Diese Analyse bietet ein close reading des Gedichtes "Einsamer nie - " von Gottfried Benn.
Wissenschaftlicher Aufsatz Nr. 175 |
1,500 Wörter (
ca. 3.8 Seiten ) |
1 Quelle |
2009
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Inhaltsangabe
Aus der Untersuchung geht hervor, dass der vermeintlichen Naturbeschreibung ein politischer Subtext innewohnt.
Textauszug
Das Gedicht „Einsamer nie –“ von Gottfried Benn datiert aus dem Jahre 1940, was von nicht geringer Bedeutung für seine Rezeption ist. Denn zu diesem Zeitpunkt jährt sich der Zweite Weltkrieg zum ersten Mal. Womöglich hat es Benn für eine Notwendigkeit befunden, dieser Geißel Europas ein vorläufiges Denkmal zu setzen. Sicherlich kann von einem Denkmal im eigentlichen Sinne keine Rede sein. Es kann nur darum gehen, dem Medium Sprache etwas abzuringen, das dem historischen Umfeld auch menschlich-individuelle Tiefe verleiht und den Silberstreif noch verbleibender Hoffnung mit den Mitteln der Kunst an einen blutunterlaufenen Horizont zu malen, der schon so viele Gräuel und Schandtaten und das Leid zahlloser Unschuldiger hat mit ansehen müssen. Inwiefern sich dieses Unterfangen als fruchtbar und Erfolg verheißend herausstellt, muss bereits mit Zweifeln besetzt werden, wenn man den Titel in den Blick nimmt. Dieser nämlich kann kaum für sich selbst stehen, wirkt durch den Gedankenstrich vielmehr in Mitleidenschaft gezogen, elliptisch erschüttert, weil er im Grunde so Vieles mehr aus dem Reich des Unsagbaren in die Syntax des Verstehens zu zerren versucht und dabei kläglich zu scheitern scheint. Auch dürfte der Titel dem Gedicht nicht in einer Reflexion programmatisch vorangestellt worden sein. Vielmehr scheint es, als habe er sich naturgemäß aus dem fertig gestellten Gedicht ergeben. Nun ist es aber so, dass seine unvollständige Struktur nicht etwa auf Effekthascherei angelegt ist, sondern eher darauf abzielt, die Namenlosigkeit und das betretene Schweigen zu Papier zu bringen, das sich das lyrische Ich womöglich stattdessen auferlegen sollte, da ein Abschnitt der Geschichte angebrochen ist, dessen Geburt niemand präzise anzugeben oder plausibel zu erläutern vermag und über dessen Verlauf und Ende ein ähnliches Maß an Ahnungslosigkeit den europäischen Geist eingenommen hat.
Tags:Lyrik, Gedichtsinterpretation
Harold Pinter ist häufig als Meister des dramaturgischen Schweigens gepriesen worden. Diese Hauptseminarsarbeit untersucht die Macht dieses kommunikativen Phänomens am Beispiel seines Stückes "Silence".
Hauptseminararbeit Nr. 177 |
5,270 Wörter (
ca. 13.2 Seiten ) |
5 Quellen |
2008
€ 9.95
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Inhaltsangabe
Der aktuelle Stand der Forschung betont nachdrücklich die Mehrdeutigkeit des Schweigens. So ist es in erster Linie kulturbedingt, innerhalb einer jeden Kultur jedoch zusätzlich als soziales Handlungsmuster, situations- und themenbedingtes Schweigen, religiös-rituelles Schweigen, Schweigen im Volksglauben, interaktionales sowie rollenbedingtes Schweigen anzutreffen.
