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Kylonischer Frevel


Nr. 89
Kylonischer Frevel
Kylon, einer der ersten historisch fassbaren Persönlichkeiten des alten Athen. Er war adeliger Herkunft und Sieger bei den Olympischen Spielen. Um das Jahr 632 v. Chr. versuchte er in Athen, seine Popularität zu einem Staatsstreich auszunutzen.
2,490 Wörter (ca. 6.2 Seiten) | 13 Quellen | 2009


Inhaltsangabe:

In dieser Arbeit geht es um Kylon, einem Olympiasieger, dem zugute kam, dass er mächtige Verbündete besaß und deshalb versuchte, die Macht Athens an sich zu reißen. Sein Schwiegervater war der Tyrann Theagenes von Megara. Auch das Orakel von Delphi soll ihm geraten haben, die Macht in Athen während der Feiern des Zeus an sich zu reißen, womit wohl die Olympischen Spiele gemeint waren. Allerdings stieß Kylon bei seiner Aktion in Athen auf heftigen Widerstand, sodass er sich mit seinen Leuten in den Athene-Tempel auf der Akropolis zurückziehen musste. Plutarch und Thukydides berichten, dass Kylon daraufhin von den Archonten angeboten worden sei, dass man ihm das Leben lassen würde, wenn er den Tempel verlassen und sich einem Prozess stellen würde. Allerdings kam es anders und diese wird in vom Autor sehr anschaulich dargstellt.

Aus der Arbeit:

Kylon war von adeliger Herkunft aus dem Geschlecht der Eupatriden und trug als Teilnehmer an den Olympischen Spielen den Sieg im doppelten Stadionlauf (Diaulos) davon, angeblich war er der schönste Mann seiner Zeit. Möglicherweise war die Teilnahme und der Sieg bei den Olympischen Spielen die Voraussetzung für die Bekanntschaft Kylons mit den mächtigen Tyrannen Griechenlands, was den Olympioniken wiederum zu seinem Vorhaben in Athen gewaltsam eine Tyrannis zu installieren inspirierte. Um das Jahr 632 v. Chr., die genaue Datierung ist umstritten, versuchte er im Archontat des Alkmeoniden Megakles, seine Popularität dazu auszunutzen um in einem Staatsstreich in Athen die Macht zu ergreifen.
Megakles entstammte dem Geschlecht der Alkmeoniden, einem angesehenem Adelsgeschlecht, welches seinen Ursprung von Alkmeon, einem Urenkel des Nestor ableitet und sich durch hohe politische Einflussnahme, Reichtum und Gegnerschaft zur Tyrannis definiert.
Gemeinsam mit der Hetärie, ein Freundschaftsverband von Adeligen, dessen Mitglieder sich durch Eide verpflichteten, führte er seinen Plan mit dieser kleinen „Privatarmee“ aus. Während Thukydides von „Freunden“ spricht, orientiert sich Herodot an der Terminologie seiner Zeit und nennt die Adelsvereinigung als politisches Instrument. Dabei stützte er sich außerdem auf die Verbindung zum Tyrannen Theagenes von Megara, mit dessen Tochter er verheiratet war. Weiters soll ihm das Orakel zu Delphi geraten haben, die Macht in Athen während der Feiern des Zeus an sich zu reißen. Ob mit dem Spruch der Pythia, der Priesterin im Orakel die Olympischen Spiele gemeint waren, bzw. von Kylon gedeutet wurden, ist ebenfalls unklar. Es gelang dem Olympioniken aber nicht die Unterstützung des Volkes zu erlangen, er stieß bei seiner Aktion in Athen auf heftigen Widerstand, sodass er sich mit seinen Leuten in den Athene Tempel auf der Akropolis flüchten musste.
Die Ursache, dass der Alkmeonide Megakles im Demos eine breite Unterstützung gegen Kylon fand, lag möglicherweise in der ungewünschten Verbindung Kylons mit Megara, da in dieser Zeit heftige Auseinandersetzungen zwischen Athen und Megara um die umkämpfte Insel Salamis stattfanden. Auch scheiterte der Staatsstreich daran, dass die Bauern von Attika treu dem Ruf des Adels folgten, der Wunsch nach einer Tyrannis wurde nicht laut, weil die politischen und wirtschaftlichen Bedingungen dafür in Athen noch nicht gegeben waren.

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