Passionsmusik nach dem Evangelisten Matthäus
In dieser Arbeit beschreibt der Autor Bachs Matthäus Passion, analysiert und interpretiert diese.
2,830 Wörter (
ca. 7.1 Seiten) |
5 Quellen |
2008
Published on: 16.05.2009
Inhaltsangabe:
Dass der bekanntlich gottesfürchtige deutsche Großmeister Johann Sebastian Bach einen großen Teil seines Schaffens sakraler Musik widmete, vermag kaum zu verwundern. So machte er sich ebenso mehrmals erfolgreich an die Gattung der oratorischen Passion, in der wir die in dieser Arbeit zu besprechende „Matthäuspassion“ vorfinden. Basierend auf der Übersetzung der Kapitel 26 und 27 des Matthäus-Evangeliums in die deutsche Sprache durch den Reformator Martin Luther, vertonte Bach ein in enger Zusammenarbeit entstandenes Libretto des deutschen Dichters Christian Friderich Henrici (bekannt unter dem klingenden Namen Picander), das den letzten, irdischen Lebensabschnitt Jesu Christi beschreibt.
Bis heute findet sich eine einschlägige Melodie aus Bachs Matthäuspassion in gängigen, zeitunabhängig praktizierten Kirchenliedern wieder. Hans Leo Haßler (um 1600) hat sie komponiert, und zwar zu dem weltlichen Text „Mein G’müt ist mir verwirret, das macht ein‘ Jungfrau zart“. Sie gehört – wie auch z. B. das Innsbrucklied – zu den bekanntesten „Kontrafakturen“, d. h. sie wurde später mit geistlichen Texten versehen und lebt in dieser anderen Gestalt als eine der berühmtesten Choralmelodien bis auf den heutigen Tag.“ Zu einem der bekanntesten Choräle der Kirchengeschichte machte sie später „einer der bedeutendsten deutschsprachigen Kirchenlieddichter“, Paul Gerhardt, in den 1650er Jahren unter dem Titel "O Haupt voll Blut und Wunden", wie sie Bach schließlich auch in seinem Werk einsetzt. Diese bekannte Notenfolge wird im folgenden Text noch ausreichend Stoff für eine genauere Analyse hervorbringen, da sie in der betreffenden Passion einen recht auffällig großen Stellenwert einnimmt.
Outline:
Einleitung
Allgemeines
Inhalt und Form
Vorlage
Besetzung
Form
Tochter Zion und die Gläubigen
Absichtliches Falschkomponieren
Zahlensymbolik
Oh Haupt voll Blut und Wunden
Der zweite Akt
Rhythmus der Geißelung
Komm süßer Tod
Das Ende
Quellenverzeichnis
Aus der Arbeit:
''Zu Lebzeiten beinahe vergessen, wurde die musikalische Welt erst wieder durch die Bach-Renaissance des 19. Jahrhunderts auf dieses, sein längstes (die zugegebenermaßen für heutige Verhältnisse geradezu schleppend in niedrigem Tempo durchgezogene Einspielung unter der Leitung Otto Klemperers aus den 1960ern beläuft sich auf stattliche 3 Stunden, 44 Minuten) und wohl epochalstes Werk aufmerksam, als es der junge Felix Mendelssohn Bartholdy am 11. März des Jahres 1829 in Berlin aufführte. Ihm ist es hauptsächlich zu verdanken, dass das musikalische Schaffen Bachs ursprünglich von Europa ausgehend heute weltweit den entsprechenden, angemessenen Stellenwert nicht mehr nur ausschließlich bei Experten besitzt. Neben der Johannespassion ist dieses wiederentdeckte Werk Johann Sebastian Bachs einzig erhaltene Passion – sowohl die Markus- als auch die Lukaspassion gelten spätestens seit 1945 als verschollen. 1729 als Frühfassung entstanden erfuhr die Nummer 244 laut Bach Werkverzeichnis immer wieder Veränderungen und Anpassungen in Text, Abfolge, Instrumentierung und Besetzung. Zusätzlich dazu führten unterschiedliche Aufführungspraxen und Interpretationen eines derart komplexen Werkes über einen solch langen Zeitraum hinweg zwangsläufig zu einer hohen Variabilität des jeweiligen Klangresultates, sodass es eine eindeutige, endgültig „wahre“ Fassung nicht zu greifen gibt. Die Uraufführung fand am 15. April 1729 in der St. Thomas Kirche in Leipzig unter der Leitung des Komponisten höchstpersönlich statt (andere Quellen erwähnen das Jahr 1727 für Komposition und Uraufführung).''