammengeschlossen um sie zu zum christlichen Glauben und sie vor Übergriffen der Eroberer zu schützen. Im 17. und 18. Jahrhundert gründete der Orden ca. 70 solcher Siedlungen. Die Jesuitenreduktionen waren autonom und selbstverwaltet und entwickelten sich zu einem wichtigen politischen und wirtschaftlichen Faktor im kolonialen Lateinamerika.
Es entstand eine Symbiose von Indiostämmen mit der europäischen Ordensgemeinschaft, die traditionellen Lebensformen der indigenen Einwohner wurden mit den Lebensidealen der europäischen Kloster vermischt.''
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