Nach welchen Kriterien werden Leistungsmessungen in der Schule vorgenommen, und wie können Lehrer vermeiden, ihre Schüler auf Anhieb mit einem langlebigen Etikett zu versehen.
Referat Nr. 157 |
4,428 Wörter (
ca. 11.1 Seiten ) |
12 Quellen |
2007
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Inhaltsangabe
Jeder Schüler wird in seiner Schullaufbahn mit Beurteilungen konfrontiert, sei es in Form von Wortgutachten oder Noten. Je nachdem ob die Urteile positiv oder negativ ausfallen, kann sich seine Zukunft gestalten, denn in unserer Leistungsgesellschaft sind wir abhängig von unserem Können, das sich angeblich in der Benotung widerspiegelt. Die verschiedenen Lehrerurteile haben also die verschiedensten Folgen für einen Schüler:
Durch die Benotung werden die Schüler für bestimmte Bildungseinrichtungen selektiert, wodurch sich für manche die Lebenschancen bezüglich ihrer beruflichen oder sozialen Position in der Gesellschaft reduzieren.
Sowohl die soziale Beziehung des Lehrers mit seinem Schüler als auch die Interaktion des Schülers mit seinen Mitschülern wird durch das Lehrerurteil beeinflußt.
Ein "guter" Schüler bekommt schnell den Ruf als besonders begabt und motiviert, während hingegen ein "schlechter" Schüler das Etikett "leistungsschwach und unmotiviert" hat. Zu guter Letzt hängt auch die Persönlichkeitsentwicklung des Schülers von seiner Beurteilung durch andere ab.
Aufgrund ihrer offensichtlich tragenden Rolle sollten Beurteilungen möglichst gerecht und objektiv sein. Welche Probleme sich dabei ergeben, soll im folgenden erörtert werden.
1. Vorbemerkung
2. Definitionen
3. Funktionen der Leistungsbeurteilung
4. Theoretische Grundlagen der Beurteilung
5. Verfahren schulischer Leistungsbeurteilung
6. Mängel, Fehler und Verzerrungsfaktoren der Notengebung
7. Subjektive Störfaktoren
8. Zensurenproblematik
9. Pädagogische Konsequenzen für die Leistungsbeurteilung nach Schromm
10. Schlussgedanke
Textauszug
Leistungsbeurteilung ist streng schülerbezogen und eine primär pädagogische Maßnahme, das heißt, die Schüler werden im Gespräch bzw. durch schriftliche Hinweise auf positive bzw. negative Leistungen aufmerksam gemacht. Außerdem wird nach Ursachen der Fehlleistung geforscht und Anweisung für gezielte Verbesserung gegeben.
• Leistungen werden in einem ersten Schritt ermittelt;
• in einem zweiten Schritt können sie dann beurteilt werden;
• Für die Beurteilung von Leistungen sind Vergleichsmaßstäbe notwendig.
• Drei mögliche Bezugsnormen: Soziale, sachliche und individuelle Bezugsnorm.
2.3 Leistungsbewertung ( Benotung )
Die Leistungsbewertung erfolgt durch die Einordnung der durch Leistungsmessung ermittelten Leistung in die vorgegebene Notenskala.
Dabei gilt:
• nur Gelerntes kann benotet werden;
• nicht die Benotung, sondern die Leistungsbeurteilung ist für die Leistungsentwicklung des Schülers wichtiger (Benotungen sollen aus pädagogischen Überlegungen auf eine überschaubare Anzahl begrenzt bleiben);
• Benotung von der Leistung muß von objektiven, kriterienbezogenen Normen ausgehen, die sich auf die Lernziele bzw. die gestellte Aufgabe beziehen und schon bei der Planung des Unterrichts bzw. der Lernzielkontrolle festgelegt werden.
3 Funktionen der Leistungsbeurteilung (nach SCHRÖDER)
3.1 Motivationsfunktion
Erwartung
Die Erteilung von Zensuren wird häufig damit begründet, daß der Ss schon allein durch den Umstand, daß seine Leistung benotet wird, motiviert ist, seine Leistung zu verbessern. Die Begründung der Zensur erfolgt also durch eine angenommene Steigerung der Leistungsbereitschaft, Verbesserung der Aufmerksamkeit und Erhöhung der Anstrengung;
Kritik
• Gegenteilige Wirkung bei Leistungsschwachen Ss -> Leistungsdruck, Angst;
• Gefahr den Leistungsanreiz auf die Vergabe von Zensuren zu beschränken
-> Motivverschiebung: Ein Kind, daß natürlicherweise etwas wissen und können will, wird ein von außen gesteuerter Ss, der mit der Notenpeitsche zur Leistung angetrieben werden soll.
