Die PISA-Studien haben es gezeigt, dreimal landete Finnland ganz vorne im Ranking, Deutschland dagegen abgeschlagen im unteren Mittelfeld. Wie konnte das passieren, Deutschland mit seiner großen geistigen Tradition nicht auf einem der vorderen Plätze?
Examensarbeit Nr. 192 |
18,780 Wörter (
ca. 47 Seiten ) |
65 Quellen |
2010
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Inhaltsangabe
Den deutschen Schülern wurde attestiert, dass sie „… in den Kompetenzbereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften nicht den OECD-Durchschnitt erreichen“ (Overesch, A. 2007, S. 13). Die Ergebnisse der PISA-Studien haben in Deutschland zu lebhaften, teils kontroversen Diskussionen geführt. Das unterdurchschnittliche Abschneiden wurde von vielen, explizit von vielen Politikern, als nationale Katastrophe empfunden, wodurch das Ansehen unseres Lands in der Welt geschädigt wird. Im globalen Wettkampf um Wirtschaftswachstum muss das Bildungssystem einen nicht unerheblichen Beitrag leisten, damit Deutschland sich als attraktiver Standort behaupten kann. Unser Schulsystem muss reformiert werden, war das Fazit aus dieser Schmach und den Diskussionen, nur, wie genau diese Reformen aussehen sollen, darauf gab es keine einhellige Antwort. Finnland, das Land mit nur wenig mehr als fünf Millionen Einwohnern und bei den PISA-Studien ganz vorne im internationalen Vergleich wurde zur Pil-gerstätte von Bildungspolitikern und Bildungswissenschaftlern. Dort erfuhren sie, dass ein schulisches Stufenmodell, verbunden mit individueller Förderung Kinder keineswegs überfordert, wie in Deutschland gerne behauptet wird, im Gegenteil, in Finnland machen fast 90% der Kinder Abitur. Desweiteren konnte man erfahren, dass Lernen auch funktioniert, wenn Kinder nicht einem massiven Leistungsdruck ausgesetzt sind oder wie wichtig eine frühzeitige Förderung, bereits ab dem Kindergartenalter, ist. Die Bildungstouristen erfuhren außerdem etwas über die immense Bedeutung einer guten Ausbildung der pädagogischen Fachkräfte und dass es durchaus sinnvoll ist in Bildung mehr zu investieren. Der Anteil der Ausgaben für Bildung beträgt in Deutschland, gemessen am Bruttoinlandsprodukt in den letzten Jahren etwas mehr als 4%, Finnland dagegen wendet für Bildung etwa 2% mehr auf. Man erfuhr aber auch, dass es auch in Finnland Stimmen gibt, die die Bildungsausgaben senken wollen und sie bekamen zu hören, die Firmen beschweren sich teilweise darüber, dass Bewerber überqualifiziert sind und zu hohe Forderungen stellen. Welche Konsequenz zieht die Politik nun aus diesen Informationen? Am deutschen Bildungssystem muss nur so viel geändert werden, um eine bessere Platzierung im internationalen Ranking zu erreichen, ansonsten soll bitte alles so bleiben wie es derzeit ist. Was also kann Deutschland vom PISA Sieger lernen? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach, einerseits lernen wir wie man sein Schulwesen gerade nicht gestaltet, um auf die vorhandene Weise weiterhin Schulabgänger für die Wirtschaft zu produzieren, damit sich diese genau den Arbeitnehmer aussuchen kann, der für die jeweilige Anforderung absolut passend ausgebildet ist. Andererseits könnten wir viel von Finnland lernen, wenn das dortige Schulsystem nicht im völligen Widerspruch zu den politischen und ökonomischen Interessen in Deutschland stehen würde, d. h. wenn die Kinder im Mittelpunkt des Interesses stehen würden. Weil das aber nicht der Fall ist, wird es weder eine vollständige Adaption noch eine Übernahme wesentlicher Merkmale des finnischen Schulsystems in Deutschland geben. Diese These möchte diese Arbeit belegen.