Überdies tritt es als Hemmung und Strategie auf, wobei wiederum eine Untergliederung vorzunehmen ist, die das Schweigen als gestörte Kommunikation ausweist: neben affektiven Performanzstörungen, die zumeist auf starke Gefühlsregungen wie Angst, Verblüffung, Wut und Trauer zurückgehen und eine Lähmung bzw. das unvermittelte Aussetzen der Redefunktion zur Folge haben, gilt es gleichermaßen, Redeängsten Rechnung zu tragen, welche sich aus Minderwertigkeitskomplexen, einem unvorteilhaften Selbstbild und einer generell resignativ und labil ausgeprägten Persönlichkeitsstruktur speisen; ferner sind Beziehungsstörungen zu nennen, die aus dem mangelnden Interesse an einer Konversation erwachsen oder aber aus Vorbehalten gegenüber dem Gesprächspartner resultieren, sodass sich im Schweigen eine Art von Abwehrmechanismus bzw. Schutzfunktion manifestiert; ebenso sollte der Einfluss kognitiver Unzulänglichkeiten Erwähnung finden, die sich etwa in der Position des Touristen, des Fremdsprachenlerners, des Gastarbeiters oder des Immigrantenkindes äußern, gleichermaßen aber die spürbare Benachteiligung betreffen, mit der Dialektsprecher innerhalb ihrer eigenen Muttersprache zu kämpfen haben; abschließend sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass Schweigen auch einer psychologischen Symptomatik geschuldet sein kann, wie sie etwa bei Neurosen oder Depressionen üblich ist.
Um es darüber hinaus als kommunikatives Schweigen zu kennzeichnen, bedarf es der Anführung folgender Aspekte: Bewusstseinsgrad und Intentionalität (nur schwer nachvollziehbar), Schweigen als Element nonverbaler Kommunikation (von Gestik, Mimik und Körpersprache begleitet, welche Deutung und Verständnis erleichtern; Systematisierung: a) linkage function – Verbindung oder Isolation, b) affecting function – Heilung oder Verletzung, c) revelational function – Offenbarung oder Verdeckung, d) judgemental function – Zustimmung oder Ablehnung, e) activating function – kommunikative Aktivität = Nachdenken oder Passivität = Vorsichhinträumen), Schweigen als Persönlichkeitsindikator (Versuch, Rückschlüsse auf die Persönlichkeit des Schweigenden zu ziehen).
Freilich wird zu prüfen sein, zu welchem Grade jeder dieser Punkte in eine Gesamtanalyse eingearbeitet werden und letztlich zu einer erschöpfenden Auswertung des zu untersuchenden Textauszuges beitragen kann.
1. Schweigen - ein vielsagendes Phänomen
2. Das Schweigen bei Harold Pinter
3. Silence
4. Schlussbemerkung
Bibliographie
Tags:Rhetorik, Redeverhalten, Kommunikation, Schweigen, Verschweigen
Der vorliegende Aufsatz untersucht das Sonett "I am" von John Clare unter diversen, der Romantik eigenen Gesichtspunkten.
Wissenschaftlicher Aufsatz Nr. 178 |
1,350 Wörter (
ca. 3.4 Seiten ) |
1 Quelle |
2009
€ 3.95
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Inhaltsangabe
Das Gedicht „I am“ von John Clare ist ein Sonett. Aufgrund seiner strikten Form widerstrebt es der Experimentierfreude und Spontanität, die der englischen Romantik eigens war. Ebenso auffallend ist das Faktum, dass sich ein Sonett für gewöhnlich durch eine Kontrastierung auszeichnet, die den Quartetten und Terzetten innewohnen, die Quartette sich zu den Terzetten also antithetisch verhalten oder aber aus den Terzetten eine Synthese des in den Quartetten angeklungenen Gedanken zum Ausdruck kommt.
1. Textsortenbestimmung
2. Subjektivität
3. Naturkonzeption
4. Die Französische Revolution
5. Neoplatonismus
6. Romantische Ironie
Textauszug
Über Subjektivität und dichterische Inspiration lässt sich aussagen, dass eine pejorative Selbstbelichtung, d.h. eine unvorteilhafte Selbstbeschreibung, stattfindet, die darauf fußt, dass der ‘spontaneous overflow of emotion’ dem Sprecher abhanden gekommen zu sein scheint, was aus der Evokation von Gefühl dem dem dazu in Gegensatz stehenden Wissen (V.1) erhell, wobei letzteres durch das einschränkende Element “only” vorab im Wert gemindert wird. Man gewinnt den Eindruck, als sehe der Sprecher in bloßem Wissen einen bedeutenden Rückschritt in seiner kreativen Entwicklung und poetischen Schaffenskraft, was durch die Semantik der Unfreiheit (V.3: “prison”; V.5: “fled”) intensiviert wird. Das lyrische Ich belässt sämtliche Erwähnungen von künstlerischer Begabung im Past tense (V.5: “fled”; V.6: “pursued”; V.7: “was”; V.9: “could”), was als Indiz dafür gelten könnte, dass jene fruchtbaren Zeiten lange hinter ihm liegen und er sich fieberhaft nach jenen Eingebungen sehnt, die ihm ehemalg beschieden waren und ihm Erfüllung wie auch die Auslebung innerer Gedankenströme gewährten, die nunmehr einer “dullness” (V.5) – die im Übrigen schon vorher eingang in die Deskription seines Gemütszustandes findet (V.2: “dull”) und dadurch die Eindringlichkeit entscheiden steigert – und einem Gefühl der Leere (V.2: “void”) gewichen ist.
