Filmanalyse "Das Leben ist schön"
Im Folgenden widmet sich die Filmanalyse dem Inhalt des Films und im Anschluss daran der filmischen Umsetzung auf der dramaturgischen und technischen Ebene.
4,412 Wörter (
ca. 11 Seiten) |
15 Quellen |
2010
Published on: 24.08.2010
Inhaltsangabe:
Der oskarprämierte italienische Film „Das Leben ist schön“ von dem im Jahr 1952 geborenen Regisseur und Drehbuchautor Roberto Benigni entstand 1997 und wurde kurz nach seinem Erscheinen zu einem der meist diskutierten Filme der zurückliegenden Dekade. Die leidenschaftlich geführte Diskussion, um die Darstellung des Holocaust in der Tragikkomödie von Benigni, spitzte sich ganz besonders in der Bundesrepublik und in den USA zu. Die übliche filmische Darstellung der Judenvernichtung konzentrierte sich auf das Genre des Dramas. Damit war stets die Gefahr vermieden worden, die Opfer womöglich nicht gebührend zu ehren bzw. die Erlebnisse der Überlebenden der Lächerlichkeit oder Geschichtsfälschung preiszugeben. Mit „Das Leben ist schön“ (original „La vita e bella“) ist gegen diese ungeschriebene Regel verstoßen worden. Waren die vorherigen filmischen Darstellungen eher karg, minimalistisch und durchweg als Dramen bekannt, so hat Benigni mit „Das Leben ist schön“ ein opulentes und teils farbenfrohes Werk aus dem Genre der Tragikkomödie geschaffen. Dabei gelang es Benigni, sowohl die Ernsthaftigkeit und Ehrfurcht vor den Opfern des Holocaust zu wahren, als auch filmästhetische und humoristische Elemente miteinander zu vereinigen.
Aus der Arbeit:
Trotz der offensichtlichen makaberen Situation, in der sich die Familie befindet, versucht Guido gegenüber seinem Sohn die Realität zu verschweigen bzw. stellt sie verklärt dar. Guido spinnt um die realen Ereignisse ein angebliches Spiel, das am Ende mit einem Hauptpreis belohnt wird. So entsteht für Giosue eine Vorstellung aus bestimmten Spielregeln, die scheinbar das Leben im Lager erklären.
Guido kann gegenüber seinem Sohn auch dann noch die Realität verbergen, als deren Aussichtslosigkeit sich noch weiter verstärkt und auch die Hoffnung auf eine gelungene Flucht aufgegeben wird. Schließlich eskaliert die Situation im Lager, da es zu Desertationen gekommen ist. Die Inhaftierten, wie auch Guido, bangen zwischen der Hoffnung die Desertation sei als Ende des Krieges und die vorrückende Front zu deuten und fürchten sich gleichzeitig, dass es ein willkommener Anlass sei, sie alle zu töten. Vorsorglich versteckt Guido seinen Sohn in einem Versteck und sucht seine Frau. Er wird dabei von den Wachen gesehen und erschossen. Der Film endet mit der Szene, als Giosue sein Versteck verlässt und die Alliierten das Lager befreien. Giosue sieht in dem Moment als erstes einen Panzer und seine Mutter, von der er so lange Zeit getrennt wesen war, da sie im Frauentrakt lebte. Der kleine Junge jubelt, da es in seinen Augen das Ende des vom Vater gespielten Spiels ist. Genauso, wie es ihm Guido erzählt hatte, glaubt er jetzt den Hauptpreis, den Panzer, gewonnen zu haben.
Der unter dem deutschen Titel als „Das Leben ist schön“ bekannt gewordene Film wurde 1997 gedreht. Der Regisseur Roberto Benigni ist gleichzeitig Mitverfasser des Drehbuchs, Regisseur und Hauptdarsteller gewesen. An seiner Seite spielte Nicolleta Braschi seine Ehefrau Dora, die außerhalb des Filmsets mit Benigni verheiratet ist. Bei „Das Leben ist schön“ handelt es sich nicht, um eine Hollywoodproduktion, sondern um ein italienisches Produkt. Als Drehorte des 122-minütigen Films wurden drei toskanische Orte Arezzo, Cortona und Montevarchi gewählt. Die Szenen im Konzentrationslager wurden allerdings im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz aufgenommen.