Textauszug
Während die Besetzung Finnlands, wechselweise durch Schweden oder Russland, die Bevölkerung dazu veranlasst sich sehr mit ihrer eigenen Kultur zu identifizieren, fällt es den Deutschen lange Zeit schwer, sich mit ihrem Land, auch kulturell, verbunden zu fühlen. Die Reeducation Politik der Alliierten sowie die zwangsweise Erneuerung des Landes zur Demokratie lassen viele Deutsche nach außen hin zu vorbildlichen Demokraten werden, oft ist die demokratische Gesinnung allerdings eher ein Lippenbekenntnis als wirkliche Überzeugung. Doch bedingt durch die Aufdeckung der nationalsozialistischen Gräueltaten fällt den Deutschen die Identifikation mit der eigenen Tradition schwer. Deutschland hat zwar eine lange kulturelle Tradition, von Goethe über Schiller und Heinrich Heine bis zu Immanuel Kant, Wilhelm von Humboldt, Georg W. F. Hegel und Karl Marx, um nur einige Namen zu nennen, aber letztlich oder trotzdem hat die große geistige Tradition zu den schrecklichsten Menschheitsverbrechen aller Zeiten geführt. Niemals zuvor und niemals wieder wurden im Namen eines Staatsapparates Millionen Menschen industriell ermordet. Geschürt von Medien und Politik ist erst in den letzten Jahren wieder ein zunehmendes Nationalbewusstsein zu erkennen.
Tags:Schulwesen, Bildungssystem, Bildung, Kultur
In dieser Arbeit geht es um den nominalistischen Materialismus Hobbes vor dem Hintergrund platonisch-idealistischer Tradition.
Die geistesgeschichtliche und realhistorischen Voraussetzungen für die Herausbildung des neuzeitlichen Rationalismus.
Hausarbeit Nr. 134 |
2,000 Wörter (
ca. 5 Seiten ) |
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2004
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Inhaltsangabe
Der Mensch ist ein zum Zusammenleben geneigtes und geeignetes Lebewesen, so hatte es Aristoteles gelehrt. Der politische Diskurs der Neuzeit setzt anders an. Es beurteilt die menschlichen Dinge nüchtern und illusionslos und blickt eher skeptisch auf das politische Kräftespiel der oft unmoralischen Wirklichkeit. Eine neue Sicht der Dinge erzwingt auch frische Problemlösungen. Weil u.a. eine Begründung des Politischen im Blick auf eine ideale Seinsordnung (wie bei Platon, z.B.) mehr plausibel erscheint, versuchen Theoretiker der Neuzeit den Staat durch Konstruktionen rationaler Art, nämlich durch Vertragstheorien, zu begründen.
Textauszug
So behauptete Platon, die Menschen und die Welt, bzw. das Sein schlechthin, seien – im ethisch/moralischen Sinn im Prinzip gut. (Womit er aber nicht behauptete, dass Welt und Menschen tatsächlich gut seien.) Die Idee des Guten sei die oberste Idee, die Idee der Ideen. Während es zu allen anderen Ideen immer die entgegen gesetzte Idee gebe - Dialektik -, gebe es zur Idee des Guten keine Entgegensetzung. Eine Idee des Schlechten existiere nicht. Das Schlechte sei ein Nichtseiendes, immer nur ein Fehlen des Guten. Und weil die Welt im Prinzip gut sei, könne sie auch in der Realität gut sein. Die Menschen müssten sich nur auf das Gute besinnen, dann würden sie es praktizieren. Platon kritisierte die in den griechischen Stadt-Staaten seiner Zeit bestehenden politischen und gesellschaftlichen Ordnungen und lehnte sowohl die Demokratie (Herrschaft Vieler), die Oligarchie (Herrschaft Weniger) und die Tyrannis (Herrschaft eines Einzelnen) ab. Er entwarf das Bild eines idealen Zukunftsstaates, in dem durch Auslese von Kindheit an und ohne ererbte Vorrechte die Besten zu Philosophenkönigen werden, während die Masse des Volkes von jeder Herrschaft und von jeder Mitbestimmung in religiösen und kulturellen Fragen ausgeschlossen bleibt.
Tags:Platon, Philosophie, Thomas Hobbes
In der vorliegenden Arbeit wird aufgezeigt, wie die politischen Akteure der Meiji-Zeit durch den Einfluss westlicher Verfassungsideologien und traditionell japanischer Herrschaftsvorstellungen eine konstitutionelle Monarchie formten.