Tags:Romantik, Romantische Ironie, Subjektivität, Naturkonzeption, Neoplatonismus
Hausarbeit aus der Studienrichtung Geschichte zur literarischen Strömung der Dorfprosa in der Sowjetunion ab etwa 1950 vor dem Hintergrund des politischen Tauwetters.
Seminararbeit Nr. 180 |
3,200 Wörter (
ca. 8 Seiten ) |
5 Quellen |
2010
€ 7.95
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Inhaltsangabe
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit zwei Themenblöcken: Zum einen mit der Zeit des Tauwetters, einer Periode der Auflockerung und wachsender Freiheit innerhalb Kultur und Gesellschaft der Sowjetunion von den fünfziger bis zu Beginn der sechziger Jahre, zum anderen mit
der literarischen Strömung der Derevenščiki, der so genannten Dorfprosaiker, welche die romantische Verklärung des russischen Dorflebens pflegten und den im Einklang mit der Natur lebenden bäuerlichen Menschen als sittliches Ideal beschrieben. Die Arbeit ist demnach in zwei Hauptteile gegliedert. Der erste Teil verkörpert eine überblicksartige Darstellung der Tauwetter-Periode, wobei vor allem auf kulturpolitische Tendenzen und Auswirkungen eingegangen wird. Der zweite Teil der Arbeit konzentriert sich neben der Frage nach Entstehung und Zuordnung auf die Inhalte und Intentionen der Dorfprosaiker, wobei besonders auf Valentin Rasputin, Fjodor Abramow und Wassili Below eingegangen wird. Abschließend erfolgt eine kurze Darstellung der Rezeption innerhalb sowjetischer Literaturkritik. Die vorliegende Darstellung stützt sich neben Überblicksliteratur zur Geschichte der Sowjetunion auf Werke zur Kulturpolitik und Publikationen zum Nationalismus. Eine sehr umfangreiche Darstellung der Derevenščiki findet sich in Hilde Kochaneks Untersuchung „Die russisch-nationale Rechte von 1968 bis zum Ende der Sowjetunion“, welche somit als weitere wichtige Quelle für diese Arbeit zu betrachten ist.
Textauszug
... rückte die künstlerische und vielschichtige Gestaltung der Hauptfigur ins Zentrum des Interesses, und man würdigte seine erzählerische Originalität, wie etwa die souveräne Handhabung der Volkssprache. Beitz sieht zudem die besondere Leistung Belows darin, dass es ihm wie keinem anderen Autoren gelungen sei, die Psyche des Bauern in seiner ganzen Widersprüchlichkeit zu erfassen.
„Weichheit und Liebesfähigkeit, Aufrichtigkeit und Freude an bestimmten Arbeiten, aber auch Labilität und Wankelmut, Naivität und sträflicher Leichtsinn stehen nebeneinander und prägen die manchmal
konfusen Verhaltensweisen des Helden. Ein solcher Charakter, das wird deutlich, kann nur aus dem spezifischen nordrussischen bäuerlichen Milieu hervorgehen und in ihm existieren.“ (Beitz 1994: 196)
In seinen späteren Werken wendete sich Below der Frage nach dem historischen Verlauf des russischen Dorfes zu, insbesondere die Kollektivierung 1928/29 und die damit verbundenen Umschichtungen in allen Bereichen des dörflichen Seins nehmen in seinen Erzählungen viel Platz ein. 2
In seinem Erzählzyklus „Erziehung nach dem System von Dr. Spock“ (1974/79) bewertet Below die moderne Großstadt als einen von Disharmonien geprägten Mikrokosmos, ausgelöst durch Alkoholmissbrauch, und die umfassende Entfremdung zwischen Mann und Frau, Mutter und Kind etc. (Vgl. Beitz 1994: 198)
Below erliegt hier der Gefahr einer einseitigen, kontrastierenden Gegenüberstellung der Stadt mit dem System traditioneller Werte, indem er völlig darauf verzichtet, die reale Dialektik der in der Stadt ablaufenden Prozesse entsprechend zu analysieren.
