Arno Böhler über den Körper in der Philosophie
Hausarbeit zu einem Vortrag von Prof. Arno Böhler an der Uni Wien, der sich mit dem Thema Körperlichkeit und Philosophie auseinandersetzt. Zitate und Verweise u. a. auf Nietzsche, Aristoteles und Platon.
2,100 Wörter (
ca. 5.3 Seiten) |
4 Quellen |
2009
Published on: 07.05.2010
Inhaltsangabe:
Die vorliegende schriftliche Arbeit beschäftigt sich mit dem Vortrag von Arno Böhler, den er am 24. 11. 2008 im Rahmen der Ringvorlesung „Methoden und Diszipline der Philosophie“ hielt. Die Thesen und Ausführungen des Vortragenden werden durch Darstellungen aus der Sekundärliteratur sowie dem schriftlichen Vorlesungskonzept von Arno Böhler ergänzt.
Aus der Arbeit:
Nietzsche und die Kunst
In seinem berühmten philosophischen Jugendwerk „Die Geburt der Tragödie aus dem Geist der Musik“ (1872) entwickelte Nietzsche eine völlig neue Deutung der griechischen Kultur, die sich aus dem Gegensatz der beiden Gottheiten Dionysos und Apollo begründete. Apollo
verkörpert für Nietzsche das Prinzip des Individuums (principium individuationis). Das Individuum, die einzelne menschliche Person, bestimmt sich durch Bewusstsein und Abgrenzung von seiner Umgebung. Dionysos hingegen ist der Gott des Rausches und der Musik. Er verkörpert die Sehnsucht, die Grenzen der Alltagswelt zu durchbrechen und, sich im Rausch oder der Hingabe an den Tanz zu verlieren und das Gefühl des Einsseins mit den anderen Menschen und der Natur zu empfinden. Nietzsche zeigte, dass die einzigartige Leistung der griechischen Tragödie in der Verschmelzung beider Prinzipien, des Dionysischen und des Apollinischen, liegt. Zudem könne das Leben überhaupt nur in der erfahrenen Spannung beider Prinzipien richtig gelebt werden. Nietzsche argumentiere, dass wir eine der griechischen Tragödie verwandten Kunst bedürfen, denn nur eine solche Kunst könne eine tiefere Erfahrung des Lebens bzw. der Welt vermitteln.
Denn nur eine echte Kunst kann an Grenzerfahrungen des Daseins wie Liebe oder Tod heranführen und zugleich vermöge nur sie als Kunst, Spiel oder schöner Schein das Leben über den Schmerz alles Lebens zu trösten.