Die Fragestellung zur Feldforschung lautete zu Beginn: „Was tun Menschen am Bahnsteig, wenn sie auf den Zug warten?“ und „Nehmen Menschen Kontakt mit anderen auf, wenn sie auf den Zug warten?“
Seminararbeit Nr. 100 |
7,230 Wörter (
ca. 18.1 Seiten ) |
4 Quellen |
2009
$ 16.95
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Inhaltsangabe
Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit einer Feldstudie, welche der Autor im Rahmen des Seminars „Ethnographische Studien der Interkulturalität“ selbst durchgeführt hat. In dem Seminar wurde diese Methode der Ethnographie definiert, die Fragestellung und die Feldforschung wurden selbstständig organisiert. Weiters wurden Theorie und Praxis der Ethnographie im Seminar erläutert und miteinander verbunden, worauf der Autor dieser Seminararbeit näher eingehen möchte.
Der Autor hat untersucht, was an einem Bahnsteig passiert, während Passanten auf den Zug warten. Es wurde zum Beispiel beobachtet, wie Gruppen entstehen, bzw. was passieren muss, damit Gruppen entstehen und dass Kontakt zu anderen Menschen zustande kommt. In den Mittelpunkt rückte für den Autor nun die Frage, wie Differenz bei Kontakt hergestellt und markiert wird.
Durch diese Fragestellungen lassen sich bestimmte Muster feststellen, welche in der Arbeit näher erläutert werden. Man kann beobachten, wie, wann und warum Menschen Kontakt bzw. keinen Kontakt zu anderen Menschen aufnehmen. Auch lassen sich die verschiedensten Elemente beobachten, was Menschen tun, um Kontakt mit anderen Personen zu vermeiden. Weiters bekam er Autor diverse Antworten auf die Frage, was Menschen tun, wenn sie warten.
Würde man eine größere Studie in der Ethnographie durchführen und könnte eine explizitere Fragestellung auswählen, man würde dazu tendieren, eine bestimmte Gruppe von Personen zu beobachten. Eine Möglichkeit für eine Fragestellung wäre: „Wie nehmen Reisende mit dem Zug, die sich nicht auskennen, Kontakt zu anderen Menschen auf? Nach welche Kriterien suchen die Menschen, die Hilfe brauchen, andere Personen aus?“. Damit würde man vor allem beobachten wollen, ob hier die Personen nach dem Geschlecht gehen, also ob Frauen dazu tendieren, eher Frauen anzusprechen und sie um Hilfe zu bitten und Männer eher Männer ansprechen, oder ob es ganz andere Faktoren gibt.
Outline:
Einleitung
Die Fragestellung
Die Methode
Feldnotizen
Reflexion
Synthese - Theorie und Praxis
Literaturverzeichnis
Textauszug
''Der Bahnhof Hollabrunn besteht aus zwei Bahnsteigen mit drei Gleisen. Auf den Bahnsteig zwei gelangt man durch eine Unterführung von zwei verschiedenen Seiten. An beiden Seiten ist jeweils eine Überwachungskamera angebracht. Diese geben mir gleichzeitig ein Gefühl von Sicherheit, aber ich komme mir auch beobachtet vor. Ich frage mich, ob diese Kameras wirklich notwendig sind in Hollabrunn. Vor dieser Unterführung ist auf jeder Seite ein Aschenbecher, also ein Raucherbereich, da auf dem Bahnsteig Rauchverbot herrscht. Weiters gibt es auf jeder Seite einen Ständer mit der Gratiszeitung „Heute“. Dieser ist zu diesem Zeitpunkt bereits leer. Vor jeder Unterführung gibt es außerdem eine Bushaltestelle. Geht man durch die Unterführung, hängen diverse Aushänge der ÖBB, wo Zugausfälle bekannt gegeben werden oder Aushänge wegen einem Schienenersatzverkehr. In der Unterführung selbst hängen Werbeplakate (zurzeit von einem Theaterstück und einem Konzert), auch hier gibt es wieder Überwachungskameras. Dann hat man die Möglichkeit, links und rechts auf den Bahnsteig zu gelangen. Geht man die rechte Seite hinauf, sieht man zu Beginn eine Überwachungskamera, danach einen Automaten, wo man sich Süßigkeiten und Säfte kaufen kann. Dann sind Sitzmöglichkeiten angeordnet, immer drei Plätze nebeneinander, Rücken an Rücken. Diese Sitzplätze gibt es insgesamt fünf Mal am Bahnsteig. Ich gehe dort hin, wo zwei dieser fünf Sitzmöglichkeiten waren und setze mich auf einen Platz. Zwischen den beiden Sitzgarnituren stehen ein Mistkübel und eine Säule, wo ein Zugplan hängt. Weiter oben gibt es eine Werbesäule. Auf jeder Seite der Unterführung gibt es eine große Uhr.''
Tags:Ethnographische Studien, Interkulturalität, soziales Verhalten
In diesem Text geht es um Rituale und Axel Michaels Behauptung „Kein Ritual ist ohne Bedeutung“.
Referat Nr. 102 |
2,290 Wörter (
ca. 5.7 Seiten ) |
1 Quelle |
2006
$ 7.95
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Inhaltsangabe
Zuerst stellt sich in dieser Arbeit die Frage: Was ist ein Ritual eigentlich? Es werden anschauliche Beispiele genannt.
Laut Text gibt es drei Modelle, die sich um den Sinn von Ritualen drehen. Zum einen das funktionalistische Modell, das konfessionalistische Modell und das formalistische Modell.
Axel Michaels schließt daraus: Alle Ritualtheorien sind funktionalistisch (mit psychologischem oder soziologischem Schwerpunkt), formalistisch bzw. konfessionalistisch oder eine Mischung davon. Ritualteilnehmer sind es gleichermaßen: zweckorientiert, sinnorientiert oder formorientiert.
Als nächstes behandelt Axel Michaels in seinem Text die Frage nach den „rituellen Bausteinen“ und geht kurz anhand einer hinduistischen Initiation darauf ein. Michaels behauptet auch, dass es Möglichkeiten gibt, Rituale von anderen ritualisierten Handlungen zu unterscheiden. Zum einen durch ''Anlässe" oder durch ''formale Kriterien''. 3 bis 4 verschiedene formale Handlungskriterien müssen dazu erfüllt sein. Die Handlung muss förmlich, stereotyp und nachahmbar sein. In dieser Arbeit wird sehr anschaulich beschrieben, was ein Ritual ist, wie es definiert werden kann, und es wird durch sehr interessante Beispiele verdeutlicht.
Textauszug
''Rituale haben einen spielerischen, individuellen und gemeinschaftlichen Zweck. Funktionalistische Theorien sind meist psychologisch - soziologisch ausgerichtet. Psychologische Theorien, z.B.: Malinowski, Freud, betonen den angstreduzierenden Anteil. Auch Van Gennep meinte, Rituale dienen der Abreaktion von Spannung. Sie sind sozusagen Kriseninterventionen, und helfen in beängstigenden Situationen im Sinne einer Art Therapie. Die soziologische Theorie besagt, dass Rituale solidarisierend, kontrollierend, stabilisierend oder auch hierarchisierend sind – kurz: Bündnisse. Ihre Öffentlichkeit und ihr Einüben dienen dazu, die Gemeinschaft über das Individuum zu stellen und zugleich zu überhöhen.''
Tags:Philosophie, Geschichte, Ritus, Brauch, Sitten