Analyse des Gedichtes "Nur zwei Dinge" von Gottfried Benn
1,380 Wörter (ca. 3.5 Seiten) |
1 Quelle |
2009
Inhaltsangabe:
Die literarische Analyse empfindet den bereits aus der Strophenform hervorgehenden gedanklichen Dreischritt des lyrischen Ichs im Angesicht verflossener Liebe nach.
Aus der Arbeit:
Augenfällig ist, dass die sich anschließende Mittelstrophe die beiden anderen um einen Vers übertrifft, was wohl ihre zentrale Rolle betont und darüber hinaus, dass sie den (semantischen) Zenit des Gedichtes beherbergt. Dies bewahrheitet sich insofern, als sie mit einer semi-polemischen, semi-ernüchterten Feststellung eingeleitet wird, welche noch auf den letzten Vers der Eingangsstrophe verweist: „Das ist eine Kinderfrage“ (V.5). Der Leser ist geneigt, das eigene hermeneutische Streben einer präzisen Analyse zu unterziehen. Denn ist die Frage nach dem tieferen Sinn tatsächlich ohne Weiteres als infantil abzutun oder erwächst diese provisorische Schlussfolgerung schlicht aus dem entzauberten Stein der Weisen genannt Liebe, den das lyrische Ich nach wie vor nicht recht verwunden hat?