Inhaltsangabe Zuerst stellt sich in dieser Arbeit die Frage: Was ist ein Ritual eigentlich? Es werden anschauliche Beispiele genannt.
Laut Text gibt es drei Modelle, die sich um den Sinn von Ritualen drehen. Zum einen das funktionalistische Modell, das konfessionalistische Modell und das formalistische Modell.
Axel Michaels schließt daraus: Alle Ritualtheorien sind funktionalistisch (mit psychologischem oder soziologischem Schwerpunkt), formalistisch bzw. konfessionalistisch oder eine Mischung davon. Ritualteilnehmer sind es gleichermaßen: zweckorientiert, sinnorientiert oder formorientiert.
Als nächstes behandelt Axel Michaels in seinem Text die Frage nach den „rituellen Bausteinen“ und geht kurz anhand einer hinduistischen Initiation darauf ein. Michaels behauptet auch, dass es Möglichkeiten gibt, Rituale von anderen ritualisierten Handlungen zu unterscheiden. Zum einen durch ''Anlässe" oder durch ''formale Kriterien''. 3 bis 4 verschiedene formale Handlungskriterien müssen dazu erfüllt sein. Die Handlung muss förmlich, stereotyp und nachahmbar sein. In dieser Arbeit wird sehr anschaulich beschrieben, was ein Ritual ist, wie es definiert werden kann, und es wird durch sehr interessante Beispiele verdeutlicht.
Textauszug ''Rituale haben einen spielerischen, individuellen und gemeinschaftlichen Zweck. Funktionalistische Theorien sind meist psychologisch - soziologisch ausgerichtet. Psychologische Theorien, z.B.: Malinowski, Freud, betonen den angstreduzierenden Anteil. Auch Van Gennep meinte, Rituale dienen der Abreaktion von Spannung. Sie sind sozusagen Kriseninterventionen, und helfen in beängstigenden Situationen im Sinne einer Art Therapie. Die soziologische Theorie besagt, dass Rituale solidarisierend, kontrollierend, stabilisierend oder auch hierarchisierend sind – kurz: Bündnisse. Ihre Öffentlichkeit und ihr Einüben dienen dazu, die Gemeinschaft über das Individuum zu stellen und zugleich zu überhöhen.''
Tags: Philosophie, Geschichte, Ritus, Brauch, Sitten