Musik als Charity
Musik als Charity
In dieser Arbeit wird geklärt, warum Musik gerne für Charity genutzt wird, um Menschen in Not zu helfen.
2,320 Wörter (ca. 5.8 Seiten) |
8 Quellen |
2006
Inhaltsangabe:
Musik hilft. Schon als Embryo wird man durch musikalische Eindrücke beeinflusst. Kinder, die ein Instrument zu beherrschen lernen, weisen gegenüber „unmusikalischen“ Probanden erhöhte Konzentrationsleistungen und folglich bessere Schulnoten auf. Musiktherapie wird in der Psychiatrie, Neurologie bis hin zur Geriatrie erfolgreich angewandt. Jeder Mensch kann ein Musikstück oder -genre nennen, das ihm hilft, sich zu entspannen, oder ihn in eine andere gewünschte Gemütslage zu versetzen. Musik sei völkerverbindend heißt es so schön, doch in so mancher Notlage ist schlicht und einfach materielle Hilfe notwendig.
Durch Veranstaltungen aller Art Geld für einen guten Zweck aufzutreiben, ist heutzutage geradezu üblich. Ein groß angelegtes Gala-Dinner mit betuchten Gästen vermag sicherlich schöne Summen einzubringen, den breiteren „Markt“ spricht aber wohl die Ebene der Popularmusik an. Ein Live-Konzert bringt zehntausende Gleichgesinnte zusammen – treten mehrere Stars auf der gleichen Bühne auf, können große Fanbases vereint werden. Mehrere Millionen von Käufern spricht schlussendlich eine gut promotete Single für den Massenmarkt an – ein ansprechendes Musikvideo kann in Zeiten von MTV und VIVA bekanntlich zusätzlich Wunder vollbringen. Der Vorteil an Charity-Records ist, dass jeder Konsument berechtigterweise das Gefühl hat, durch den Kauf etwas für wohltätige Zwecke beigetragen zu haben, obwohl es eigentlich die Künstler sind, die den Lohn ihrer Arbeit an karitative Organisationen weiterleiten und die Masse das Musikstück eventuell ohnehin gekauft hätte – eine Win-Win Situation. Die entsprechenden Songs haben es nicht einmal unbedingt notwendig, Meisterwerke zu sein: Treffen sie künstlerisch ohne riskante Experimente den Nerv der Zeit und finden sich entsprechend wohlklingende Namen auf der Liste der Autoren beziehungsweise Interpreten, werden bei gezielter Promotion die Verkaufszahlen ansprechend genug sein, um die Maschinerie ins Rollen zu bringen – gerade in einer Zeit, in der Kollaborationen mehrerer Künstler stark im Trend liegen. Kitsch ist dabei meist unumgänglich.
Outline:
Einleitung
Menschen in Not
Charity-Singles
Charity-Konzerte
Abschlussbemerkung
Quellen
Aus der Arbeit:
''Langanhaltende Probleme der Welt wie zum Beispiel Hungerleiden in Afrika oder auch spontane Katastrophen wie Hurricane Katrina 2005, der Tsunami 2004 oder die Terroranschläge 2001 veranlassen Künstler aus aller Welt ihr Mitgefühl zu zeigen und aktiv mitzuhelfen. Viele werfen den sogenannten Stars vor, entsprechende Situationen bloß zur eigenen Publicity auszunutzen, doch selbst in den Fällen, in denen solche Anschuldigungen zutreffen mögen und der Wille zur Hilfe nicht gänzlich im Vordergrund steht, bleibt das Resultat gleich: Es wird gehandelt beziehungsweise werden Mittel zur Verbesserung der Lage aufgetrieben. Wenn ein Sean Penn im Boot durch die Straßen New Orleans’ rudert, um notleidende Menschen aufzuspüren, mag er deswegen im Gegensatz zu anderen, wahrscheinlich viel mutigeren Einsatzkräften zwar namentlich in der Zeitung stehen, dies sollte aber seine Unterstützung an sich – Intention hin oder her – nicht entwerten. Gleiches gilt für Sänger und Sängerinnen aus aller Welt, die sich bei einer x-ten Aufwärmung eines Charity-Hits wie Do They Know It’s Christmas? beteiligen. Heute sieht es mittlerweile zwar unspektakulär aus, doch da waren schließlich einst auch die Originale, die in der Hochblüte der Musik-Charity zu Recht erfolgreich agierten – in den 1980ern.''