Das Referat setzt sich mit dem Konzept der Handlungsorientierung auseinander, das in erster Linie auf die Initiative des Schüler setzt, sich Wissen autonom anzueignen.
Referat Nr. 172 |
5,350 Wörter (
ca. 13.4 Seiten ) |
4 Quellen |
2007
$ 12.95
Einzelheiten
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Inhaltsangabe
Eine „Monokultur“ passiv-rezeptiver Lernformen attestierte 1985 eine empirische Untersuchung von Erziehungswissenschaftlern der Fernuni Hagen (HAGE et al.) dem analysierten Unterricht nordrhein-westfälischer Lehrer: 77% des Unterrichts wurden als Frontalunterricht durchgeführt, in dem wiederum das (lehrer-)gelenkte Gespräch überwog.
Warum es sinnvoll ist, dass der handlungsorientierte Unterricht, wie KÖCK schreibt, seit Beginn der 90er Jahre im Reigen der Wiederbelebung seit jeher bewährter Unterrichtskonzepte einen Spitzenplatz einnimmt und wie er sich realisieren läßt, soll nun dargestellt werden.
1. Vorbemerkung
2. Begriffsklärung "Handlungsorientierter Unterricht"
3. Historische Wurzeln des Handlungsorientierten Unterrichts
4. Begründungen Handlungsorientierten Unterrichts
5. Ziel des Handlungsorientierten Unterrichts
6. Voraussetzungen für die Verwirklichung des Projektunterrichts
7. Realisierungsmöglichkeit - vom Handlungsorientierten Fachunterricht zum Projekt
8. Grenzen und Probleme Handlungsorientierten Unterrichts
9. Schlussbemerkung
10. Verwendete Literatur
Textauszug
Handlungsorientierter Unterricht ist ein ganzheitlicher und schüleraktiver Unterricht, in dem die zwischen dem Lehrer und den Schülern vereinbarten Handlungsprodukte die Organisation des Unterrichtsprozesses leiten, so daß Kopf- und Handarbeit der Schüler in ein ausgewogenes Verhältnis zueinander gebracht werden.
Die Formulierung Handlungsorientierter Unterricht bringt zum Ausdruck, daß dies nur eine Methode zur Gestaltung der Lehr- und Lernprozesse ist und nicht nur noch handelnd gelernt werden soll.
Auch der lehrgangsmäßig organisierte Unterricht behält seine Berechtigung, Handlungsorientierter Unterricht braucht sogar den Bezug zum Lehrgang (vgl. Punkt Realisierung).
Handlungsorientierter Unterricht ist kein didaktischer Modetrend, bereits in der Reformpädagogik praktizierten Pädagogen einen - wie wir heute sagen würden - Handlungsorientierten Unterricht, den sie allerdings mit dem vom Reformpädagogen JOHANNES LANGERMANN (1848 - 1923) geprägten Begriff Handelnder Unterricht bezeichneten.
Wird der Begriff Handelnder Unterricht heute in der pädagogischen und didaktischen Fachliteratur verwendet, so stützen sich diese Autoren zumeist speziell auf die Aneignungstheorie der russischen kulturhistorischen Schule von WYGOTSKI, LEONTJEW und GALPERIN. Vergleichbar mit der in der westlich-orientierten Pädagogik oft rezipierten Genfer Schule um PIAGET und AEBLI begründeten sie eine auf dem Zusammenhang von Handeln und Denken basierende Erkenntnis- und Lerntheorie. Es würde zuweit führen, näher auf diese Schule einzugehen.
Handlungsorientierter Unterricht und Handelnder Unterricht haben also zwei unterschiedliche Traditionen.
Tags:Reformpädagogik, Langermann, Eigeninitiative, Piaget