=>Leistungsverbesserung nicht durch Notendruck anregen, sondern durch vermehrte Fördermaßnahmen (IPFLING)
Tags:schulische Leistungsbeurteilung, Zensuren, Notengebung, Validität, Reliabilität
Die PISA-Studien haben es gezeigt, dreimal landete Finnland ganz vorne im Ranking, Deutschland dagegen abgeschlagen im unteren Mittelfeld. Wie konnte das passieren, Deutschland mit seiner großen geistigen Tradition nicht auf einem der vorderen Plätze?
Examensarbeit Nr. 192 |
18,780 Wörter (
ca. 47 Seiten ) |
65 Quellen |
2010
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Inhaltsangabe
Den deutschen Schülern wurde attestiert, dass sie „… in den Kompetenzbereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften nicht den OECD-Durchschnitt erreichen“ (Overesch, A. 2007, S. 13). Die Ergebnisse der PISA-Studien haben in Deutschland zu lebhaften, teils kontroversen Diskussionen geführt. Das unterdurchschnittliche Abschneiden wurde von vielen, explizit von vielen Politikern, als nationale Katastrophe empfunden, wodurch das Ansehen unseres Lands in der Welt geschädigt wird. Im globalen Wettkampf um Wirtschaftswachstum muss das Bildungssystem einen nicht unerheblichen Beitrag leisten, damit Deutschland sich als attraktiver Standort behaupten kann. Unser Schulsystem muss reformiert werden, war das Fazit aus dieser Schmach und den Diskussionen, nur, wie genau diese Reformen aussehen sollen, darauf gab es keine einhellige Antwort. Finnland, das Land mit nur wenig mehr als fünf Millionen Einwohnern und bei den PISA-Studien ganz vorne im internationalen Vergleich wurde zur Pil-gerstätte von Bildungspolitikern und Bildungswissenschaftlern. Dort erfuhren sie, dass ein schulisches Stufenmodell, verbunden mit individueller Förderung Kinder keineswegs überfordert, wie in Deutschland gerne behauptet wird, im Gegenteil, in Finnland machen fast 90% der Kinder Abitur. Desweiteren konnte man erfahren, dass Lernen auch funktioniert, wenn Kinder nicht einem massiven Leistungsdruck ausgesetzt sind oder wie wichtig eine frühzeitige Förderung, bereits ab dem Kindergartenalter, ist. Die Bildungstouristen erfuhren außerdem etwas über die immense Bedeutung einer guten Ausbildung der pädagogischen Fachkräfte und dass es durchaus sinnvoll ist in Bildung mehr zu investieren. Der Anteil der Ausgaben für Bildung beträgt in Deutschland, gemessen am Bruttoinlandsprodukt in den letzten Jahren etwas mehr als 4%, Finnland dagegen wendet für Bildung etwa 2% mehr auf. Man erfuhr aber auch, dass es auch in Finnland Stimmen gibt, die die Bildungsausgaben senken wollen und sie bekamen zu hören, die Firmen beschweren sich teilweise darüber, dass Bewerber überqualifiziert sind und zu hohe Forderungen stellen. Welche Konsequenz zieht die Politik nun aus diesen Informationen? Am deutschen Bildungssystem muss nur so viel geändert werden, um eine bessere Platzierung im internationalen Ranking zu erreichen, ansonsten soll bitte alles so bleiben wie es derzeit ist. Was also kann Deutschland vom PISA Sieger lernen? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach, einerseits lernen wir wie man sein Schulwesen gerade nicht gestaltet, um auf die vorhandene Weise weiterhin Schulabgänger für die Wirtschaft zu produzieren, damit sich diese genau den Arbeitnehmer aussuchen kann, der für die jeweilige Anforderung absolut passend ausgebildet ist. Andererseits könnten wir viel von Finnland lernen, wenn das dortige Schulsystem nicht im völligen Widerspruch zu den politischen und ökonomischen Interessen in Deutschland stehen würde, d. h. wenn die Kinder im Mittelpunkt des Interesses stehen würden. Weil das aber nicht der Fall ist, wird es weder eine vollständige Adaption noch eine Übernahme wesentlicher Merkmale des finnischen Schulsystems in Deutschland geben. Diese These möchte diese Arbeit belegen.
