Die etymologische Bedeutung des Wortes „Bildung“
Die etymologische Bedeutung des Wortes „Bildung“
Das zentrale Thema dieser Arbeit ist die
etymologische Auseinandersetzung mit dem Begriff „Bildung“.
3,610 Wörter (ca. 9 Seiten) |
8 Quellen |
2008
Inhaltsangabe:
Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Bildungsphilosophische Perspektiven im wissenschaftlichen Diskurs“ fand unter anderem eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem Text „Qu’est-ce que la Philosophie? Was ist das – die Philosophie“ von Heidegger (1956) statt. In diesem versucht Heidegger die Bedeutung des Begriffs „Philosophie“, ausgehend von seiner etymologischen und geschichtlichen Verankerung, zu erläutern. Nach der Klärung der Bedeutung des Wortes „Philosophie“ ist nun noch die Klärung des Wortes „Bildung“ ausständig, um zu einem differenzierten Verständnis über das Seminar-Thema der Bildungsphilosophie zu gelangen.
Outline:
Einleitung
Die Entwicklung des Bildungsbegriffs
Der religiöse Bildungsbegriff
Die Verweltlichung des Bildungsbegriffs
Bedeutung der Wurzeln des Bildungsbegriffs
Weitere Gedanken zum Bildungsbegriff
Eine (etymologische) Definition von Bildung
Was ergibt sich aus dieser etymologischen Betrachtungsweise?
Bildungsziel
Menschenbild
Pädagogisches Wirken
Institutionalisierung
Problematik
Resümee
Literaturverzeichnis
Aus der Arbeit:
Nach Rauhut (1965, 18) sind die Wurzeln des Bildungsbegriffs (im kulturellen und pädagogischen Sinn) in der Bibel zu finden. In der Vulgata (lateinische Bibel, die ca. 400n.Chr. entstanden ist) heißt es im Buch Gen. 1, 26/27: „Und Gott sprach: Lasset uns den Menschen machen nach unserem Bild und Gleichnis. Und er soll herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über die Tiere und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild; zum Bilde Gottes schuf er ihn, als Mann und Weib schuf er sie.“
Die Vorstellung, dass der Mensch ein Abbild Gottes ist, findet sich jedoch schon in der babylonischen und der sumerischen Schöpfungslehre, welche die biblische Schöpfungslehre mit beeinflusst hat. Rauhut (1965, 18) geht davon aus, dass der älteste überlieferte Beleg für die Lehre der Erschaffung des Menschen nach dem Bild Gottes ein Teil der sumerischen Liturgie ist, der sich auf die Urmutter Nintu bezieht. Weit wichtiger scheint jedoch eine Bibelstelle, die sich auf die oben genannte Genesis-Stelle bezieht, 2.Kor. 3,18: „Nun aber spiegelt sich in uns allen des Herrn Herrlichkeit mit aufgedecktem Angesicht, und wir werden verwandelt in dasselbige Bild, von einer Klarheit zur anderen, als vom Geist des Herrn.“