Below kann mit dieser Vorgehensweise als exemplarisch für die Problematik der gesamten Strömung der Dorfprosa betrachtet werden, die wie kaum eine andere Richtung innerhalb der Sowjetunion für Kritik und Kontroversen sorgte.
Tags:Valentin Rasputin, Fjodor Abramow, Wassili Below, sowjetische Literatur, Nationalismus
Dieser Aufsatz wirft ein Schlaglicht auf die marginale Rolle Jesu innerhalb der "Fleurs du mal" von Charles Baudelaire, die sich durch eine kritisch-revolutionäre Haltung dem Christentum gegenüber auszeichnen.
Wissenschaftlicher Aufsatz Nr. 174 |
2,460 Wörter (
ca. 6.2 Seiten ) |
1 Quelle |
2008
€ 5.95
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Inhaltsangabe
Die Analyse zieht insbesondere die beiden Gedichte "Bénédiction" und "Le Reniement de Saint Pierre" zur Exemplifierung der aufgestellten Thesen heran.
Textauszug
Nachdem im Widmungsgedicht Au lecteur ein polyphoner Lobgesang auf seinen Widersacher Satan angestimmt worden ist, ist es Bénédiction, das eigentliche Eröffnungsgedicht der Fleurs du mal, das Jesus in den Vordergrund rückt. Jedoch wird nicht dessen Geschichte erzählt, sondern vielmehr die Alternativfassung seines Lebens, die der « Poète » (V.2) durchlebt. Vor allem die Verfluchung erhofft unverbindlicher und kurzlebiger Genüsse (V.7) lässt den Verdacht auf eine Anspielung zu hoher Wahrscheinlichkeit aushärten. Schließlich hallt darin das an Maria vollbrachte Werk des Heiligen Geistes wieder, das die Geburt Jesu bewirkt hat. Im Gegensatz zur entbehrungsreichen Flucht, die Maria und Josef aufgrund der von Herodes veranlassten Volkszählung auf sich nehmen müssen, kommt es der die unerwünschte Leibesfrucht Empfangenden in diesem Gedicht zupass, auf so martialische Weise ihres ‘Ballasts’ entledigt zu werden, wie es dem von Rom eingesetzten Vasallenkönig der Überlieferung nach vorschwebte.
Tags:Petrus, Verleugnung, Blasphemie, Ruinöses Christentum, Bénédiction, Le Reniement de Saint Pierre, Charles Baudelaire
Dieser Essay entwickelt die Signifikanz des Abgrund-Motivs in den "Fleurs du mal" von Charles Baudelaire.
Essay Nr. 173 |
2,100 Wörter (
ca. 5.3 Seiten ) |
2 Quellen |
2007
€ 5.95
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Inhaltsangabe
Die drei Gedichte "Elévation", "De profundis clamavi" und "Le Voyage" werden einer eingehenden Analyse in Hinblick auf die Rolle des Abgrundes in Baudelaires Hauptwerk abgetastet.