Textauszug
Während die Besetzung Finnlands, wechselweise durch Schweden oder Russland, die Bevölkerung dazu veranlasst sich sehr mit ihrer eigenen Kultur zu identifizieren, fällt es den Deutschen lange Zeit schwer, sich mit ihrem Land, auch kulturell, verbunden zu fühlen. Die Reeducation Politik der Alliierten sowie die zwangsweise Erneuerung des Landes zur Demokratie lassen viele Deutsche nach außen hin zu vorbildlichen Demokraten werden, oft ist die demokratische Gesinnung allerdings eher ein Lippenbekenntnis als wirkliche Überzeugung. Doch bedingt durch die Aufdeckung der nationalsozialistischen Gräueltaten fällt den Deutschen die Identifikation mit der eigenen Tradition schwer. Deutschland hat zwar eine lange kulturelle Tradition, von Goethe über Schiller und Heinrich Heine bis zu Immanuel Kant, Wilhelm von Humboldt, Georg W. F. Hegel und Karl Marx, um nur einige Namen zu nennen, aber letztlich oder trotzdem hat die große geistige Tradition zu den schrecklichsten Menschheitsverbrechen aller Zeiten geführt. Niemals zuvor und niemals wieder wurden im Namen eines Staatsapparates Millionen Menschen industriell ermordet. Geschürt von Medien und Politik ist erst in den letzten Jahren wieder ein zunehmendes Nationalbewusstsein zu erkennen.
Tags:Schulwesen, Bildungssystem, Bildung, Kultur
Diese Ausarbeitung des Referats über Multilingualität in der irischen Gesellschaft und Schule beschäftigt sich mit der gesellschaftlichen Struktur der Gesellschaft und der Schulpolitik.
Essay Nr. 52 |
4,616 Wörter (
ca. 11.5 Seiten ) |
18 Quellen |
2008
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Inhaltsangabe
Diese Analyse der Gesellschaftsstruktur beschäftigt sich mit der geografischen Verbreitung der gälischen Sprache, ihrer historischen Entwicklung und dem heutigen Sprachbewusstsein der Bevölkerung. Darüber hinaus untersucht sie die Relation von Englisch zu Gälisch als Minderheitensprache, beleuchtet Gälisch als Teil der kulturellen Identität und behandelt die Fremdsprachenpolitik der irischen Medienlandschaft. Im zweiten Teil werden sprachliche Angebote der Schulen, ihre Zielsetzungen und die wirtschaftliche Aspekten betrachtet. Für eine Darstellung der Bildungslandschaft und den schulischen Gälischunterricht verweist die Autorin auf die Ausarbeitung des zweiten Teils des Referats, der zudem auch die Sprachenpolitik, Einwanderungspolitik und den Integrationsgrad der gälischsprachigen Bevölkerung thematisiert.
Die Ausarbeitung endet mit der Auswertung, in der vier Bereiche genannt werden, die nach der Einschätzung der Autorin Basis einer Minderheitensprache bilden, wenn sie in einem multilingualen Land wie Irland einer so starken Sprache wie Englisch gegenübersteht. Die Ausarbeitung endet mit einem Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der gälischen Sprache.
Outline:
Einführung
Geografische Verbreitung: Das Gaeltacht
Restliche Republik Irland
Praktizierte Mehrsprachigkeit
Entstehung von Mischformen
Dynamik der einzelnen Sprachen und Sprachbewusstsein
Akzeptanz bzw. Anerkennung von Fremdsprachen in Irland
Praktizierte Multikulturalität
Bedeutung der Sprache als Teil einer kulturellen Identität
Sprachliche Struktur der irischen Medien
Schulpolitische Aspekte
Sprachpolitische Zielsetzungen in der Schule
Ziele des Fremdsprachenunterrichts
Vielfalt des Angebots
Gesellschaftspolitische Ziele des sprachlichen Curriculums
Multikulturalität und Chancengleichheit
Auswertung
Literatur
Textauszug
Nur in kleinen Gebieten, hauptsächlich im Westen Irlands, übersteigt der Anteil des Gälischen am täglichen Sprachgebrauchs teilweise noch den von Englisch. In diesen Regionen wird Gälisch häufig noch als Muttersprache erworben. Die besagten Gebiete werden unter dem Begriff Gaeltacht zusammengefasst.
Eine 2007 veröffentlichte Linguistikstudie des Department of Community, Rural and Gaeltacht Affairs hatte zum Ziel, den Sprachgebrauch in Irland zu untersuchen. Darin wird auch die Definition des Gaeltacht thematsiert, da der Sprachgebrauch nicht als einziger Grund für eine Mitgliedschaft im Gaeltacht gilt. Ein starker Gebrauch des Gälischen ist zwar der Hauptanlass, eine Region als Teil des Gaeltacht zu betrachten, jedoch werden teilweise auch Gebiete in denen nur ein kleiner Bevölkerungsanteil, beispielsweise Schüler, Gälisch spricht dazu gezählt. Die Studie basiert auf der 1956 verfassten staatlichen Definition des Gaeltacht, dem Ministers and Secretaries (Amendment) Act.
