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Hannah Arendt - Das Herstellen


Nr. 93
Hannah Arendt - Das Herstellen
Ziel dieser Arbeit ist es, die Tätigkeit des Herstellens zu charakterisieren und abzugrenzen von der Arbeit und dem Handeln.
3,890 Wörter (ca. 9.7 Seiten) | 5 Quellen | 2009


Inhaltsangabe:

Hannah Arendt sucht in ihrem Buch „Vita activa oder Vom tätigen Leben“ Antworten auf die Frage „Was tun wir, wenn wir tätig sind?“. Dabei unterscheidet sie drei Tätigkeitsbereiche des Menschen: das Arbeiten, das Herstellen und das Handeln. Diese Trias charakterisiert das menschliche Leben. Hannah Arendt stimmt hier mit Karl Marx überein, auch dieser meinte: „… denn was ist Leben [anderes] als Tätigkeit…“ (http://www.mlwerke.de/me/me40/me40_510.htm )
Die Arbeit ist für die Erhaltung des Lebensprozesses verantwortlich. Das Herstellen bringt Dinge hervor, die dem Homo faber Beständigkeit geben. Das Handeln ist politisch, es kann nur durch Pluralität geschehen. (vgl. Arendt 2008)
Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit dem Kapitel „Das Herstellen“. Es soll aufgezeigt werden, welche Eigenschaften Hannah Arendt dem Herstellen zugeschrieben hat und wo die Grenzen sind zwischen dem Herstellen und den anderen beiden Tätigkeiten. Was zeichnet einen Menschen aus, der herstellt? Warum werden Gegenstände erzeugt? Was braucht der Mensch, um Objekte herstellen zu können?
Diese Fragen möchte der Autor im Zuge der Seminararbeit beantworten. Ziel dieser Arbeit ist es, die Tätigkeit des Herstellens zu charakterisieren und abzugrenzen von der Arbeit und dem Handeln.

Outline:

Einleitung
Das Herstellen
Die Dauerhaftigkeit der Welt
Die Verdinglichung
Die Rolle des Instrumentalen in der Arbeit
Die Rolle des Instrumentalen für das Herstellen
Der Tauschmarkt
Die Beständigkeit der Welt und das Kunstwerk
Schlussfolgerungen
Literaturverzeichnis

Aus der Arbeit:

''Das Herstellen ist für Arendt „das Werk unserer Hände, und nicht die Arbeit unseres Körpers…“ (Arendt 2008, S. 161). Herstellen kann nur der Homo faber, nicht das Animal laborans. Der Homo faber ist der herstellende Mensch, er bearbeitet mit seinen Händen vorgegebenes Material zum Zwecke der Herstellung, dadurch entstehen Dinge. Im Gegensatz dazu steht das Animal laborans, dies ist der arbeitende Mensch. Im Unterschied zum Homo faber vermischt er sich körperlich mit dem Material seiner Arbeit, der herstellende Mensch verbindet sich nicht mit seinem Material.
Die Dinge, welche hergestellt werden, werden benutzt, dabei werden sie zwar gebraucht, aber nicht verbraucht. Sie sind nach der Benutzung immer noch da, man kann sie immer wieder benutzen, sie besitzen eine gewisse Haltbarkeit, wenn sie nicht zerstört werden. Dadurch erzeugen sie eine Beständigkeit in der Welt, diese ist wichtig, damit sich die Menschen auf der Erde einrichten können, sie brauchen die Gegenstände, um die Welt als ihre Heimat ansehen zu können. Objekte werden nicht hergestellt, um konsumiert zu werden, sondern um der Welt etwas Dauerhaftes zu verleihen. „Abgelöst vom Tätigkeitsgang, verbleiben die Gegenstände unseres Herstellens relativ dauerhaft in ihrer vorliegenden Dinghaftigkeit.“ (Breier 2005, S. 95) Im Vergleich zum Herstellungsprozess ist die Verweildauer auf Erden von den Dingen eine sehr lange.
Durch das Gebrauchen der Dinge werden diese aber abgenutzt. Sie werden zwar nicht verzehrt, aber sie halten nicht ewig. Auch wenn die Dinge nicht benutzt werden würden, würden sie irgendwann verfallen und wieder zur Natur zurückkehren, wo sie Homo faber herausgerissen hat. (vgl. Arendt 2008, S. 161f)''

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