Textauszug
Einleitend rückt das Gedicht Elévation in den Blick der Untersuchung. Es rangiert in Baudelaires Haupt- und Meisterwerk an dritter Stelle und bietet somit einen programmatischen Vorgeschmack auf das im Folgenden zu Erwartende. Hugo Friedrich zufolge lässt sich sein Aussagenkern mit dem Oxymoron der „leere[n] Idealität“ wiedergeben. Die erste Strophe beschreibt ausschließlich die neun Stufen, die beim Aufstieg durchlaufen werden. Neben der von Friedrich angeführten mystischen Unterfütterung dieser Zahl ist an dieser Stelle erneut eine mögliche Beeinflussung durch Dantes Divina Commedia zu erkennen, die von neun Höllenkreisen berichtet. Auffallend ist darüberhinaus die subtile Zweiteilung dieser Strophe durch die Verwendung zweier verschiedener Lokaladverbien. Die ersten sechs Stufen des Aufstiegs – allesamt auf der Welt vorzufinden und ihr angehörend – werden durch «profane» und «au-dessus» charakterisiert. Die verbleibenden drei Stufen jedoch erwerben dank «par-delà» eine gewisse mystische Überhöhung, zumal sie sich vom zuvor genannten Irdischen, weniger Einschüchternden, weil sehr Vertrauten, abheben. Die mit dieser prädikatlosen Enumeratio geschaffene Spannung wird durch die dem Geist des lyrischen Ichs attribuierte Agilität (V.5) aufgelöst. Diese gleich doppelte Betonung der geistigen Beweglichkeit («meus», «agilité») nähert diese spirituelle Verdichtung menschlichen Seins unwillkürlich animalischer Dynamik an. Man fühlt sich an diverse Katzen gewidmeten Gedichte erinnert, da diese mit eben dieser typischen Eigenschaft aufwarten können. In diesem impliziten Anklang wird eine Herabwürdigung des menschlichen Geistes spürbar, die jedoch keinerlei nachträgliche Intensivierung erfährt. Denn mit «bon nageur» (V.6) ergibt sich – verglichen mit der Hiflosigkeit, die in L’Irrémédiable Satans verzweifelten Schwimmversuchen attestiert wird – eine bedeutungsaufhellende Spiegelung. Der nächste Vers enthält in «profonde» eine indirekte Vorausdeutung auf die Relevanz des «Gouffre». Mit «une indicible et mâle volupté» (V.8) schließt sich eine interessante Mehrdeutigkeit an.
Tags:Fleurs du mal, gouffre, Elévation, De profundis clamavi, Le Voyage
Analyse des Gedichtes "Nur zwei Dinge" von Gottfried Benn
Wissenschaftlicher Aufsatz Nr. 159 |
1,380 Wörter (
ca. 3.5 Seiten ) |
1 Quelle |
2009
€ 3.95
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Inhaltsangabe
Die literarische Analyse empfindet den bereits aus der Strophenform hervorgehenden gedanklichen Dreischritt des lyrischen Ichs im Angesicht verflossener Liebe nach.
Textauszug
Augenfällig ist, dass die sich anschließende Mittelstrophe die beiden anderen um einen Vers übertrifft, was wohl ihre zentrale Rolle betont und darüber hinaus, dass sie den (semantischen) Zenit des Gedichtes beherbergt. Dies bewahrheitet sich insofern, als sie mit einer semi-polemischen, semi-ernüchterten Feststellung eingeleitet wird, welche noch auf den letzten Vers der Eingangsstrophe verweist: „Das ist eine Kinderfrage“ (V.5). Der Leser ist geneigt, das eigene hermeneutische Streben einer präzisen Analyse zu unterziehen. Denn ist die Frage nach dem tieferen Sinn tatsächlich ohne Weiteres als infantil abzutun oder erwächst diese provisorische Schlussfolgerung schlicht aus dem entzauberten Stein der Weisen genannt Liebe, den das lyrische Ich nach wie vor nicht recht verwunden hat?
Tags:Lyrik, Interpretation, Literatur
Diese Dissertation beleuchtet die herausgestellte Position, die Satan in den «Fleurs du mal» Charles Baudelaires einnimmt.
