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Idealismus - Dekadenz oder Aufbruch?

Nr. 57
In der vorliegenden Arbeit wird die immer noch nicht gelöste Diskrepanz zwischen Idealismus und Realismus erörtert, aus heutiger Perspektive.
3,027 Wörter (ca. 7.6 Seiten) | 13 Quellen | 2008
Published on: 03.05.2009

Inhaltsangabe:

Im Kapitel I wird die Frage behandelt, ob die negative Konnotation des Idealismus tatsächlich der Fall ist. Die Validität dieser Aussage wird im Punkt 1.1 am Beispiel von USA und europäischen Staaten, sowie im Punkt 1.2 anhand vom brennenden Thema der Menschenrechtspolitik der einzelnen Staaten und von Deutschland geprüft. In beiden Punkten wird anschließend der Kurswechsel in der Außenpolitik der jeweiligen Regierungen hin zum Realismus handgehabt. Im Kapitel II wird dagegen der Ansatz vertreten, dass sich der Idealismus im Aufbruch befindet. Um diese Aussage zu verifizieren, werden jeweils im Punkt 2.1 China und im Punkt 2.2 Internationale Strafgerichtshof als Beispiele angeführt.

Outline:

Einleitung
Die Krise des Idealismus ist das Comeback des Realismus?
Beispiel USA & Europa
Menschenrechtspolitik
Idealismus im Aufbruch?
Beispiel China
Internationale Strafgerichtshof
Schluss
Literaturverzeichnis

Aus der Arbeit:

Die gemischte Balance of Power Politik und der kriegerische Idealismus der Neokonservativen (Vgl. Ebd. S. 66), die polarisierende Innenpolitik und auf Lügen orientierte Irak Invasion des sich betont und betont christlich gebenden US-Präsidenten Georg W. Bush haben nicht nur die Glaubwürdigkeit der westlichen Wertegemeinschaft, sondern auch dem Christentum ihre Glaubwürdigkeit geschadet (Küng 2007, S. 68 f.). Die Krise des klassischen amerikanischen Idealismus (Vgl. Schmiegelow 2007, S. 66) hat aber auch „vor allem durch die `Divide et impera` - Strategie der Bush-Regierung, unterstützt vom so genannten `neuen Europa`“ (Küng 2007, S. 68) die auf die jüdisch-christliche Tradition und auf die Aufklärung beruhende gemeinsame europäische Kultur in Frage gestellt (Vgl. Ebd. S. 68). Als diese gemischte Außenpolitik von Bush Regierung im Jahre 2003 in den Irak Krieg mündete, nannte Robert Kagan (2007) das idealistische Amerika als „Dangerous Nation“, das die einzige und wahre Wahrheit zu wissen glaubt und die Welt in schwarz-weiß interpretiert, sowie das Streben nach Glück „the pursuit of happiness“ als Legitimationsmittel für ihre jegliche Expansion in Anspruch nimmt (Vgl. S. 432 ff. ). Die Europäer hingegen, die die lange Zeit Kants Paradigma des demokratischen Friedens praktiziert hatten, empfanden den kriegerischen Idealismus von Amerika als Gefahr für sich und fanden plötzlich die Zuflucht im Realismus (Vgl. Schmiegelow 2007. S. 67). In dieser Hinsicht soll auch Deutschland, so Gujer (2008), bei seiner werteorientierten Außenpolitik Prioritäten festsetzen, da Berlin in der Tat sowieso die klassische Realpolitik betreibe, wie dies bei den unzähligen Beispielen wie etwa vehemente Kritik gegenüber der US Gefangenenpolitik einerseits und enge Kooperation mit dem US Geheimdienst andererseits zu sehen ist (Vgl. S 88 f.). Denn wie die Geschichte lehrt, müssen die jeglichen werteorientierten Bestrebungen einzelner Nationen auf lange Sicht realpolitischen Motive beugen. Deutschland kann außerdem keine Politik mit hehren Ansprüchen im Geiste des „Hochfliegenden Moralismus“ leisten wie einst dies vor der deutschen Wiedervereinigung der Fall war, in dem Deutschland unter der Kuratel der Westmächte stand und ihre außenpolitische Reichweite beschränkt war (Vgl. Ebd. S. 84 ff.). Dieser Politik von Berlin liegen darüber hinaus die so genannten veränderten Bedingungen zugrunde, wie etwa deutsche Wiedervereinigung, weltweite Übernahme von Verantwortung und Beginn der eigenen Regionalpolitik im Nahen Osten etc. (Vgl. Ebd. S. 89 f.). Und bevor wir zur nächsten Fragestellung übergehen wird im Folgenden noch ein Beispiel behandelt, das zu oben gesagten Ansatz einen anschaulichen und eindeutig polarisierten Stellung einnimmt.

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Publisher Since:
30.04.2009
Studium der MA Internationale Beziehungen an der KU Eichstätt Ingolstadt, 4. Fachsemseter, an der Fakultät für Geschichts- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät. Die 5 Kernfächer des Studiums sind: Wirtschaftswissenschaften, Politikwissenschaften, Neuere und neue Geschichte, Sozialstruktur und gesellschaftlicher Wandel sowie Völkerrecht
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