Musik im „Alten Stil“ – Rossinis Sei Sonate a quattro
Musik im „Alten Stil“ – Rossinis Sei Sonate a quattro
In dieser Arbeit geht es um Rossinis Sei Sonate a quattro, eine seiner ältesten erhaltenen Kompositionen, die ursprünglich für zwei Violinen, Violoncello und Kontrabass konzipiert wurden.
1,820 Wörter (ca. 4.6 Seiten) |
7 Quellen |
2006
Inhaltsangabe:
Im Sommer 1804 komponierte Rosini im Alter von zwölf Jahren laut eigenen Angaben in nur drei Tagen seine Sei Sonate a quattro als Gast von und für Agostino Triossi, seinem befreundetem Mäzen und Amateur-Kontrabassisten, in Conventello, nahe Ravenna, wo sie im Zuge regelmäßiger Musikabende durch Rossini (zweite Violine), Triossi selbst (Kontrabass) und zwei von dessen Cousins (erste Violine, Violoncello) auch aufgeführt wurden. Jahre später bezeichnete der Komponist diese Jugendwerke in einer schriftlichen Anmerkung im Autografen als „orrende“ (fürchterlich), rechtfertigte sich gleichzeitig damit, damals noch keine Ausbildung im Generalbasssatz gehabt zu haben, und bekrittelte die „cagnescamente“ (hundshafte) Aufführung, wobei er selbst noch „il meno cane“ (der geringste Hund) gewesen sei.
Es ist also anzunehmen, dass Gioacchino Rossini diese frühen Werke in Hinblick auf die mögliche Besetzung – insbesondere für Triossis Kontrabass – auf solch für 1804 unkonventionelle, nicht mehr ganz zeitgemäße Weise geschrieben hat.
Der Autor erklärt Editionen und Aufführungspraxis, geht auf den Titel und Struktur ein und schreibt nach ausführlicher Analyse sein sehr interessantes Resümee über Rosinis Sonate.
Aus der Arbeit:
"Erst nach der Wiederentdeckung durch Alfredo Casella 1942 in der Library of Congress, Washington DC, erschien die Komposition 1954 in der Originalfassung in Quaderni Rossiniani, editiert von Lino Liviabella mit Vorwort von Alfredo Bonaccorsi. Bis dahin waren nur fünf der sechs Sonate a quattro für die klassische Streichquartettbesetzung (zwei Violinen, Viola, Violoncello) aus 1826 für Flötenquartett (Flöte, Violine, Viola, Violoncello) 1828 und für Bläserquartett (Flöte, Klarinette, Horn, Fagott), erstmals erschienen 1828-29, bekannt. Ob diese anonymen Transkriptionen von Rossini selbst stammen darf nicht zuletzt aufgrund der Notizen im Autografen des Originals und der Tatsachen, dass die Werke für einen Kontrabassisten geschrieben wurden und zumeist die Sonata No. 3 fehlt, stark bezweifelt werden. »Bonaccorsi pointed out that it was significant that the third sonata had been omitted, since it includes a set of variations for double bass which would lose their point when played on any other instrument.« Heute werden die Sei Sonate a quattro hauptsächlich im Streichorchester aufgeführt.''