Dissertation Nr. 166 |
3,820 Wörter (
ca. 9.6 Seiten ) |
1 Quelle |
2007
€ 8.95
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Inhaltsangabe
Charles Baudelaires «Fleurs du mal» (1857) zeichnen sich neben diversen anderen revolutionären Tendenzen durch einen unverhohlen praktizierten Satanismus aus. Bereits dem Eingangsgedicht «Au lecteur» sind einige Elemente zu entnehmen, die erahnen lassen, welch außergewöhnliche Rolle der Höllenfürst Baudelaires Verständnis zufolge einnehmen wird. So ist beispielsweise von «Satan Trismegiste» (V.9), einer Erhebung Satans in den Stand eines «savant chimiste» (V.12), die Rede, was vor dem Hintergrund antiker Esoterik-Strömungen zu analysieren ist. Überdies lässt es sich der Autor nicht nehmen, diesen Status durch die Formulierung «C’est le Diable qui tient les fils qui nous remuent!» (V.13) zu konsolidieren, welcher – gepaart mit dessen kundiger Alchimistentätigkeit (V.11 / 12: «Et le riche métal de notre volonté / Est tout vaporisé par ce savant chimiste») - ein unmissverständlicher Abgesang auf den freien Willen, welcher einen von Gott ausgesandten Beweis seiner Güte und Liebe gegenüber seiner Schöpfung repräsentiert, zugrunde liegt. Besagter freier Wille wird gewissermaßen subkutan durch «un peuple de Démons» (V.22) verheert, welche «dans nos cerveaux» (ebd.) ihr Unwesen treiben. Dies wirft die Fragen auf, inwieweit das kontinuierliche Hinabsteigen in die Hölle (V.15) einem freien Entschluss seitens des Menschen entspringt, in welchem Maß dieser Wunsch nach dem Abstieg Satans unvergleichlicher Überzeugungs- und Anziehungskraft unterliegt, und darüber hinaus womöglich einen von Natur aus vorliegenden Grundstock an Resignation, Ennui / Weltschmerz und Enttäuschung ob des Göttlichen bedient.
1. Hinführung
2. Satan als «savant chimiste»
3. Satan als verehrungswürdiges Gottes-Surrogat
4. Satan als dem Menschen Gleichgesinnter
5. Schlussbemerkung
Textauszug
In der Funktion eines „Gebieters über das Wissen“ – wie bereits im Eingangsgedicht angeklungen – macht Satan einem seiner zahlreichen Beinamen, „Lucifer“ nämlich, alle Ehre, zumal dieser nichts anderes als „Lichtbringer“ bedeutet. Er ist es also, der den Menschen mit dem Geschenk des prometheischen Funkens aus (geistiger) Umnachtung erlöst, und nicht länger in der Unergründlichkeit vagen Glaubens darben lässt. Um sich der alchimistischen Künste bewusst zu werden, die Satan in den Fleurs du mal attestiert werden, gilt es zunächst, die Figur des Hermes Trismegistos in Augenschein zu nehmen, dessen Name ja partiell geborgt worden ist, um Satan einen „Arbeitstitel“ zu verleihen.
Tags:Fleurs du mal, Alchemie, Weltschmerz
Literarische Analyse des besagten Gedichtes aus der Feder von Gottfried Benn
Wissenschaftlicher Aufsatz Nr. 167 |
1,420 Wörter (
ca. 3.6 Seiten ) |
1 Quelle |
2009
€ 3.95
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Inhaltsangabe
Die Drastik in Gottfrieds Benn expressionistischer Lyrik schlägt sich insbesondere in seiner Flugschrift Morgue und andere Gedichte (1912) nieder, die durch makabre Themen und einen zynisch-provokanten Ton von sich reden machte. Auch spricht er dem Menschen seine evolutionäre Vorrangstellung ab, wie es sich in seinem berühmt gewordenen Zitat „Die Kröne der Schöpfung, das Schwein, der Mensch“ bündelt. Den Menschen seiner spirituellen Dimension zu berauben und ihn in seiner fragilen Körperlichkeit, Krankheitsanfälligkeit sowie seinem die Endlichkeit veranschaulichenden Verfall, ist Benns Hauptanliegen. Damit stößt er den Menschen unwiederbringlich vom Sockel seiner Idealvorstellung, ein hehres Abbild Gottes zu sein, und stellt ihm seine diesseitigen Schwachpunkte entblößend vor Augen.