Seminararbeit Nr. 29 |
3,380 Wörter (
ca. 8.5 Seiten ) |
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2006
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Inhaltsangabe
Die Zeit der Herrschaft des Kaiser Meiji bedeutete für das japanische Kaiserreich die Bewältigung eines enormen Umbruchs. Die feudalen Herrschaftsstrukturen mussten denen einer konstitutionellen Monarchie westlicher Prägung weichen. Die Gesellschaft wandelte sich von einer ständischen zu einer bürgerlichen. Allerdings stand hinter diesem Prozess nicht von Beginn an ein politischer Akteur mit konsequenter Ideologie; die Initiatoren der Meiji-Restauration waren sich nur in einem Ziel einig: der Entmachtung des Tokugawa-Shôgunats. Ihre Vorstellungen für eine Zeit danach waren vage, aber keinesfalls modern. Nicht ohne Grund wurde die Restauration der kaiserlichen Herrschaft oberstes Ziel, denn sie hatte bereits einmal Bestand. Sie war der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich die zerstrittenen Führer der Meiji-Restauration einigen konnten. Eine politische Vision für ein modernes japanisches Staatswesen bildete sich erst als die ersten japanischen Staatsmänner Europa und die USA bereisten und die Notwendigkeit einer konstitutionellen Neuausrichtung Japans erkannten, um auf der politischen Weltbühne bestehen zu können. Diese Neuordnung des japanischen Herrschaftssystems wurde zum Drahtseilakt zwischen Tradition und Moderne.
Outline:
Einleitung
Die Meiji-Zeit (1868 bis 1912)
Restauration kaiserlicher Herrschaft
Bürgerrechtsbewegung und der Weg zur konstitutionellen Monarchie
Innenpolitischer Neo-Traditionalismus und Imperialismus als Determinante japanischer Außenpolitik
Der Staatsshintô
Das ie-System und der Familienstaat
Kolonialismus
Fazit
Literaturverzeichnis
Textauszug
''Japans Moderne begann mit einem Staatsstreich: Am 3. Januar 1868 besetzten Truppen aus den westjapanischen Fürstentümern Satsuma, Tosa und Chôshû die kaiserliche Residenz und damalige Hauptstadt Kyôto und erzwangen von den herrschenden Tokugawa die Rückgabe der Regierungsgewalt an das Kaiserhaus, das seine Macht vor fast 700 Jahren an die einflussreichen Kriegerfamilien (bushi) und die von ihnen gestellten Militärherrschern (shôgun) verloren hatte. Seit der für sie siegreichen Schlacht von Sekigahara im Jahre 1600 hatte das Haus Tokugawa die Vorherrschaft über Japan inne. Tokugawa Ieyasu hatte die aufbegehrenden Fürsten (tozama-daimyô) unterworfen und das Land unter seiner Herrschaft geeinigt. Die tozama-daimyô, zu denen in erster Linie die Fürstentümer Satsuma, Tosa, Chôshû und Hizen gehörten, wurden vom Machtapparat der Tokugawa weitestgehend ausgeschlossen. Nach der Reichseinigung erhielten die tozama-daimyô großflächige Lehen weitab vom Herrschaftszentrum des Shôgunats, um ihren politischen und militärischen Einfluss auf das noch junge Tokugawa-Regime zu beschränken.''
Tags:Meiji-Zeit, Tradition und Moderne, Japan, Politik
In dieser Arbeit wird das Grabes des Papstes sehr genau analysiert und vom Autor sehr interessant dargestellt.
Essay Nr. 99 |
2,530 Wörter (
ca. 6.3 Seiten ) |
12 Quellen |
2009
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Inhaltsangabe
Zusammenfassend ergibt sich aus der Analyse, dass der Künstler römische Traditionen, eingebettet in die Ideen der Renovatio Romae mit den Neuerungen der französischen Gotik sowie den religiösen Vorstellungen seiner Zeit verbindet. Um die Entstehung, den Künstler und dessen Beeinflussung widersprechen sich die Thesen der Kunsthistoriker. Nach der Meinung des Autors zu urteilen, ist das Monument ein besonders schönes Beispiel, welches zeigt, dass Kunstentwicklung und Kunstgeschichte selten linear zu betrachten sind. Das künstlerische Schaffen des Pietro di Oderisii bewegt sich zwischen katholischen Lehrmeinungen, politischen Vormachtstellungskämpfen und künstlerischen Neuerungen. In dieser Zerrissenheit, die vielleicht von Künstler oder Auftraggeber gar nicht so empfunden wurden, entstand dieses einmalige und für spätere Kunstwerke prägende Monument.
Outline:
Papst Clemens IV.
Das Grabmonument Clemens IV.