In der Studie wird vorgeschlagen das Gaeltacht je nach Sprachgebrauch in drei Kategorien zu unterteilen. Dabei umfasst Kategorie A Gebiete in denen mehr als 67% der Bevölkerung (über 3 Jahren) Gälisch täglich gebraucht. Kategorie B beinhaltet diejenigen Gebiete in denen dieser Anteil der Bevölkerung 44-66% beträgt. In diesen Regionen herrscht somit vermutlich Englisch vor, jedoch ist der Sprachgebrauch abhängig vom Alter der Bevölkerung, Mitgliedschaft in Institutionen und/oder spezifischen sozialen Netzwerken. Kategorie C umfasst schliesslich hauptsächlich Gebiete in denen weniger als 44% der Bevölkerung täglich Gälisch spricht. Hier sind es hauptsächlich die Schüler, die den höchsten Gälischgebrauch aufweisen, da sie die Sprache in der Schule sprechen.
Tags:Sprache, Minderheiten, Soziales
Dieses Referat untersucht, welchen Nutzen eine ökologische Sensibilisierung schon von frühesten Schuljahren an haben kann.
Referat Nr. 158 |
6,628 Wörter (
ca. 16.6 Seiten ) |
10 Quellen |
2008
$ 15.95
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Inhaltsangabe
Laut der IBM-Jugendstudie des Jahres 1992 stufen 70% der befragten Jugendlichen in den alten und neuen Bundesländern „das Umweltproblem“ als große Aufgabe ein. Bei der Wertschätzung sozialer Bewegungen nehmen im Urteil der 14 - 25-jährigen „Umweltschützer, Friedensbewegung und Kernkraftgegner“ die ersten Plätze ein (laut SHELL-Jugendstudie 1992). Es zeigt sich also, daß junge Menschen heute sich der Bedrohung der Umwelt bewußt sind und dem Schutz der Umwelt einen hohen Stellenwert einräumen.
Besagte Studien zeigen aber auch die Tendenz, daß zwischen den geäußerten Einstellungen und dem tatsächlichen Verhalten eine Diskrepanz vorliegt: Nur etwa 60% der Befragten würden aus Umweltschutzgründen die Zahl der Autofahrten einschränken. Bei zunehmenden Restriktionsgrad der Maßnahmen, z.B. einem weitgehenden Verzicht auf das Autofahren, stimmt nurmehr eine Minderheit zu.
Angesichts dieser Tatsache zu resignieren hieße nach BOLSCHO, den Erziehungsauftrag der Schule aufgeben. Umwelterziehung (UE) ist - und das belegt eine von EULEFELD, BOLSCHO & SEYBOLD 1991 durchgeführte Erhebung der Praxis schulischer UE in Deutschland - in allen Schularten noch verbesserungswürdig. Wie UE aussehen kann, die über das weitverbreitete Umweltwissen und die umweltverantwortliche Einstellung auch zu einem umweltgerechten Handeln führt, soll im folgenden gezeigt werden.
1. Vorbemerkung
2. Begriffsbestimmung und Entwicklung der Umwelterziehung
3. Rechtliche Verankerung der Umwelterziehung
4. Begründungen einer Umwelterziehung in der Grundschule
5. Methodische Grundsätze der Umwelterziehung
6. Hauptlernformen der Umwelterziehung
7. Realisierung der Umwelterziehung im Unterricht der Grundschule
8. Probleme und Grenzen der Umwelterziehung
9. Schlussbemerkung
10. Literatur
Textauszug
Bereits 1953 forderte die KMK, daß dem Naturschutz und der Landschaftspflege sowie dem Tierschutz besondere Aufmerksamkeit im Unterricht gewidmet werden müsse. Es ging also zunächst nur um „Naturschutz“, d.h. um den Schutz der natürlichen Umwelt und den Erhalt bedrohter Arten.
In den 70er Jahren gelangten nach DÜRIG ökologische Krisenerscheinungen im breiteren Maße ins öffentliche Bewußtsein. Ausschlaggebend dafür waren neben aufsehenerregenden ökologischen Katastrophen wie z.B. in Seveso auch die drei UNESCO-Konferenzen - Stockholm (1972), Belgrad (1975) und Tiflis (1977) - die sich mit der „Environmental Education“ auseinandersetzten. Eingang in den deutschen Sprachgebrauch fand die von der UNESCO zum Abschluß der Konferenzen formulierten Bildungsempfehlungen unter dem Begriff „Umwelterziehung“ (UE), der maßgeblich von GÜNTER EULEFELD geprägt wurde.
Tags:Naturschutz, Grundschule