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Die westliche Russophilie zwischen dem Wiener Kongress & dem Krimkrieg


Die westliche Russophilie zwischen dem Wiener Kongress & dem Krimkrieg
In dieser Arbeit geht es um die Betrachtung der westlichen Russlandbilder, bei denen vor allem in Betracht zu ziehen ist, dass es sich hier nicht um einen statischen, sondern um einen dynamischen Prozess handelt.
7,180 Wörter (ca. 18 Seiten) | 16 Quellen | 2008


Inhaltsangabe:

Es änderten sich auch die Einstellungen der Regierung bzw. der Bevölkerung gegenüber Russland, sobald die gegebenen internen oder externen Rahmenbedingungen eine Änderung verzeichnet hatten. Außerdem handelt es sich um eine komplexe gesellschaftliche Erscheinung, deren Quelle sich in der nationalen Schatzkammer der jeweiligen Bevölkerungen befindet und historisch-kulturell sowie soziopsychologisch bedingt sind. Nicht zuletzt wurden dabei die Mechanismen der öffentlichen Massenmedien in Anspruch genommen, um die öffentliche Meinung in die gewünschte Richtung zu steuern. Die Darstellungen über Russland sind generell affektgeladen, d.h. sie sind entweder russlandfeindlicher (russophob) oder russlandfreundlicher (russophil) Natur, die sich in polarisierten Begriffen Russophobie vs. Russophilie ausdrückt. Die Zeit zwischen dem Wiener Kongress und dem Krimkrieg wird vor allem von feindlichen Russlandbildern dominiert, dennoch lassen sich aber auch die russlandfreundliche Stimmen in der damaligen Öffentlichkeit zu finden. Der Begriff „die westliche Russophilie“ ist sehr weit gefasst und soll an dieser Stelle eingeengt werden, in dem die Thematik aus der deutschen, insbesondere aus der preußischen, Perspektive, und nicht aus englischen oder französische oder anderen westlichen Perspektive behandelt wird. Anzumerken ist hier noch, dass die vorliegende Arbeit zumal auf die Monographie Russophilie und Konservatismus. Die russophile Literatur in der deutschen Öffentlichkeit 1831-1852 von Jahn Peter (1980) beruht.


Einführung
Ausgangslage
Russophile Literatur
Russophile Autoren
Warum Russophilie?
Historisch bedingte russophile Traditionslinie
Russophobie als Legitimation für Russophilie
Einfluss der zaristischen Regierung auf die westliche öffentliche Meinungsbildung
Die Wandlung des Russlandbildes im Laufe der Revolution und gegen Revolution
Inhaltliche Merkmale von Russophilie
Autokratische Herrscher
Residenz und Hof
Regierung, Administration und Armee
Adel und Volk
Religion und Kirche
Der Russische Messianismus
Zusammenfassung
Literaturverzeichnis

Aus der Arbeit:

Zu unterscheiden ist hier vor allem zwischen der bürgerlich-liberalen Position, die ausdrücklich einen russophoben Standpunkt vertritt und der aristokratisch-konservativen Position, die eindeutig zur Russophilie tendiert. Daher werden hier und im weiteren die Begriffe Russophilie und „konservative Russophilie“ gleichbedeutend verwendet. Die Aussagen über Russland weisen einen hohen Grad von Stereotypen und Affekt beladenen negativen Attribute wie „asiatisch“, „orientalisch“, „barbarisch“, „despotisch“ auf. So sind alle russophile und russophobe Schriften durch eine stark polarisierte und emotional aufgeladene Urteilsbildung sowie durch weitverbreitete Kernstereotypen gekennzeichnet. In dieser Hinsicht wird auch von der Kontinuität der russophoben oder russophilen Einstellungen bzw. Traditionslinien gesprochen (siehe noch Kap. 2.1). Und dieses entweder als vorurteilbedingte Antipathie oder überschwängliche, schwärmerische Emotion geäußerte einseitiges Russlandbild kann auch als Konsequenz mangelhaften Wissens über Russland gesehen werden. Dabei ist zu erwähnen, dass diese Kontroverse zwischen Russophoben und Russophilen innerstaatliche mehr oder weniger in der Polemik zwischen Westlern und Slawophilen ihren Ausdruck findet. Die Auseinandersetzung zwischen Westlern und Slawophilen erfolgt im Vergleich zu dem zu untersuchenden Phänomen eher auf innerstaatlicher und normativer Ebene.

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Publisher Since:
30.04.2009
Studium der MA Internationale Beziehungen an der KU Eichstätt Ingolstadt, 4. Fachsemseter, an der Fakultät für Geschichts- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät. Die 5 Kernfächer des Studiums sind: Wirtschaftswissenschaften, Politikwissenschaften, Neuere und neue Geschichte, Sozialstruktur und gesellschaftlicher Wandel sowie Völkerrecht
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