John Wycliff
In dieser Arbeit geht es um die Biographie und das Lebenswerk von John Wycliff. Er war der Sohn von Gutsbesitzern aus Wycliffe-on-Tees in der Grafschaft Yorkshire im Norden Englands.
3,800 Wörter (
ca. 9.5 Seiten) |
2 Quellen |
2009
Published on: 15.06.2009
Inhaltsangabe:
Wycliffs Schriften sind kein zusammenhängendes Ganzes. Viele seiner Bücher entspringen den Umständen der damaligen Zeit oder sind Gelegenheitsarbeiten, mit sich wiederholenden Argumenten. Es sind Streitschriften, in denen es darum geht, die Missstände aufzuzeigen und dem anderem seine Schuld bewusst zu machen. Aber vor allem seine wiederholten Angriffe gegen die Kirche entspringen aus dem tiefen Wunsch nach Reformen. Obwohl Wycliff im Dienste der Kirche blieb, geriet er immer mehr in Widerspruch zu herrschenden Lehren der Kirche. Für Wycliff begann der Niedergang der Kirche mit ihrem Griff nach der weltlichen Herrschaft. Die meisten führenden Männer der Kirche waren zugleich führend in der weltlichen Politik und hatten große Reichtümer um sich gesammelt. Zusammenfassend forderte Wycliff die Enteignung der Kirche, um sie zur Armut und Konzentration auf ihre geistlichen Aufgaben zurückzuführen. Das einzige Mittel zur Wiederherstellung der Ordnung sah er in einer Beschränkung der irdisch–weltlichen Herrschaft des Klerus oder in deren vollem Entzug.
Aus der Arbeit:
''Den größeren Teil der Jahre um 1350 verbrachte Wycliff als Student in Oxford. Wycliff war bereits 30 Jahre alt und galt als wortkarger, verschlossener junger Mann, der sich nur gesprächig und rhetorisch gewandt zeigte, wenn es sich um religiöse Fragen handelte. Zur damaligen Zeit herrschte außerhalb Englands Grenzen Krieg, doch berührte das die damalige Jugend nicht. Die Studenten engagierten sich in Aufgabengebiete, die sie persönlich betrafen und
interessierten. Sie waren genug beschäftigt mit den eigenen Problemen und Nöten. John Wycliff war besonders von den Kriegsereignissen betroffen und betonte eindringlich die allgemeine Verwerflichkeit von Kriegen. Besonders scharf kritisierte er die Kriege, welche von Priestern angestiftet worden waren. Dies
betraf vor allem den Hundertjährigen Krieg, bei dem vor allem die höchsten Kirchenmänner in der Kriegsführung großen Anteil hatten.
Im Jahr 1361 wurde Wycliff zum Priester geweiht und bekam eine Pfarrstelle zugewiesen. Aber er wollte sein Studium weiter fortsetzen und so blieb er Student. Wycliff wandte sich jetzt vorrangig dem Schreiben zu. Der Umfang seiner philosophischen Arbeiten aus dieser Zeit ist beträchtlich. 21, zum Teil umfangreiche Traktate sind von ihm bekannt, von denen heute 17 editiert sind.
13 von ihnen stellte er nachträglich zu einer philosophische Sammlung in zwei Büchern zusammen: Er behandelte sowohl Probleme der Ideenlehre als auch der philosophischen Gotteslehre. Zugleich hatte er sich bereits den Ruf erworben, einer der führenden Theologen und Denker seiner Zeit zu sein.''