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PISA als Grundlage der Bildungs-Homöostase?

Nr. 83
Derzeit ist PISA wohl als Grundlage der Bildungs-Homöostase zu bezeichnen, da es versucht, einen festgelegten Status aufrechtzuerhalten und diesen effektiv in nahezu allen beteiligten Ländern zu verankern. In dieser Arbeit wird die Pisastudie analysiert.
2,950 Wörter (ca. 7.4 Seiten) | 4 Quellen | 2009
Published on: 26.05.2009

Inhaltsangabe:

Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Konstitutionsprobleme der Bildungswissenschaft“ wurde das Spannungsfeld von Bildungstheorie und Bildungsforschung anhand des Praxisbeispiels PISA diskutiert. Im Zuge dessen erfolgte die intensive Auseinandersetzung mit Texten über PISA und damit einhergehenden Thematiken, z.B. Bildungsstandards. Durch die inhaltliche Vielfalt und Breite des Seminars war es nicht möglich, auf jeden Teilaspekt genauestens einzugehen; daher konzentriert sich diese Arbeit auf die Konsequenzen des neuen Steuerungskonzepts in gegenwärtiger Bildungsreform. Es stellen sich folgende Fragen: Ist PISA ein Steuerungskonzept? Inwiefern kann PISA steuern und wodurch? Was kann mittels einer Steuerung erreicht werden?

Outline:

Einleitung
PISA als Steuerungskonzept?
Basiskompetenzen, Feedback und Steuerung
Wozu überhaupt Steuerung?
Konsequenzen einer Steuerung
Was hat sich durch PISA geändert?
Wozu überhaupt PISA?
Resümee
Literaturverzeichnis

Aus der Arbeit:

Aus dem zweiten Kapitel dieser Arbeit ist bereits bekannt, dass PISA ein
Steuerungssystem ist und dieses mittels Basiskompetenzen operiert. Wichtig bei diesem Zusammenhang ist die Einbeziehung der Komponente des Feedbacks. Merkens (2007, S. 83) meint dazu, dass PISA sowie TIMMS und IGLU „zu einer Verbesserung des Bildungssystems beitragen können. Diese Annahme kann nur zutreffend sein, wenn man davon ausgeht, dass über Rückmeldungen steuernd in das Bildungssystem eingegriffen werden kann“. Die Messung und Veröffentlichung von Basiskompetenzen ist ein Feedback, das über die Qualität (des Bildungssystems) Auskunft gibt. Feedback, allen voran die negative Rückmeldung, veranlasst zu Handlungen, die zum gewünschten und bislang nicht oder nur
teilweise erreichtem Ziel führen sollen. Der Kreislauf schließt sich damit und das Steuerungskonzept geht auf. Das heißt auch, gemäß Merkens (2007), dass der Output zum Indikator der Rückmeldung wird (traditionell wurde eigentlich immer mittels Inputsteuerung gearbeitet). Konkreter: Das, was SchülerInnen leisten, ist die Grundlage der Feststellung, was
sie gelernt haben, ergo dessen was das System Schule zu leisten fähig ist – und das wiederum ist die Basis dessen, was verändert werden soll. Sinngemäß könnte man nun meinen, dass sich Schüler auf diese Weise „ihr eigenes Grab schaufeln“ (was überspitzt negativ formuliert ist) – dem ist jedoch nicht so. PISA wird im 3-Jahres-Rhtythmus durchgeführt (wobei die Schwerpunktmessung zyklisch auf unterschiedlichen Basiskompetenzen aufbaut), das bedeutet nichts anderes, als die Tatsache, dass sie (um beim zuvor genannten Sprichwort zu bleiben) der nachfolgenden Generation das Grab schaufeln. Das ist unter anderem deswegen problematisch, weil die Schwächen einer Generation nicht zwingend auch die der nächsten
Generation sind und weil die „Betroffenen“ nichts mehr von Verbesserungsaktionen haben, da diese einfach zu spät erfolgen und daher ein anderes Zielpublikum treffen/erreichen.

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17.05.2009
Studium der Psychologie sowie Studium der Bildungswissenschaft an der Universität Wien, Tutorin am Institut für Bildungswissenschaft (Theoretische Erziehungswissenschaft, Psychoanalytische Pädagogik)
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