Wahnsinn in der „Gewaltmusik“ (nach Klaus Miehling)
Wahnsinn in der „Gewaltmusik“ (nach Klaus Miehling)
Die folgende Arbeit bezieht sich auf das 2006 erschienene Buch Gewaltmusik - Musikgewalt: Populäre Musik und die Folgen von Klaus Miehling – insbesondere auf das Kapitel 2.1.4. mit dem Titel Wahnsinn.
3,505 Wörter (ca. 8.8 Seiten) |
6 Quellen |
2008
Inhaltsangabe:
Der Autor führt also den Begriff der „Gewaltmusik“ ein und bezieht sich dabei auf Musik, die seines Erachtens mit solch starken Aggressionspotential ausgerüstet ist, dass sie selbst Gewalt auszulösen vermag. So macht er für seine These relevante Parameter wie Schlagzeug, Verzerrung der Klänge, Lautstärke, synkopierte Rhythmen, Monotonie, Tempo und ähnliche aus, die einen Großteil der Popularmusik abdecken, wobei sogenannte E-Musik, zumindest bis ins 19. Jahrhundert, davon kaum berührt wird. Die für Miehling ethisch weniger vertretbare Musik führt beim Hörer zu Straffälligkeit, Verluderung der Sitten und Umkehrung des Religiösen. Auch einen Zusammenhang mit Wahnsinn oder Geisteskrankheit will der Autor gefunden haben, wie ab nun erläutert werden soll.
Einleitung
Zwischen Genie und Wahnsinn
Geschichte des Begriffs Wahnsinn im Abendland
Christlich-religiöse Vorstellungen
Genies
Musik und Trance
Beispiele
Marylin Manson
KISS
Lordi
Ozzy Osbourne
Alice Cooper
Bloodhound Gang
Charles „Buddy“ Bolden
Free Jazz
Die Metalszene
Geistige Behinderung
Atonalität
Abschließende Worte
Quellenverzeichnis
Aus der Arbeit:
''In seltenen Fällen von Autismus treten absolute geistige Höchstleistungen, wobei dennoch elementare Grundfähigkeiten vollkommen verkümmert sind – ein der breiten Masse seit vielen Jahren gut zugängliches Beispiel stellt die Rolle des Raymond Babbitt, gespielt vom dafür mit dem Oscar ausgezeichneten Dustin Hoffman, aus dem Film Rain Man dar.
Professor John Nash, der als Mathematiker für seine Errungenschaften im Bereich der mit dem Nobelpreis honoriert wurde, litt an paranoider Schizophrenie. Auch für dieses Schicksal zeichnet eine filmische Umsetzung, A Beautiful Mind, eindrucksvolle Bilder für jedermann.
Forschungen haben ergeben, dass der höchstkreative Wolfgang Amadeus Mozart möglicherweise an dem Tourette-Syndrom litt. Ludwig van Beethoven soll sehr wahrscheinlich mehr als die Hälfte seines Lebens mit den Folgen einer Bleivergiftung verbracht haben, die durch Stimmungsschwankungen, Schmerzen und auch Taubheit großen Einfluss auf seine Musik gehabt haben müsste.
Mit den oben genannten Beispielen will ich verdeutlichen, dass die Redewendung „Zwischen Genie und Wahnsinn“ nicht von ungefähr kommt. Ein Maß an Verrücktheit steckt in jedem, doch scheint der Grat bei einer exzentrischen „Bühnensau“, oder wie es Klaus Miehling nennen würde, bei einem „Gewaltmusiker“, schmäler zu sein und die Auswirkungen verheerender, als bei einer in allen Belangen völlig ausgeglichenen oder passiven Person, die einen solchen Weg womöglich gar nicht erst einschlagen würde. Meines Erachtens steigt in der Regel mit der Fähigkeit, künstlerisch ausdruckskräftige und studierenswerte Werke zu kreieren und diese in einer exzentrischen Form zu präsentieren, die Verrücktheit – im Sinne von Abnormität – des Geistes, die für eben dieses Schaffen aber gerade notwendig ist – seien es schräge Ansichten, Ticks, emotionaler Kontrollverlust oder gar psychische Krankheitsbilder. Verwechseln darf man diese Gleichung aber nicht mit den Begleiterscheinungen, die das Showbusiness mit sich bringt, in dem der öffentliche Druck, Drogen und sonstige Lebensweisen immer wieder zum fatalen Absturz gefeierter Stars führen, wobei man durchaus annehmen kann, dass ein „crazy rockstar“ auch ohne das entsprechende Leben, allein mit der Lebenseinstellung, eher zu bewusstseinserweiternden Substanzen greift, als ein Moralapostel. Ergänzend zum Thema „Gewaltmusik“ und Drogen, das allerdings separat behandelt werden wird müssen, meint Autor Klaus Miehling: „Der Übergang zum Gewaltmusik-Parameter „Drogen“ ist also fließend, zumal der Zustand unter Drogeneinfluß dem einer Geisteskrankheit ähnelt.“ ''