Der Künstler des Clemensgrabes
Die Frage nach den Ursprüngen der kunsthistorischen Besonderheit des Clemensgrabes
Der religiöse Aspekt
Der kunsthistorische Aspekt
Der politische Aspekt
Bibliographie und Bildnachweis
Textauszug
''Das 1271/1272 errichtete Grabmal des Papstes ist in Fragmenten erhalten und verfügt über eine wechselvolle Geschichte. Am 29.11. 1268 verstarb der Papst in seiner Residenz nach nur drei jähriger Amtszeit in Viterbo, sein Leichnam sollte in der Dominikanerkirche S. Maria in Gradi gemäß seines Wunsches begraben werden. Allerdings forderten die Kathedralkanoniker der Stadt die Dominikaner auf, die sterblichen Überreste des Nachfolgers Petri in die Domkirche zu überführen. Die „Enteignung“ der Dominikaner hatte nicht nur religiöse, sondern auch wirtschaftliche Gründe, nämlich die Sicherung des Zustromes der Gläubigen. Erst 1276 gelang es Papst Innozenz V. Leiche und Grabmal in die Kirche des Bettelordens zurück zu bringen. 1885 fand schließlich eine Translation im Rahmen der Säkularisierung von S. Maria in Gradis (heutiges Museo Civico) nach San Francesco alla Roca statt, wo es sich noch heute befindet. Neben zahlreichen Beschädigungen, verursacht durch den Transport der Grabteile, wurden dem Kunstwerk außerdem im 2. Weltkrieg bzw. im Rahmen der Restaurierung schwere Schäden zugefügt.''
Tags:Religion, Vatikan, katholische Kirche
Der Falkensteiner Codex zählt zu den sogenannten Traditionshandbüchern. Diese existieren seit dem 9. Jahrhundert und vermitteln Aufzeichnungen über Schenkungs- und Tauschakte von Grundbesitz und Zubehör.
Essay Nr. 115 |
1,060 Wörter (
ca. 2.7 Seiten ) |
16 Quellen |
2009
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Inhaltsangabe
In dieser Arbeit geht es um den Falkensteiner Codex. Es gibt zusammenfassend drei Motive für seine Erstellung:
Zum einen die rechtlich-wirtschaftliche Absicherung des Besitzes der Familie, die Sicherung der Nachfolge (generatio) und der religiös motivierte Memoriagedanke.
Der Codex ist vor dem Hintergrund der Entwicklungen dynastischer Herrschaftshäuser im 12. Jahrhundert zu betrachten. Die karolingische Grafschaftsverfassung, die auf der Vergabe des Amtes des Comes durch den Herrscher und damit auf einer gewissen Mobilität beruhte, veränderte sich zunehmends. Die „neuen“ Adelsherrschaften übten ihre Macht von festen Wohnsitzen aus, Herrschaft beruhte nun auf dem Eigenbesitz der Familie . Im 11. und 12. Jahrhunderts bildeten sich in Bayern eine Reihe bedeutender Hochadelsgeschlechter, die eine nahezu eigenständige Herrschaft begründeten. Das Gebetsdenken der Familie, die Memoria wurde als wichtige Aufgabe angesehen. Wie bei allen Adelsherrschaften dieser Zeit setzt sich die Grundlage der Familie Falkenstein aus Eigengütern (allod), Lehen (beneficia) und Vogteirechten (advocatiae) zusammen, in diesem Fall über die Stifte Weyarn, Herrenchiemsee und Petersberg.
Der Falkensteiner Codex bietet neben seiner inhaltlichen und überlieferungsgeschichtlichen Bedeutung eine wichtige Forschungsgrundlage betreffend des reichen Bilderschmuckes, bestehend aus 25 teilweise mehrfarbigen Federzeichnungen.
Textauszug
''Traditionshandbücher wurden vor allem von kirchlichen Organisationen zur Rechts- und Besitzstandssicherung angefertigt. Der Codex befindet sich heute im Bayrischen Hauptstaatsarchiv in München. Es handelt sich um eine Pergamenthandschrift mit Holzeinband mit den Maßen 27.5 mal 18.5 cm. Der Text ist in Lateinisch und Deutsch verfasst. Im Falkensteiner Codex sind Besitzungen der Herren Neuburg von Falkenstein aufgezeichnet, er wurde 1166 als Urbar und Lehensverzeichnis von Geistlichen des Augustinerchorherrenstiftes Herrenchiemsee angelegt. Anders als bei kirchlichen Traditionshandbüchern, die bis zur Säkularisierung der Klöster eine wirtschaftliche Grundlage darstellten, verlor der Falkensteiner Codex nach Aussterben der Familie der Grafen von Neuburg-Falkenstein von Bedeutung. Erst durch das Interesse der Historiker im Humanismus erlangte der Codex wieder an Wert.''
Tags:Kulturerbe, Zeitgeschichte, Tradition