Diese Analyse bietet ein close reading des Gedichtes "Einsamer nie - " von Gottfried Benn.
Wissenschaftlicher Aufsatz Nr. 175 |
1,500 Wörter (
ca. 3.8 Seiten ) |
1 Quelle |
2009
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Inhaltsangabe
Aus der Untersuchung geht hervor, dass der vermeintlichen Naturbeschreibung ein politischer Subtext innewohnt.
Textauszug
Das Gedicht „Einsamer nie –“ von Gottfried Benn datiert aus dem Jahre 1940, was von nicht geringer Bedeutung für seine Rezeption ist. Denn zu diesem Zeitpunkt jährt sich der Zweite Weltkrieg zum ersten Mal. Womöglich hat es Benn für eine Notwendigkeit befunden, dieser Geißel Europas ein vorläufiges Denkmal zu setzen. Sicherlich kann von einem Denkmal im eigentlichen Sinne keine Rede sein. Es kann nur darum gehen, dem Medium Sprache etwas abzuringen, das dem historischen Umfeld auch menschlich-individuelle Tiefe verleiht und den Silberstreif noch verbleibender Hoffnung mit den Mitteln der Kunst an einen blutunterlaufenen Horizont zu malen, der schon so viele Gräuel und Schandtaten und das Leid zahlloser Unschuldiger hat mit ansehen müssen. Inwiefern sich dieses Unterfangen als fruchtbar und Erfolg verheißend herausstellt, muss bereits mit Zweifeln besetzt werden, wenn man den Titel in den Blick nimmt. Dieser nämlich kann kaum für sich selbst stehen, wirkt durch den Gedankenstrich vielmehr in Mitleidenschaft gezogen, elliptisch erschüttert, weil er im Grunde so Vieles mehr aus dem Reich des Unsagbaren in die Syntax des Verstehens zu zerren versucht und dabei kläglich zu scheitern scheint. Auch dürfte der Titel dem Gedicht nicht in einer Reflexion programmatisch vorangestellt worden sein. Vielmehr scheint es, als habe er sich naturgemäß aus dem fertig gestellten Gedicht ergeben. Nun ist es aber so, dass seine unvollständige Struktur nicht etwa auf Effekthascherei angelegt ist, sondern eher darauf abzielt, die Namenlosigkeit und das betretene Schweigen zu Papier zu bringen, das sich das lyrische Ich womöglich stattdessen auferlegen sollte, da ein Abschnitt der Geschichte angebrochen ist, dessen Geburt niemand präzise anzugeben oder plausibel zu erläutern vermag und über dessen Verlauf und Ende ein ähnliches Maß an Ahnungslosigkeit den europäischen Geist eingenommen hat.
Tags:Lyrik, Gedichtsinterpretation
Hausarbeit, die sich einer eingehenden Analyse des Gedichtes "A une passante" von Charles Baudelaire annimmt.
Hausarbeit Nr. 162 |
4,810 Wörter (
ca. 12 Seiten ) |
16 Quellen |
2009
$ 12.95
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Inhaltsangabe
Das zu bearbeitende Werk „A une passante“ entstammt Les Fleurs du Mal, dem Hauptwerk Charles Baudelaires, das 1857 sowie – in einer überarbeiteten Fassung – 1861 erschien und insgesamt 129 Gedichte enthält, von denen keines datiert ist. Es kreist primär um den Themenkomplex der „Verzweiflung, Lähmung, [des] fiebrigen Aufschwung[es] ins Irreale, [der] Todessehnsucht, [der] morbide[n] Reizspiele“. Die dem Gedichtband innewohnende Struktur ist dialektischer Natur, einer Einteilung in folgende sechs Zyklen unterworfen, die logisch aufeinander aufbauen und hier erläutert werden.
1. Situierung des Textes
2. Inhaltlich Dimension
2.1. Vorläufige Aussage des Gedichtes
2.2. Liebeskonzeption
2.2.1. Petrarkismus
2.2.2. Dekadente Erotik
2.2.3. Weltverhältnis
3. Makrostruktur des Textes
3.1. Textsegmentierung
3.2. Isotopien
3.2.1. Tod
3.2.2. Rausch
3.2.3. Unbeweglichkeit
3.2.4. Beweglichkeit
3.2.5. Sehvermögen
4. Sprachliche Mikrostruktur
4.1. Syntaktische Ebene
4.2. Phonische Ebene
4.3. Stilistische Ebene
4.4. Semantische Ebene
5. Zusammenfassende Gesamtbeurteilung
Textauszug
Im ersten Zyklus « Spleen et Idéal » streicht Baudelaire die Zweischneidigkeit des menschlichen Wesens heraus. Es geht um „den Kontrakt zwischen Aufschwung und Absturz“ . Der darauffolgende Zyklus « Tableaux parisien » befasst sich mit dem „Versuch eines Ausweichens in die äußere Welt der Großstadt“ und trägt über weite Teile hinweg Züge von Ekphrasis, sprich: poetischer Bildbeschreibung. An diesen schließt sich « Le Vin » an, der „den versuchten Ausbruch in das künstliche Paradies“ zum Gegenstand hat, welcher in die Gruppe « Fleurs du mal » mündet, in der „die Faszination des Zerstörenden“ die Oberhand gewinnt. Die beiden sich daraus entspinnenden Sektionen lauten « Révolte », worin „der höhnende Aufruhr gegen Gott“ Ausdruck findet, sowie « La Mort », das den Versuch beschreibt, „Ruhe im Tod zu finden“ . Da « A une passante » den « Tableaux parisiens » angehört, rückt dieser Zyklus in den Fokus der Untersuchung. Er besteht aus 18 Gedichten und weist, für sich allein genommen, einen ebenso dialektischen Charakter auf, wie er dem Gedichtband in seiner Gesamtheit zu Eigen ist. Dies lässt sich daraus ersehen, dass mit dem Eingangsgedicht « Paysage » der Rahmen für sämtliche geschilderte Geschehnisse, Beobachtungen und Traumsequenzen bis hin zu « Le crépuscule du matin » geschaffen wird.
Tags:Lyrik, Gedichtsinterpretation, Literatur, Petrarkismus, Dekadente Erotik