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Essstörungen

Nr. 106
Was ist der Grund, was sind die Ursachen und Auslöser? Gesellschaftlicher Einfluss, Perfektionismus, Schönheit, Macht und Anerkennung beherrschen und dirigieren unser Leben. Der reale Alltag tendiert immer mehr zu einer Scheinwelt.
5,214 Wörter (ca. 13 Seiten) | 12 Quellen | 2009
Published on: 12.06.2009

Inhaltsangabe:

In dieser Arbeit geht es um Formen der Essstörung.
Essstörungen sind keine Modeerscheinungen mehr, sondern zählen zu ernsthaften Erkrankungen und werden gerade in unserer heutigen Wohlstandsgesellschaft für viele zum Verhängnis. Aus Zufriedenheit, Wohlbefinden und Lebenslust entwickeln sich allmählich Stress, Unbehagen und Selbstkritik, was zu fatalen Folgen führen kann.
Der Fluchtweg in eine Essstörung ist von hier nicht weit entfernt. Allerdings verhilft diese nicht zur Bewältigung der Probleme, sondern stellt ein weiteres Problem dar. Zusätzlich gibt es noch unzählige, weitere Hilfsmittel zur individuellen Befriedigung und Seligkeit, sei es in Form von Diäten, Nahrungsergänzungsmitteln oder auch exzessiver, körperlicher Verausgabung.
Der klar erkennbare Wandel zu einem schlanken und makellosen Körper und dessen unmittelbare Gleichsetzung mit Schönheit und Perfektionismus stehen im Vordergrund, unabhängig von Alter, Geschlecht oder sozialem Umfeld.
Leistungsdruck, Konkurrenzdenken und das Streben nach zwanghafter Anerkennung führen in nahezu allen Gesellschaftsschichten heutzutage fast automatisch dazu, seinen Körper und seine Seele dem Ziel „weniger Gewicht = höherer Status“ unterzuordnen. Triumph, Lob und Prestige um jeden Preis.


Outline:

Einleitung
Essstörungen
Definition
Wer ist davon betroffen?
Ursachen und Auslöser
Genetik
Wichtige biologische Faktoren
Sozial-psychische Faktoren
Persönlichkeitsspezifische Faktoren Gesellschaft
Einstiegsdroge Diät
Formen der Essstörung
Magersucht (Anorexia nervosa)
Bulimie (Bulimia nervosa)
Ess-Sucht (Binge-Eating-Disorder)
Atypische Essstörungen
Gesundheitliche Auswirkungen von Essstörungen
Physische Auswirkungen
Psychische Auswirkungen
Soziale Auswirkungen
Wie kann Hilfe geleistet werden? Internationale Initiativen gegen Essstörungen
Österreich
Deutschland
Spanien
Italien
Frankreich
Großbritannien
USA
Literaturverzeichnis
Anhang: A. Body Mass Indes (BMI)
Körperfett
Methoden zur Körperfettmessung

Aus der Arbeit:

''Essstörungen sind psychosomatische bzw. psychiatrische Erkrankungen, die durch Störungen der Nahrungsaufnahme bzw. des Körpergewichts gekennzeichnet sind, mit meist ernsthaften und langfristigen Gesundheitsschäden. Essstörungen sind keine Ernährungsstörungen, die durch “richtiges” Essen gelöst werden können, kein Schlankheitstick, keine Pubertäts- oder Lebenskrise, sie haben mit einer gestörten Persönlichkeitsentwicklung zu tun. Der eigene Körper wird ständig abgelehnt, das Wohlbefinden ist abhängig vom Körpergewicht und das Urteil der Außenwelt bestimmt die Selbstachtung.
Die gelebte Symptomatik zeigt das Ausmaß der inneren Not der Betroffenen und weist auf die eigene Unfähigkeit hin, mit dem Leben und seinen täglichen Anforderungen und Konfrontationen fertig zu werden. Durch das gestörte Essverhalten wird versucht, Lösungen bzw. Auswege für tiefer liegende seelische Probleme, Ablehnung oder Ersatz für verdrängte Gefühle und Bedürfnisse zu finden. Das Gefühl, sich über Essen bzw. über Hungern Befriedigung zu verschaffen, führt zur schnellen Erleichterung und zu einem Erleben von Sicherheit, Selbständigkeit und Unabhängigkeit. Dadurch bekommt die Essstörung eine Eigendynamik und gerät außer Kontrolle, gefolgt von Verweigerung der Nahrungsaufnahme oder wahllosem In- sich- Hineinstopfen.
Das Leben der Betroffenen kreist ständig um das Essen bzw. das Nicht-Essen, der Umgang mit Nahrung und Körpergewicht wird immer zwanghafter und beherrschender. Schritt für Schritt wird alles andere unwichtig und nebensächlich. Unbeschwertes Genießen, gesunder Appetit und Hunger sind nicht mehr möglich. Essen ist verbunden mit Scham- und Schuldgefühlen, der Angst zuzunehmen und dem Empfinden, zu versagen. Nicht-Essen dagegen bedeutet Stolz, Stärke und Macht. Das Essen ist vom Lebensmittel zum Lebensinhalt geworden.''

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