1. Hinführung
2. Telegrafisch-sterile Beschreibungskunst
3. Krebskranke als Unmenschen
4. Der Mann als Eingeweihter
Textauszug
Dem Gedicht ist keinerlei emotionale Anteilnahme anzumerken. Das lyrische Ich befleißigt sich einer kühlen Sprache, die beinahe an eine bürokratische Inventur gemahnt. Dem Mann, der die Sprecherrolle in diesem Gedicht innehat, scheinen die so abstoßend-verstörende Zustände, wie sie in der Krebsbaracke vorherrschen, nicht länger das Gemüt zu verdüstern, da sie ihm zur absoluten Selbstverständlichkeit geworden sind. Er beschränkt sich darauf, Gegebenheiten konzis und scharf umrissen zu konstatieren. So leitet er seine verbalisierten Beobachtungen etwa ein mit einem Einschluss der Gesamtheit: „Hier diese Reihe sind zerfallene Schöße / und diese Reihe ist zerfallene Brust / Bett stinkt bei Bett. Die Schwestern wechseln stündlich“. Jede Reihe wird auf eine Synekdoche (Schöße, Brust) zusammengeschmolzen, woraus man schließen kann, dass die der todbringenden Erkrankung anheimgefallenen Körperteile in den Fokus seines empirischen Blickes gerückt sind.
Tags:Gedicht, Interpretation
Hausarbeit, die sich einer eingehenden Analyse des Gedichtes "A une passante" von Charles Baudelaire annimmt.
Hausarbeit Nr. 162 |
4,810 Wörter (
ca. 12 Seiten ) |
16 Quellen |
2009
€ 9.95
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Inhaltsangabe
Das zu bearbeitende Werk „A une passante“ entstammt Les Fleurs du Mal, dem Hauptwerk Charles Baudelaires, das 1857 sowie – in einer überarbeiteten Fassung – 1861 erschien und insgesamt 129 Gedichte enthält, von denen keines datiert ist. Es kreist primär um den Themenkomplex der „Verzweiflung, Lähmung, [des] fiebrigen Aufschwung[es] ins Irreale, [der] Todessehnsucht, [der] morbide[n] Reizspiele“. Die dem Gedichtband innewohnende Struktur ist dialektischer Natur, einer Einteilung in folgende sechs Zyklen unterworfen, die logisch aufeinander aufbauen und hier erläutert werden.
1. Situierung des Textes
2. Inhaltlich Dimension
2.1. Vorläufige Aussage des Gedichtes
2.2. Liebeskonzeption
2.2.1. Petrarkismus
2.2.2. Dekadente Erotik
2.2.3. Weltverhältnis
3. Makrostruktur des Textes
3.1. Textsegmentierung
3.2. Isotopien
3.2.1. Tod
3.2.2. Rausch
3.2.3. Unbeweglichkeit
3.2.4. Beweglichkeit
3.2.5. Sehvermögen
4. Sprachliche Mikrostruktur
4.1. Syntaktische Ebene
4.2. Phonische Ebene
4.3. Stilistische Ebene
4.4. Semantische Ebene
5. Zusammenfassende Gesamtbeurteilung
Textauszug
Im ersten Zyklus « Spleen et Idéal » streicht Baudelaire die Zweischneidigkeit des menschlichen Wesens heraus. Es geht um „den Kontrakt zwischen Aufschwung und Absturz“ . Der darauffolgende Zyklus « Tableaux parisien » befasst sich mit dem „Versuch eines Ausweichens in die äußere Welt der Großstadt“ und trägt über weite Teile hinweg Züge von Ekphrasis, sprich: poetischer Bildbeschreibung. An diesen schließt sich « Le Vin » an, der „den versuchten Ausbruch in das künstliche Paradies“ zum Gegenstand hat, welcher in die Gruppe « Fleurs du mal » mündet, in der „die Faszination des Zerstörenden“ die Oberhand gewinnt. Die beiden sich daraus entspinnenden Sektionen lauten « Révolte », worin „der höhnende Aufruhr gegen Gott“ Ausdruck findet, sowie « La Mort », das den Versuch beschreibt, „Ruhe im Tod zu finden“ . Da « A une passante » den « Tableaux parisiens » angehört, rückt dieser Zyklus in den Fokus der Untersuchung. Er besteht aus 18 Gedichten und weist, für sich allein genommen, einen ebenso dialektischen Charakter auf, wie er dem Gedichtband in seiner Gesamtheit zu Eigen ist. Dies lässt sich daraus ersehen, dass mit dem Eingangsgedicht « Paysage » der Rahmen für sämtliche geschilderte Geschehnisse, Beobachtungen und Traumsequenzen bis hin zu « Le crépuscule du matin » geschaffen wird.
Tags:Lyrik, Gedichtsinterpretation, Literatur, Petrarkismus, Dekadente Erotik